Freitag, 29. April 2016

Neues aus Packstadt

„SPD: Sozialabbau und Altersarmut an einer Essenz aus Dilettantismus und Lahmarschigkeit.“ (Lupo Laminetti)
Um die Politik der SPD zu verstehen, muss man den euklidischen Raum unserer alltäglichen Anschauung verlassen und sich beispielsweise mit dem Begriff der riemannschen Mannigfaltigkeit befassen. So kann die kürzeste Strecke zwischen zwei unterschiedlichen Punkten nicht die Gerade, sondern eine gekrümmte Kurve sein. Nehmen wir die Rentenpolitik: Da wird das Rentenniveau auf 43 Prozent des Nettoeinkommens abgesenkt und die Versicherungswirtschaft mit der Riester-Rente auf neue Höhen geführt (das sogenannte Maschmeyer-Axiom), um dann in Tippelschritten (Mütterrente, Lebensleistungsrente usw.) für Kleinstgruppen, die mit einer aufwändigen Bürokratie erst ermittelt werden müssen, wieder um geringe Beträge angehoben zu werden, derweil aber der siebzigste Geburtstag als Zeitpunkt für den Renteneintritt diskutiert wird.
Ähnlich wie Neil Armstrong ist Norbert Blüm mit nur einem Satz in die Geschichte eingegangen: „Die Rente ist sicher“. Die SPD hat sich beim Aufbau eines ganzen Kartenhauses aus leeren Versprechungen, gesellschaftsfeindlichen Gesetzen und Mauscheleien mit der Wirtschaft um Kopf und Kragen geredet. Wer dem großen Parteivorsitzenden nicht in den n-dimensionalen Raum der Sozialdemokratie folgen möchte, wird von „Porky“ Gabriel inzwischen einfach als „Pack“ bezeichnet. Dabei wäre die Lösung so einfach: sozialdemokratische Politik. Unter Willy Brandt lag der Spitzensteuersatz für die Beschäftigten bei 56 Prozent und die Unternehmen haben ihre Steuern nicht in Panama oder Luxemburg bezahlt, sondern an ihrem tatsächlichen Unternehmenssitz. Niemand hatte Angst vor Altersarmut, denn es gab Tariflöhne und keinen Niedriglohnsektor. Aber in der SPD ist Euklid leider nicht bekannt.
Was kommt nach dem Verfall der Volksparteien? Die Politik wird wie die Formel 1: Niemand versteht mehr die Technik, die in den Fahrzeugen steckt, und ein Haufen austauschbarer Deppen jagt sich gegenseitig mit rasender Geschwindigkeit auf einer medialen Kreisbahn.
P.S.: Als Gabriels Meisterstück geht sicherlich TTIP in die Geschichte ein. Wir sollen einen Vertrag unterschreiben, den wir aber auf keinen Fall vorher durchlesen sollen. Hatte der Mann keine Mutter, die ihm erklärt hat, dass man solche Verträge niemals unterschreiben darf?
Porky's Pledge of Allegiance. https://www.youtube.com/watch?v=33-5MbIE7eQ

Kommentare:

  1. Mich treibt das dumpfe Gefühl um, unsere Spitzengenossen sind noch nicht einmal anständig korrupt. Sie wollen einfach dazu gehören zu den besseren Kreisen, von denen sie doch weiter nur verachtet werden. Schröder hat seinerzeit sicher nicht gehandelt, wie er gehandelt hat, weil er lukrative Posten für seine Zeit als Ex-Kanzler vor Augen hatte. Er handelte so, weil er im Kreise der wirklich Mächtigen, der Finanz-Elite, der Wirtschaftsbosse mit Handschlag und freundlichem Lächeln begrüßt wurde, weil er Witze reißen konnte bei Häppchen und Sekt, weil daraufhin lauthals gelacht wurde. Weil er sich fühlen konnte als wäre er einer von denen. Und so wie Schröder sind sie alle. Politik ist das nicht. Das ist nur Kompensation eigener Defizite, eigener Komplexe, vielleicht eigener Verwundung. Aber sie merken es nicht. Hoffnungslose pathologische Fälle.

    AntwortenLöschen
  2. Siggi Pop ist halt ein einfacher Geist. Wenn er Stöckchen bringt kriegt er als Leckerli ein paar Arbeitsplätzchen. Die stupst er dann freudig auf dem Boden rum.
    @Fanderich: Die Härten und der bürokratische Irrsinn bei HartzIV sind der damaligen Stimmenmehrheit von der C?U im Bundesrat gestundet. Die beiden Namen dazu lauten Stoiber und Koch.

    AntwortenLöschen