Samstag, 31. März 2018

Der neue Sauerkraut-Newsletter ist da!


BS 207
„Der Trick, dass man keinen Kater bekommt, besteht darin, nicht aufzuhören zu trinken.“ (Charlie Harper)
Feng Shui hat mir sehr geholfen. Es gibt zum Beispiel Farben, die Glück und Erfolg bringen, und Farben, die schlecht für uns sind. Fangen wir mit der Eingangstür an. Es kommt zunächst auf die Himmelsrichtung an, in der die Tür liegt. Bei mir ist es Nordosten. Gute Farben sind: Orange, Rot und Gelb. Schlecht sind Grün und Braun. Jetzt weiß ich, warum ich keinen Erfolg habe. Unsere Tür ist braun, weil sie aus Holz ist. Aber wer hat schon eine gelbe Tür? Im Feng Shui geht es um die fünf Elemente. Literatur und andere Künste werden durch das Element Wasser repräsentiert. Der entsprechende Raum sollte im Norden sein. Ich schaue nach Süden aus dem Fenster meines Arbeitszimmers. Verdammt! Hier fließt natürlich kein Chi.
Aber Feng Shui vermittelt auch die grundsätzliche Harmonie, die im Schreiben von Texten liegt. Das Prinzip des Weiblichen (Yin) wird durch die Farbe Schwarz symbolisiert, Yang, das Männliche, durch die Farbe Weiß. Die schwarzen Buchstaben bilden keinen Gegensatz zum weißen Hintergrund, sondern eine natürliche Einheit. Sie stehen miteinander in Verbindung und sind in einem Gleichgewicht, so wie Tag und Nacht. Im Norden des Textes sollten Substantive dominieren, gruppieren Sie die Adjektive im Westen und die Verben im Süden.
Amazon ist lustig. Wenn man Hitlers „Mein Kampf“ eingibt, kommen in der Rubrik „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch“: „Das Kapital“ von Karl Marx, das kommunistische Manifest, „Worte des Vorsitzenden Mao Tse-Tung“, „Der dreißigjährige Krieg“ von Peter Wilson, Bertolt Brecht, Hannah Arendt, Gregor Gysi und Stefan Aust mit seinem Baader-Meinhof-Komplex.
In einigen Tagen wechsele ich mal wieder die Kulisse. Ich vertausche das Hunsrückdorf mit der Hauptstadt. Die Menschen, die mich dort auf der Straße ansprechen, werden nicht fragen, wie es mir geht. Sie werden nur nach meinem Geld fragen. Als Verkäufer, als Spendensammler, als Bettler, als Zeitungsjunge in der U-Bahn. Ich habe eine Tüte mit Messingmünzen, die ich in die Innentasche meiner Jacke stecken werde. Dann lasse ich jedem Armen ein paar Münzen zukommen, bis die Tüte leer ist. Ich werde nach einem Monat zurückkommen und niemand wird gefragt haben, wie es mir geht. In Schweppenhausen werden ganz viele Menschen diese Frage stellen. Wenn ich dann wieder online bin, werde ich im Feuilleton kluge Texte über die Kälte und Aggressivität unserer Gesellschaft lesen.
„Der DHL man hat schon wieder nicht gecklingelt einfach Zettel vor die Tür geschmissen und ist wieder weg gefahren meinen mama war den ganzen Tag zuhause und hat den Zettel unten vor der komplett nas da es geregnet hat aufgefunden“ (Moritz, 25.3.2018 – irgendwo da draußen)
Wann hat das angefangen? Das Nationale ersetzt das Internationale, das Fernweh weicht dem Rückzug ins Private, die Familie rückt wieder ins Zentrum, nicht die Gesellschaft. Das kleine und allerkleinste Wir statt dem großen Wir. Welches Datum schreiben wir unseren Nachfahren in die Geschichtsbücher? War der Terror von 2001 der Wendepunkt, der nachfolgende Gegenterror, die Wirtschaftskrise 2008/09? Sicher ist, dass 1989/90 die Wende zur Globalisierung war. Bewegung, Gegenbewegung. Wann wird das Neo-Biedermeier zu Ende sein?
Aus juristischer Sicht war die christliche Religion gar nicht so übel. Gott sah alles, während die Aufklärungsquote der heutigen Polizei doch zu wünschen übrig lässt. Gott strafte auch alles und zwar unerbittlich. Fegefeuer, Höllenqualen! Die behaglichen Zustände in unseren Gefängnissen und die Bagatellisierung mancher Delikte haben im Vergleich keine abschreckende Wirkung. Die Furcht vor der Strafe des Herrn ersetzte ein Heer von Sozialarbeitern.
The Clash – London Calling. https://www.youtube.com/watch?v=EfK-WX2pa8c

Ein schwerer Fall von Symbolbild.

Freitag, 30. März 2018

Drei Entscheidungen

„Am Ende der Aufklärung steht das goldene Kalb.“ (Max Frisch)
Er sitzt an der Bar des Flughafens und trinkt seinen dritten Gin Tonic. Noch eine halbe Stunde bis zum Abflug. Neben dem Barhocker steht sein Aktenkoffer. Sein einziges Gepäck. Tagung in Köln. Ein Tag unter Fremden.
Wenn ich einfach nicht in den Flieger einsteige, sagt er sich. Wenn ich einfach hier bleibe und nicht nach Hause fahre. Wenn ich heute alles anders mache. Er bestellt sich einen Birnenschnaps, trinkt ihn auf ex und zahlt.
Sie wartet auf mich, denkt er. Sie wird anrufen und fragen, wo ich bleibe. Er wirft sein Handy in einen Mülleimer und verlässt den Flughafen. Er nimmt ein Taxi zurück in die Stadt und lässt sich zu einem Hotel fahren.
Er geht in ein Steakhaus und gönnt sich ein riesiges T-Bone-Steak mit Pommes frites. Er trinkt ein paar Gläser Bier und schlendert danach durch die Straßen. Abends liegt er auf dem Hotelbett und sieht einen Thriller im Fernsehen. Der Zimmerservice hat ihm eine Flasche Sekt im Eiskübel und ein Glas gebracht.
Am nächsten Morgen fliegt er zurück nach Berlin. Seinen Aktenkoffer hat er im Hotel gelassen. Von Tegel fährt er mit dem Taxi in die Nähe seines Hauses in Schmargendorf.
Vorsichtig biegt er um die Ecke in seine Straße. Es ist früh. Warum sollte seine Frau auf der Straße sein? Vom Bürgersteig blickt er durch das Fenster im Erdgeschoss ins Esszimmer. Da sitzt sie und frühstückt.
Wenn sie jetzt aufsteht und zum Fenster geht, komme ich ins Haus, denkt er. Dann geht das Leben weiter wie bisher. Es ist noch nicht zu spät. Er kann sich eine Geschichte ausdenken. Irgendetwas Harmloses. Er sieht ihr zehn Minuten zu. Dann geht er.
Wenn ich jetzt gehe, gehe ich für immer, denkt er. In ein paar Tagen werden sie im Büro unruhig. Wenn man ein paar Tage unentschuldigt fehlt, riskiert man seinen Job. Wenn ich mich nicht mehr melde, wird sich meine Frau von mir scheiden lassen, denkt er.
Er geht zu einer U-Bahn-Station in der Nähe und fährt in die Innenstadt. Der Ku’damm, der Breitscheidplatz – das alles ödet ihn unendlich an. Er fährt mit dem Taxi nach Tegel und beschließt, den erstbesten Flieger zu nehmen.
Ich habe zwanzigtausend Euro auf dem Privatkonto, von dem meine Frau nichts weiß, denkt er, als er in der Maschine nach London sitzt. Das Gemeinschaftskonto werde ich nicht anrühren. Mit diesem Geld fange ich neu an. London ist ein Drehkreuz. Ich habe alle Möglichkeiten.
Wo wird er neu anfangen? Er hat keine Ahnung. Er fängt an zu lachen.
The Human League - Things That Dreams Are Made Of. https://www.youtube.com/watch?v=ehYU6p3aIZQ

Der Wedding, irgendwann in der Vergangenheit.

Donnerstag, 29. März 2018

Bilder aus drei Jahrzehnten


1986



1991



2006


Was Sie wissen müssen

Das ehemalige Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet in seiner Online-Ausgabe vom 27.3.2018: „Ein mutmaßliches Paparazzo-Foto befeuert derzeit Gerüchte: Demnach sollen Modelmacherin Heidi Klum und Tokio-Hotel-Gitarrist Tom Kaulitz liiert sein. Die Betroffenen äußern sich nicht.“
Gut, dass der alte Augstein es nicht mehr erleben musste. Ist es für ein Nachrichtenmagazin relevant? Ist es überhaupt eine Nachricht?
Warum macht „Der Spiegel“ es nicht wie die Profis?
„Seit Veröffentlichung der Kussbilder zwischen Heidi Klum und Tom Kaulitz sind sie Tuschel-Thema Nummer 1.“ (Gala)
„Heidi Klum knutscht mit „Tokio Hotel“-Star Tom Kaulitz – und alle Welt darf es sehen! Die sensationellen Kuss-Schnappschüsse schlagen hohe Wellen.“ (Bunte)
Stern-Journalistin Jule Schulte bekennt: „Der Moment, in dem deine erste große Liebe mit dir Schluss macht, ist einer der eindrucksvollsten jedes jungen Lebens. (…) Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen. Ich war 13 Jahre alt. (…) Bin ich über ein Jahrzehnt älter geworden? Ja. War ich einige Monate später über Tom hinweg? Auch das. Schreibe ich meiner Kollegin trotz allem seit dem Erscheinen der ersten Bilder von Tom Kaulitz und Heidi Klum wütende Mails? Und nun knutscht er also mit Deutschlands Model-Mutti-Nummer-Eins Heidi Klum rum. Ich würde so gerne sagen: Sollen die doch, interessiert mich nicht, mir doch egal. Aber die 13-Jährige in mir ist mal wieder hart getroffen.“
Einzig und allein das Sturmgeschütz des investigativen Journalismus, die BILD-Zeitung, haut folgende Schlagzeile raus: „Heidi und Tom: Wie echt sind diese Küsse?“

Herz 4

Ein Motivationsgespräch im Job-Center. Vom Band trällert ein fröhliches Lied mit folgendem Text:
„Führerschein und Auto weg
Kommst vom Fleck nicht mehr weg
Kühlschrank leer und Kopf ist voll
Mit Sorgen – nicht so toll
Refrain: Ich krieg Hartz, ich seh schwarz
Ich krieg Hartz, ich seh schwarz
Schreibst Bewerbungen noch und noch
Deine Zeit ein schwarzes Loch
Die Kinder sind ‘ne schwere Last
Deine Hütte ist kein Palast
Refrain: Ich krieg Hartz, ich seh schwarz
Ich krieg Hartz, ich seh schwarz“
Es folgt ein Hammond-Orgel-Solo.
Der Sachbearbeiter, der streng nach Vorschrift ein keckes Partyhütchen schief auf der Halbglatze sitzen hat, fragt den Arbeitslosen: „Herr Günther, wie finden Sie das Lied?“
„Finde ich nicht lustig.“
„Nu sein Se ma nicht so. Wir wollen Sie mit Humor wieder aufbauen. Besser arm dran als Arm ab.“
Der Arbeitslose verzieht keine Miene und schweigt.
„Als Behinderter könnte ich Sie gar nicht vermitteln. Sie sind doch gesund und machen einen putzmunteren Eindruck auf mich.“
„Wenn Sie meinen.“
„Der neue Arbeitsminister – Sieg Heil – ha ha ha, verstehen Sie, Sieg Heil, ha ha, hat jetzt eine neue Idee: gemeinnützige Arbeit. Sie tun was für Ihre Gemeinde, quasi ehrenamtlich. Ist doch toll, oder? Ehrenämt is your friend. Immer lustig und vergnügt, bis der Dreck in der Schubkarre liegt. Sie werden was für die Umwelt tun. Denken Sie mal an die vielen Hundehaufen auf den Bürgersteigen.“
„Ich bin 57 und hab Rücken.“
„Und bin zu faul zum Bücken. Ha ha ha! Verstehen Sie? Der Reim könnte glatt noch in das Lied von J.C. Winner eingebaut werden, so gut ist der. Sie kriegen doch eine Schaufel und im Herbst einen Kärcher. Das ist überhaupt nicht anstrengend, das ist sogar entspannend. Und Sie kommen auch noch ein bisschen raus.“
„Ich geh doch täglich mit dem Hund raus.“
„Sie können sich einen Hund leisten? Aber sicher nur so ein Arbeitslosenmodell, oder? Einen Chihuahua oder einen Yorkshire-Terrier. Ha ha ha! Arbeitslosenmodell, das ist lustig, oder? Jetzt lachen Sie doch auch mal mit!“
„Mir ist nicht nach Lachen zu Mute.“
„Lachen Sie! Sie wollen doch nicht, dass ich in Ihre Akte eintrage, Sie wären nicht motiviert?“
Herr Günther lächelt pflichtschuldig.
Interpol - Say Hello to the Angels. https://www.youtube.com/watch?v=mEL2-ExfkU0



Mittwoch, 28. März 2018

Street Art

Champagne Lefkowitz, 28, die berühmte Street Art-Künstlerin aus New York, porträtiert Andy Bonetti. Chapeau!

Ruhrpott-Sonderedition: Kaugummiautomaten in Gelsenkirchen

Toni Mahoni - Gammeltag. https://www.youtube.com/watch?v=T0wZ16NOKOw

Geschenktipps für Ostern

Ostern ist die Zeit der kleinen Geschenke. Ich verschenke in diesem Jahr:

• Eine Miniatur-Ming-Vase aus Plastik (Made in Vietnam)
• Untersetzer aus Kork
• Eine stark herabgesetzte „Supernasen“-DVD (Gottschalk/Krüger)
• Tischsets mit floralen Motiven
• Eine Eieruhr (3 Minuten)
• Ein Tamagotchi
• Eine Rolle Geschenkpapier mit Tannenbäumen und weißen Sternen
• Einen Salzstreuer in Hasenform
• Einen Zigarrenabschneider
• Eine Obstschale aus Holz
• Ein Buch von Gerhard Schröder („Klare Worte“)
• Hello-Kitty-Topflappen



Foreigner - Feels like the first Time. https://www.youtube.com/watch?v=qHDy_b33cCQ

Dienstag, 27. März 2018

Wahres für Bares


Blogstuff 206
„Rund 50 Landtags- und Bundestagsabgeordnete der AfD wiederum waren laut Medienberichten Mitglieder der rechten Facebook-Gruppe „Die Patrioten“, in der unter anderem eine Fotomontage geteilt wurde, bei der das Gesicht Anne Franks auf eine Pizzaschachtel der Marke „Die Ofenfrische“ montiert worden war.“ (TAZ)
Das Licht geht an. Ich sitze auf einer Theaterbühne. Auf dem Tisch vor mir liegt ein Manuskript. Bis auf einen einzigen Mann in der dritten Reihe ist der Zuschauerraum leer. Als ich mit der Lesung beginne, steht er auf und geht. Danach sitze ich an meinem Küchentisch und beginne erneut mit der Lesung. Nur die Kaffeemaschine hört zu. Sie wird auch bald gehen.
Möglicherweise ist die unerschütterliche Mittelmäßigkeit der deutschen Politik die einzige Konstante in Europa.
Sonnenbrandstudio. Mondstudio.
Es stellte sich heraus, dass die Quelle des kleinen Baches ein Wasserhahn war.
Spiegelei – komisches Wort. Schließlich kann man sich doch gar nicht darin sehen. Laut Wikipedia könnte es vom spiegelnden Glanz des Dotters kommen. Überzeugt mich nicht. Wie wäre es mit Sonnenei? Passt doch viel besser. „Sunny side up“ heißt es ja auch in Amerika.
Idee für einen gesellschaftskritischen Thriller: eine Gruppe marxistischer oder anarchistischer Börsenspezialisten erwirtschaften an den Kapitalmärkten rund um den Globus Milliarden, „böse“ Spekulanten und unsympathische Investmentbanken verlieren viel Geld. Die roten Zocker wollen aber nicht reich werden, sondern verteilen ihre Gewinne an die Armen. Umverteilung mit den Mitteln des Neoliberalismus. Es nimmt immer größere Ausmaße an und das ist natürlich dem verlängerten Arm des Konzernkapitalismus, also der US-Regierung, der CIA und anderen militanten Gruppierungen, ein Dorn im Auge. Die Börsenpiraten operieren von Havanna aus. Hier kommt es zum Showdown.
Kennen Sie das Bier von Yuengling? Klingt chinesisch, oder? Es ist die älteste Brauerei Amerikas und dahinter verbergen sich deutsche Einwanderer. Jüngling. Ganz einfach.


Ich esse auch, wenn ich irgendwo zu Fuß unterwegs bin. Dabei fällt natürlich gelegentlich was runter und darum folgen mir Eichhörnchen, Waschbären und Möwen auf Schritt und Tritt.
Wo bleibt die Osterhäsin und die Weihnachtsfrau? Die Genderia wird nachlässig.
Frühlingsanfang im Hunsrück: Auf unserem Dach brüten Pinguine.
Politiker leiden unter einer besonderen Form des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms. Wenn sie nicht genug Aufmerksamkeit bekommen, erzählen sie irgendeinen Schwachsinn, um in die Schlagezeilen zu kommen.
Eigentlich müsste es ja Meanstream-Medien heißen. Mean im Sinne von niederträchtig, fies, gemein und erbärmlich.
New Order - Everything's Gone Green. https://www.youtube.com/watch?v=q5LqrBgEslM

Das Buchcover des Monats.

Montag, 26. März 2018

Eine steile These

Das Internet ist eine Jauchegrube für Wut, Hass und Frustration geworden. Es gibt natürlich auch die freundlichen Ecken im Netz. Aber sobald es um Politik geht, ist das Internet schlimmer als jeder Haufen Autofahrer in einem Fünf-Stunden-Stau.
Das Internet ist zum Ventil geworden. Hier schreie ich heraus, was ich meiner Kanzlerin, meinem Boss oder meinem Nachbarn gerne mal sagen würde. Natürlich gibt es auch außerhalb des Internets Aggressionen. Gewalt in der Familie, Ausraster am Arbeitsplatz, Amokläufer in Schulen.
Aber – und das ist meine steile These – ohne das Internet wären der Zorn und die Gewalt noch viel mächtiger, als sie ohnehin schon sind. Das Internet ist eine notwendige Erfindung des neoliberalen Zeitalters. Ohne dieses Ventil hätte der enorme Druck in der Leistungsgesellschaft, der Zeitdruck durch die permanente Beschleunigung in Technik und Wirtschaft, längst sehr viel mehr zerstört.
Der Kapitalismus braucht Facebook. Er braucht die sozialen Medien, um den Druck aus dem Kessel zu nehmen. Sonst wäre er schon geplatzt.

Die Zerstörung der Solidarität

Du willst die Solidarität einer Gruppe zerstören? Dann versetze sie in Angst. Bring sie in den Rette-sich-wer-kann-Modus. Bei Gefahr ist jeder sich selbst der Nächste.
Du willst die Solidarität von Arbeitnehmern kaputt machen? Arbeitslosigkeit ist dein Tool. Yes! Und wer arbeitslos wird, stürzt in die gesellschaftliche Hölle namens Hartz IV. Schon kämpfen sie untereinander noch um den miesesten Job. Lass die Müllmänner im Assessment Center gegeneinander antreten. In deiner Abteilung machst du mit jedem Mitarbeiter ein jährliches Bewertungsgespräch und vergibst unterschiedliche Noten. Mach die Noten öffentlich. Mach es wie die Unternehmensberatungen, die jedes Jahr einen bestimmten Prozentsatz am Ende der Skala feuert. Mach Sendungen im Fernsehen, die dieses Gefühl in jedes Wohnzimmer tragen. You’re fired!
Bleiben wir bei Trump, der dieses Spiel perfekt inszenieren kann. Du willst die Solidarität von Staaten unterminieren? Kündige Strafzölle für alle an und lasse sie dann einzeln bei dir ankriechen. Sie werden um Ausnahmen betteln. Es gibt keine gemeinsame Front im Handelskrieg mit den USA, es gibt keine Regeln für den Welthandel, die man bei der WTO einklagen kann. Jeder kämpft nur noch für sich selbst.
Du willst die Ärmsten der Armen gegeneinander ausspielen? Oder Deutsche gegen Einwanderer? Erzähle ihnen, es gäbe bei der Essensausgabe nicht genug für alle. Manche Menschen bekämen kein Essen mehr. Schon fallen sie in ihrer Angst übereinander her. Wissen Sie übrigens, wer von den Tafeln die besten Sachen bekommt? Raten Sie mal! Die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Ein Bekannter von mir wohnt neben einer Familie, dessen Oberhaupt eine Tafel organisiert. Jeden zweiten Tag kommt der Bus der Tafel und Lebensmittel werden bei ihm ausgeladen. Oder dachten sie, die Mitarbeiter der Tafeln gehen noch einkaufen?
Verschone mich, O Herr – und zünde das Haus meines Nachbarn an. Die menschlichen Instinkte sind immer noch auf Primatenniveau. Man kann auf dieser Klaviatur jederzeit die alte Melodie spielen. Angst statt Argumente. Letzten Endes läuft Herrschaft auf dieses Prinzip hinaus.
Theme from S.W.A.T. https://www.youtube.com/watch?v=LHDg96-ZN_U

Im Zentrum der Stille

In der Abenddämmerung sehen wir die Silhouette der alten Festung, die sich über der Stadt erhebt. Auf ihren Zinnen weht das Reichsbanner, ein schwarzer Adler auf goldenem Grund. Es ist still geworden, die Straßen leeren sich, der Arbeitstag neigt sich dem Ende zu. Nur vor der Festung harren noch Dutzende Kamerateams und hunderte Reporter aus.
In den Gemächern ist kein Laut zu hören. Stumm schleichen einige Dienstboten durch die Gänge. Es wird Staub gewischt, Wachen stehen an den Eingängen der Prunksäle. Kein Telefon läutet, kein Fernseher läuft, niemand spricht. Der junge Adjutant in hellgrauer Uniform kennt den Weg durch die endlosen Zimmerfluchten.
Die Kaiserin liegt in ihrem Schlafzimmer auf dem Bett. Ihre Augen sind geschlossen, sie bewegt sich nicht. Schläft sie nur oder ist sie schon tot? Der Adjutant wird ins Zimmer geleitet. Der Arzt, der am Bett der alten Dame Wache hält, schüttelt nur den Kopf. Der Adjutant nickt ihm zu. Er hat verstanden und verlässt die Festung wieder.
Wann wird die Kaiserin sterben? Seit Monaten, vielleicht seit Jahren warten die Menschen auf eine Veränderung ihres Zustands. Hoffnung auf Genesung gibt es längst nicht mehr. Es ist, als sei sie, als sei das ganze Land verwunschen. Die Nekrologe sind längst geschrieben, die Sondersendungen sind fertig. Wann werden wir durch ihren Tod erlöst?

Sonntag, 25. März 2018

Schuld und Zufall

„Freiheit ist unteilbar – entweder ihr habt sie ganz, oder ihr seid nicht frei.“ (Martin Luther King)
Lara lebt in Shmankville/Ohio. Sie leidet an Burnout und bekommt ein Medikament verschrieben. Trotzdem geht es ihr nicht gut. Ihr Mann, nennen wir ihn Joe Tubble, ist ein Investmentbanker. Weil er seiner Frau aus dem Weg gehen will, arbeitet er immer länger, er nimmt Koks und bleibt bis Mitternacht in seinem Büro.
Da entdeckt er bei einer Internetrecherche – er weiß selbst nicht, wie er darauf gekommen ist – eine kleine Maschinenbaufirma, nennen wir sie Fritz Müller KG, in Wichtelbach. Er überredet den Boss von Shlingdingaling Global Investment, die Firma zu übernehmen. Die Patente der Fritz Müller KG werden an die Chinesen verkauft, die Produktionsanlage an die Russen und die Belegschaft wird entlassen.
Wanja Nothgroschen, der Prokurist, verliert seinen Job und wird depressiv, als er ein Jahr später Hartz IV-Empfänger wird. Er begreift nicht den Zufall dieser Handlungskette, sondern interpretiert seine Situation als Urteil der Schicksalsgötter, so wie alle Menschen gerne die schmeichelhafte Lüge vom persönlichen Schicksal glauben. Sie wollen nicht erkennen, dass das Leben aus Zufällen besteht und nehmen lieber die „Schuld“ auf sich, nicht leistungsfähig genug gewesen zu sein.
Heaven 17 – Song With No Name. https://www.youtube.com/watch?v=8s-liPuUv4I

Brauseverkäufer in London, 1900.

Kiddie Ride 2





Zum Abschluss das Sondermodell "Trabant" aus der DDR. Danke an Leser-Reporter Harri.

Samstag, 24. März 2018

Veränderungen

Zum ersten Mal in diesem Jahr sitze ich bei offenem Fenster am Schreibtisch. Das Sonnenlicht blendet mich fast, es zeichnet scharfe Schatten um das Notebook, die Stifte und die Boxen. Ich höre Vogelgezwitscher, dann eine Bohrmaschine, einen Hammer und wieder die Bohrmaschine. Das Dorf erwacht aus seinem Winterschlaf. Zwei Männer reden. Ich verstehe sie nicht, aber die Stimmen hören sich nach guter Laune an. Einmal ein unbändiges Lachen. Dann eine helle Kinderstimme. Eine Hummel brummt vorbei. Sogar der erste Schmetterling taumelt übermütig wie ein betrunkener Teenager vorüber.
Ein Neuanfang. Wäre er nur überall möglich. Ich habe eine Idee. Wenn man einem Menschen sagt, er habe wegen einer schweren Krankheit nur noch ein Jahr zu leben, wird er die verbleibende Zeit anders nutzen als zuvor. Er wird seine Alltagsroutinen hinterfragen, er wird sehr bewusst das Unwichtige vom Wichtigen trennen. Er wird auf überflüssige Lügen, auf schwachsinnigen Konsum und vermutlich auf seinen Job verzichten, wenn der Job ihn nicht glücklich gemacht hat. Was ist, wenn man der ganzen Menschheit sagt, sie habe nur noch ein Jahr zu leben? Meteor. Außerirdische. Seuche. Keine Ahnung. Sie müssten es nur glauben. Wenn wir alle nur noch ein Jahr zu leben hätten, würden wir uns ändern.
So wird es bald wieder vor meinem Schreibtisch aussehen.

Old Frisco

„Wieviel Wüste gibt es auf diesem Gestirn, dessen Gäste wir sind, ich habe es nie vorher gewusst, nur gelesen; nie erfahren, wie sehr doch alles, wovon wir leben, Geschenk einer schmalen Oase ist, unwahrscheinlich wie die Gnade.“ (Max Frisch: Stiller)
Ich bin mit einem Freund im alten Teil von San Francisco unterwegs. Schöne alte Steinbauten in spanischem Stil, die Straßen wirken europäisch. Sogar die Gleise der Straßenbahn, die längst nicht mehr fährt, sind noch zu sehen. Das neue San Francisco ist ein Meer von Hochhäusern aus Stahl und Glas, das sich über die ganze Halbinsel und die Bucht erstreckt.
Wir stellen den Wagen ab und schlendern eine Straße entlang, die voller Bars und Geschäfte ist. Überall stehen junge Leute in Gruppen herum. Ich sehe schulterlange Haare, Wildlederjacken, Halsketten und Turnschuhe, aber keinen einzigen Schlips oder irgendetwas, das nach langweiliger Arbeit im Büro aussieht.
Wir betreten einen Buchladen. Die jungen Leute sehen uns an. Es ist mit Händen zu greifen, dass sie uns Stoff verkaufen wollen. Ich habe das Gefühl, jeder ist hier auf Drogen. Ich nehme mir ein Buch und schlage es auf. Zu meiner Überraschung ist es ein Atlas. Aber die Länderbezeichnungen stimmen nicht. Es gibt überhaupt keine Grenzen und das Wort Deutschland sehe ich dort, wo eigentlich Tunesien ist. In Mitteleuropa sehe ich Worte, die ich noch nie gelesen habe.
Wir gehen zurück auf die Straße, wo uns ein Dealer im Rollstuhl anquatscht. Seine Zähne leuchten hellblau, als hätte er sich LED-Dioden eingebaut. Ich schüttele nur den Kopf. Wir gehen in eine Show. Für wenige Dollar ein Riesenprogramm, Akrobaten, Tänzerinnen, Feuerschlucker. Wir fragen uns, wie sich dieser Stadtteil überhaupt finanziert. Nachdem die Lichter im Saal nach der Show angegangen sind, beschließen wir, in Frankys Diner zu gehen. Er wird es uns sagen.
Während wir unsere Burritos verdrücken, erklärt mir mein alter Kumpel Franky, wie der Laden in Old Frisco läuft. Das echte Geld wird hier mit Drogen und Glücksspiel gemacht. Der Boss heißt Rico. Er kontrolliert das Geschäft. Seine Spezialität ist es, Leuten die ihn geärgert haben oder bescheißen wollten, einen Finger abzuhacken. Die Finger seiner Feinde lässt er in winzigen Särgen beerdigen. Es heißt, der Golden Gate Park sei übersäht mit diesen Grabstellen.
Frank Zappa - Yo Mama. https://www.youtube.com/watch?v=U38_buPdNiI

Kiddie Ride

Erfunden wurde das Gerät 1930 von James Otto Hahs aus Sikeston, Missouri. Amerika, na klar! Deswegen machten die Kinder den ersten elektrischen Ritt der Weltgeschichte auch auf einem Pferd. Später kamen dann natürlich die Autos dazu.

Freitag, 23. März 2018

Manöverkritik Flatter/Feynsinn/Duke/Erdmann

Der Betreiber des Blogs „Feynsinn“, nach eigenem Bekenntnis „Marxianer“, aber kein Marxist, hat eine Kritik von Lapuentes Buch „Wenn die Rechten rechts sind, sind die Linken links“ geschrieben und wurde zur Strafe zu einer Skype-Konferenzschaltung gebeten, wo wir feststellen mussten, dass beide nur gebrochen Hochdeutsch können. Anyway.
Nach dem Verriss von Linksaußen Flatterinho (Roter Stern Bochum) hatte ich mir eine harte Auseinandersetzung zwischen angepassten Linken (Lapuente) und knallharten Linken („Duke“ – merkwürdiger Name … alter roter Landadel) erhofft. Es wurde ein Sonntagsnachmittagsgeplauder bei koffeinfreiem Kaffee und kuchenfreiem Kuchen. Man schmierte sich Honig ums Maul und Moderator Wellbrock (Schlafes Bruder) von den Auenlandgesellen war vom ersten Augenblick an auf Seiten seines Arbeitskollegen Lapuente.
Lapuente überraschte nicht. Die Linke als Heilsalbe für die Wunden, die der Raubritterkapitalismus schlägt. Besser als nix. Besser als nur rumsitzen und reden. Dann verlängern wir das Elend einfach in die Zukunft mit BGE, Fairtrade und SPD.
Flatterinho überraschte. Schwach, maulfaul und harmoniesüchtig. Absage an jede Form der Revolution. Da öffnen sich gelegentlich Zeitfenster, in denen Texte möglicherweise etwas bewirken, träumt er vor sich hin. Vor Schreck bleibt mir eine Auster in der Kehle stecken, während ich meinem Broker Anweisungen für meine nächsten Investitionen gebe. Keine Erwartungen, keine Ideen. Fragen, aber keine Standpunkte.
Es war tatsächlich außerirdisch, wie leicht man die Konifere der roten Netzkolchose von Kleinbloggersdorf auf das dünne Eis sozialdemokratischer Belanglosigkeiten führen konnte. Und siehe da: das Eis hielt. Gewogen und für zu leicht befunden. Daher war dieses Gespräch schon ein Menetekel für die Zukunft der linken Linken - um ein letztes Mal den albernen und für eine seriöse Analyse völlig untauglichen Begriff der Gaulandgeprellten zu verwenden. Wenn wir in dieser lauwarmen Plauderstunde das ganze Spektrum der Linken gesehen haben, sollten wir alle Hoffnung fahren lassen. Danke für nichts.

Auf zur Kirmes!









Mainzer Rhein-Frühling
24. März bis 8. April 2018
Mainzer Rheinufer - zwischen Kaisertor und Kurfürstenbrunnen
Alle Bilder von unserem Leser-Reporter Frank Schönhals.

Wie heißen diese Dinger eigentlich?

„Was ist eigentlich alt? Was jung? Jung, wo die Zukunft vorwaltet; alt, wo die Vergangenheit die Übermacht hat.“ (Novalis)



Gute Frage. Wie heißen diese Dinger eigentlich? „Gute Frage“ ist die Standardantwort, wenn man etwas nicht weiß.
Jeder von uns hat auf ihnen gesessen. „Mami, Mami, darf ich?“ Wir haben alle unsere Mütter genervt, wir haben gequengelt und gebettelt. Sie auch! Sie ganz besonders! Es ist ein Groschengrab wie die Kaugummiautomaten. Auch damals kannten wir das Wort nicht. Der Wortschatz eines Kleinkinds ist beschränkt und man konnte so einfach mit dem Finger drauf zeigen, wenn man mit seiner Mutter Einkaufen war.
Kinder-Fahrautomat – das ist der korrekte deutsche Fachausdruck. Natürlich ist der entsprechende Anglizismus viel cooler: Kiddie Ride. Ab heute mache ich mit Ihnen, liebe Lesende, eine kleine Reise durch die Welt der Kiddie Rides.



Harold Melvin & The Blue Notes - The Love I Lost. https://www.youtube.com/watch?v=STs1QlyawpY

Donnerstag, 22. März 2018

Bööönetti – sein neues Buch ist ein Must-Have


Blogstuff 205
„Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, ich halt sie arm.“ (Reinhard Mey: Sei wachsam)
Meine Vision für 2021: Schwarz-Braun übernimmt die Regierung. Jens Spahn & Alice Weidel. Schade, dass beide homosexuell sind. Sie wären wie Marianne & Michael, sie wären das Traumpaar des Neofaschismus. Zusammen sind sie so glaubwürdig wie ein Blinder mit Armbanduhr.
Andy Bonetti ist aufgrund einer psychischen Dauerstörung nicht in der Lage, Mitgefühl für Menschen zu entwickeln, die arm und erfolglos sind. Er kann nichts für seine Arroganz. Seine Werke zu kritisieren ist daher Ableismus, genauer gesagt: Mentalismus. Da er auch noch übergewichtig ist, fällt jede Form von Widerspruch unter die Rubrik Fat Shaming. Wir sollten grundsätzlich das Gespräch mit Andersdenkenden meiden. Es reicht, wenn wir ihre Meinungen auf den digitalen Scheißhauswänden wie Facebook lesen müssen.
Der Kampf um eine geschlechtsneutrale Sprache ist erst am Anfang. Es reicht nicht, offensichtlich sexistische Begriffe wie Mitglied oder Sackgasse aus unserem rhetorischen Alltag zu verbannen. Was ist mit eindeutig phallischen Buchstaben wie dem kleinen L, dem kleinen B oder dem kleinen D? Denken Sie auch an das große I. Das kleine I sieht aus, als würde ein Mann ejakulieren. Das ist widerlich. O und B sind im Gegensatz dazu eindeutig weiblich und könnten von empfindsamen Seelen durchaus als sexuelle Belästigung empfunden werden. Genderneutral sind hingegen das X und das Z.
Neujahrsempfang irgendwo in Berlin. Wir haben alle schon einen im Tee, da spricht mich der Bezirksbürgermeister, Mitglied der SPD, an. Er schlägt leise, im Tonfall eines Verschwörers, vor, Flaschendrehen zu spielen. Sein Blick ruht dabei auf einer attraktiven Kommunalpolitikerin. Ich sage: „Da muss aber einer von uns beiden in die Mitte.“ Es dauert eine Weile, bis er die Pointe versteht. Er geht weiter und hat mich seitdem nie wieder gegrüßt, obwohl wir uns noch häufig begegnet sind.
Entfesselter Finanzkapitalismus my ass. Die Bonetti-Bibel wird jetzt auch an Grundschulen verkauft.
Ich finde, ein Nutella-Brot schmeckt auch ohne Brot ganz gut.
Ich sehe mich in einer amerikanischen Talkshow, so etwa in zwanzig Jahren, wenn ich endlich Erfolg habe bzw. gehabt haben werde (das Futur II wird gerne unterschätzt). Lässig fletze ich mich in den Sessel, schaue mitleidig auf den jungen Moderator, platze fast vor Selbstgerechtigkeit und komme mir vor, als hätte ich ein Gehänge wie ein Lipizzanerhengst. „Ja, damals in 2018 habe ich praktisch nichts verkauft, aber ich habe nie an mir gezweifelt. Heute setze ich allein mit den T-Shirts zu meinen Büchern Millionen um. Aber der ganze Erfolg hat mich nicht verändert. Als ich neulich meinen neuen Flagship-Store in Nairobi eröffnet habe …“
Hätten Sie’s gewusst? Ab minus zehn Grad Außentemperatur funktioniert das W-LAN nicht mehr.
Ihr Mann war etwas Altes, etwas Merkwürdiges, etwas Nutzloses, das komisch roch, als hätte sie es am Straßenrand gefunden.
Die Eskimos haben nicht viel zur Kultur der Menschheit beigetragen. Das Iglu hat sich nicht durchgesetzt, das Aneinanderreiben der Nasen und das Seerobbenschnitzel auch nicht.


Herbstlaub Laubherbst
Sonnenschein Scheinsonne
Lebenstraum Traumleben
Geldschein Scheingeld


S.O.S. Band - Just Be Good To Me. https://www.youtube.com/watch?v=RCcg7ctrC4w

Mittwoch, 21. März 2018

Frühling



Es gibt viele Dinge, die wir mit dem Frühling verbinden: Müdigkeit, Hausputz und der Geruch geschlechtsreifer Sträucher.
Ich denke nur an das Eine:



Ruhrpott-Sonderedition: Die Welt der Büdchen

Es ist ein melancholischer Ort. Nieselregen, Montagmorgen, Jogginghose. Du stehst allein am Büdchen und trinkst ein Bier. In den neunziger Jahren war ich oft in Duisburg. Anfangs in Marxloh, später in der Nähe des Hauptbahnhofs. Ein Kumpel hat 18 Semester an der Gesamthochschule studiert, ohne je einen Schein gemacht zu haben. Büdchen-Feeling, Kernkompetenz des Ruhrgebiets.



Bochum. Quelle: Anton Tripp.



Duisburg. Quelle: Tata Ronkholz.



Hinterzimmer eines Büdchens. Quelle: Brigitte Kraemer.



Oberhausen. Quelle: Tata Ronkholz.

Dienstag, 20. März 2018

Urlaubsvertretung für Ackerboy - Reoladed


Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit. Pankow ist überall.



Darf man einen Minister abtreiben? Und darf man Werbung dafür machen? Brisante politische Fragen.



Der unvermeidliche Catcontent. Sie wollen es doch auch!

P.S.: Ackerboy erfreut sich bester Gesundheit und pausiert noch ein wenig.