Mittwoch, 29. Juni 2016

Die Abenteuer von Eike, dem kleinen Eierbecher 3

„Echte Revolutionäre sind die, die nichts zu verlieren haben.“ (Michail Aleksandrowitsch Bakunin)
Es war tiefe Nacht, als das Segelschiff anlegte. Über dem Hafen funkelten die Sterne, denen die Bewohner dieser alten Stadt noch keine Namen gegeben hatten.
Am nächsten Morgen drängelten sich die Menschen am Pier und sahen zu, wie kostbare Schätze aus fernen Ländern von Bord getragen wurden.
Ganz am Ende verließ ein Paar das Schiff: Eike und Eileen, die beiden kleinen Eierbecher. Sie gingen durch die Stadt, deren Häuser alle weiß gestrichen waren. Die Menschen hatten keine Haare auf dem Kopf und machten allesamt einen korpulenten Eindruck.
In der Ferne sahen sie zwei riesige Türme. Auf einem Turm war ein P, auf dem anderen ein S. Sie beschlossen, zu diesen Türmen zu gehen. Es stellte sich heraus, dass sie zu einer Kirche gehörten, in deren Innerem ein silberner Löffel verehrt wurde.
Vorsicht, ihr kleinen Eierbecher. Hier droht Gefahr! Oder ist es eine Welt, in der Eierbecher respektiert und voller Hochachtung in den Kreis der Gemeinde aufgenommen werden?
Wir haben keine Zeit für diese Frage, denn in der Hochgeschwindigkeitsserie um Eike, den Eierbecher (in Amerika heißt die Serie übrigens „The marvellous adventures of Ike the eggcup“) geht es weiter mit:

Die Abenteuer von Eike, dem kleinen Eierbecher 4
Aufgekratzt wie Edmund Stoiber nach drei Runden Auto-Scooter hielt Eike den Kopf aus dem Fenster. Der Fahrtwind kitzelte ihn und er schrie vor Glück. Zusammen mit Eileen war er auf dem Weg …
Nach Venedig? In die Rummelsburger Bucht? Zur Blue Man Group?
Was passiert als nächstes?
Erzählen Sie es mir! Erzählen Sie es uns allen!
Lassen Sie die Rolle als passiver Zuschauer hinter sich!
Sie sind kein Konsument!
Herunter von der Tribüne!
Wie geht es weiter?
Wenn Sie nicht mitmachen, werden Eike und Eileen sterben!
Na los!!!
Metallica - Hero Of The Day. https://www.youtube.com/watch?v=CBJey2dkiAI

Kommentare:

  1. Ich habe letzte Nacht von einem laufenden Eierbecher geträumt.

    Gut, ich habe zwar seit 4 Tagen eine Scheiß-Grippe und immer noch Fieber, aber ich kriege langsam Angst, wenn ich den Kiezschreiber aufrufe. Was passiert als nächstes?

    Tanzende Walrösser, die mir Nächtens Wurst verkaufen wollen und beim Herausgeben hemmungslos bescheißen?

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    1. Tanzende Walrösser ... Wurst ... hmh ...

      P.S.: Gute Besserung, Ally.

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  2. … zu einer Stadt auf einem langgestreckten Hügel, die bereits in der Ferne gülden leuchtete. Ein Priester der Ecclesia cochleari argentum, der ihrer beim Frühschoppen ansichtig geworden war, hatte ihnen einen Zettel mit einer Adresse zugesteckt. »Gehet dort hin! Steiget hinab die Treppe, die Ihr dort finden werdet und klopfet drei Male lang und viel mal kurz und so wird Euch geöffnet werden. Luja!«

    Bevor sie sich hatten bedanken können, verschwand der freundliche Geistliche und hinterließ nur eine zarte Duftwolke, die ein wenig an Berentzen Bommerlunder gemahnte.
    Gab es etwas hoffnungsfroheres als dieses ausgezeichneten Omen? Eileen umfaßte ihren geliebten Eike um die Hüfte und zusammen näherten sie sich der Verheißung.

    »Wir bitten alle Fahrgäste hier auszusteigen – ja, auch ihr kleinen Eierbecher dort -, der Zug endet hier! Sänck ju tu träffel wiss se bommelbahn und jetzt alle raus hier!«
    Eike und Eileen betraten den Bahnhof. Offenbar schienen sie die einzigen Fahrgäste gewesen zu sein. Nur ein paar leblose Gestalten lagen auf den Bänken, mit komischen Mützen und Fähnchen in den Händen. »Wirsssssch wernnn Meischtr un wennnnn aallsch zusammmflt«, lallte einer von ihnen, bevor er weiter schnarchte. Eine himmlische Ruhe lag über der Szene.

    Vor dem Bahnhofsgebäude lungerten ein paar Sicherheitsbeamte herum, die ihnen freundlich die Richtung wiesen, die sie zur angegebenen Adresse einzuschlagen hätten. Ein nettes Land, nette Beamte: »Immer die Straße herunter! Etwa eine Meile und dann fragt weiter!« Der kurze Weg erschien den beiden wie Schlafwandel. Sonne beschien die gefegten Gehwege, deren Randsteine fast wie Silber glänzten – so ordentlich und sauber war alles. Eike blieb sinnend vor einem kleinen Haufen von Hundescheiße stehen. »Sowas aber auch!« und er nahm mit Hilfe des Zettels die Verunreinigung und beförderte sie in einen Gulli. »So ist es besser!« bemerkte er stolz und Eileen sah mit stillem Stolz zu ihm auf.

    Eine freundliche Dame, die ihnen plötzlich den Weg versperrte, lächelte sie an. »Wir haben Euch erwartet. Ihr sucht „die Treppe“? Beinahe wäret Ihr daran vorbeigelaufen.« Sie lachte laut und aus irgend einem Grunde schauderte Eike dabei. Hörte er einen Hauch von Falschheit? Nein. Die alte Frau umfasste die beiden Eierbecher zärtlich und rollte sie in Richtung der verkündeten Treppe.

    Die beiden stiegen hinab und am Ende angekommen, sahen sie eine mit schwarzen Lederbändern umfasste Tür, die mit silbernen Nieten verziert war. Sie sahen sich an und Eileen fasste sich ein Herz und klopfte drei Male lang und viel mal kurz, genau so wie ihnen befohlen war.
    Nach einer kurzen Zeit hörten sie das Geräusch von Stiefeln und die Türe öffnete sich. »Ah, da sind ja unsere Gäste! Willkommen im Darkroom 21. Hier entlang, wenn ich bitten darf – fühlt Euch wie zu Hause!« Sie gingen mit ihrem Begleiter den schwarzen Flur entlang. Durch die halboffenen Türen sahen sie Andreskreuze, Streckbetten, Gitter an den Wänden und eigenartige Geräusche hallten durch das Gemäuer.

    Eike sah Eileen mit großen Augen an. »Woher wußten sie… ?« Sie hatten nun eine verschlossene Türe erreicht, die ihnen aufgeschlossen wurde. »So, das ist jetzt für die nächsten Stunden Euer kleines Reich. Wünsche gute Verrichtung!« Hinter den beiden erwatungsfrohen Eierbechern schloss sich mit hartem Geräusch die Tür. »Eileen!« »Eike!« Die beiden umarmten sich und Eike schob seine geliebten Eierbecher an die gegenüberliegende Wand, an der ein paar eiserne Ringe befestigt waren.

    Die Seile aus dem Regal fixierten die stöhnende Eileen, die sich, gefesselt um die schmale Verengung über ihrem Fuß, in ihren Fesseln wandt. Ein unterdrückter, lustvoller Schrei, als Eike ihr ein Ei in die zitternde Öffnung stülpte und das lüsterne Grunzen, als er sich ihr mit dem silbernen Eierlöffel näherte…

    Der Nächste bitte!

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    1. Respekt! Ich glaube, ich habe einen würdigen Nachfolger für das Kiezschreiber-Blog gefunden. Wie soll ich diese Story noch toppen???

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    2. Nicht toppen: Irgend ein Trottel muß sie weiterschreiben, oder habe ich da was falsch verstanden?
      Also hinterläßt man ihm/ihr ein eine Vorlage, bei der… wie beim Mikado eben. Schade, daß Tikerscherk nicht hier ist oder Mitzi. Die würden bestimmt was draus machen.
      Einen schönen Tag noch. Ich werd man mit dem Motorrad ein Glas Riesling jagen fahren
      Gruß

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    3. Viel Spaß und viel Erfolg bei der Jagd. Ich war gerade im Jägerhaus im Binger Wald essen. Terrasse mit schöner Aussicht. Der Tag ist ja wie gemalt ;o)

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    4. Beim Mikado war ich kraft meiner Motorik nie gut und Trottel? Zottel schon eher. Und essen muss ich jetzt auch, außerdem bin ich weder die eine noch die andere genannte.

      Viele Worte für den Satz: Ich passe. Trotz Pantoufles schöner Vorlage.


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  3. Ich halte es für moralisch verwerflich, dass hier Leute mit der Drohung "ansonsten sterben zwei junge Eierbecher" zum Schreiben gezwungen werden. Herr Bonetti, ich appelliere an Sie: Lassen Sie Eike und Eileen frei und unversehrt! Nein... nicht den großen Hammer! Nein!
    Wer kehrt jetzt die Scherben auf?

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    1. Die Idee hatte ich von "National Lampoon". Die hatten mal ein Cover, wo einem Hund eine Pistole an den Kopf gehalten wurde. "Wenn Sie dieses Heft nicht kaufen, erschießen wir den Hund." Das Medienbusiness ist halt brutal ;o)))

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  5. Gerade als Eike den silbernen Löffel seiner Bestimmung zuführen wollte, wachte er auf. Eileen lag neben ihm in unruhigem Schlaf, sie machte komische Geräusche. Kein Wunder, dass im Schlaf seine Phantasie mit ihm durchgegangen war.

    Eine merkwürdige kleine Person, die kleine Eileen. Nicht ganz mein Typ, dachte er, während er sie betrachtete. Aber weibliche Eierbecher sind so selten in freier Wildbahn zu finden, da darf man nicht lange fackeln.

    Er stellte sich vor, wie sie ihr neues Leben in Helmstedt gestalten würden. Er hatte sich immer danach gesehnt, eine Karriere als Bademeister. Bademeister dürfen den ganzen Tag brüllen und am Beckenrand herumstolzieren, jeder hatte Respekt vor ihnen. Und er könnte seinen tollen Körper zeigen, den ganzen lieben langen Tag lang. Vielleicht würde Tikerscherk auch mal ein Foto von ihm machen und seinen Astralleib in ihrem Blog veröffentlichen. Dann wäre er weltberühmt.

    Eileen würde ein Nagelstudio eröffnen, das hatte sie ihm vor dem einschlafen erzählt. Sie überlegte sogar, Permanent Make up anzubieten, da hatte sie jedes Jahr zu Ostern schon eine Menge Eindrücke sammeln können. Das würde in Helmstedt einschlagen wie eine Bombe. Sie hatte auch schon einen Namen für Ihr Geschäft: "I Brush"

    Eike hielt Eileen ein bisschen die Nase zu, damit sie aufhörte zu schnarchen. Sie wachte auf und sah ihn ganz verliebt an. "Du, Eike, vielleicht lerne ich noch tätowieren. Sowas kennen die in Helmstedt doch gar nicht."

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    1. Sehr schön. Danke! Helmstedt ist ja seit der Wiedervereinigung literarisch völlig in Vergessenheit geraten ...

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    2. Nicht wahr? Der letzte Ort vor der Ostzone. Heiß ersehnt auf dem Rückweg, alle Träume gingen in Helmstedt in Erfüllung. Das waren Zeiten...

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    3. Checkpoint Alpha. Der Grenzübergang Dreilinden war Checkpoint Bravo. Heute kennen alle nur noch den Checkpoint Charlie.

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  6. Das ist sooo mies, das in eine Traumsequenz einzudampfen! Aber natürlich nicht verboten… grummel! So ähnlich wie total völlig aus Versehen gegen Tisch mit den Mikadostäbchen zu rumpeln.

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    1. Das war gemein, ich weiß. Aber das sollte dich nicht hindern, die beiden wieder auf den rechten Pfad zu bringen. In Helmstedt herrscht Weltniveau, ganz sicher, in mehrlei Hinsicht.

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    2. Nächste Woche geht es weiter - und ganz anders als ihr denkt! Glamour, Aufregung, Tragik. Alles ist dabei.

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    3. Erst nächste Woche? Das muss schneller gehen.

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    4. Möglicherweise sickern vorher schon pikante Details an die Boulevardpresse durch?

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