Freitag, 10. Juni 2011

Die traurigen Kinder des Mauerparks

Wie man hört, soll die „Bürgerwerkstatt Mauerpark“ die letzte Ölung erhalten haben, weil die SPD im Senat keine neuen Fördermittel beschaffen konnte. Ist das notwendig? Muss sich die Bürgerwerkstatt auflösen? Müssen wirklich erst 200.000 Euro überwiesen werden, damit Bürger sich für den Mauerpark interessieren und engagieren? Warum arbeitet die Bürgerwerkstatt nicht einfach ehrenamtlich und ohne staatliche Alimentierung weiter wie all die anderen Bürgerinitiativen und Gruppen auch? Wieso braucht ein gutes Dutzend interessierter Bürger überhaupt so ein sündhaft teures Moderatorenteam und einen so üppig bezahlten Planungsapparat wie die Grün Berlin GmbH? Die Werkstattmitglieder könnten sich kostenlos in einem öffentlichen Gebäude (z.B. Schule oder Jugendzentrum) oder einem Gasthaus treffen, um zu diskutieren. Die „Kieze im Dialog“ als Bürgerwerkstattfortsetzung hat sich doch schon einmal auf dem Kinderbauernhof im Mauerpark getroffen - ohne Catering auf Steuerzahlers Kosten. Da bringt man sich eben seine Stulle und seine Thermoskanne Kaffee selbst mit, ist doch kein Problem. Papier und Stifte sind auch privat finanzierbar - und schon kann es mit der Planung weitergehen. Die Aktiven der Bürgerwerkstatt sind erfahren genug in diesen Dingen, sie müssen nicht warten, bis Vati Stadt sie an die Hand nimmt wie unmündige Kinder. Die Werkstatt sollte lernen, sich selbst zu organisieren. Die Passivität und die Anspruchsmentalität, mit der man jetzt Subventionen „von oben“ abwartet, ohne die angeblich die weiteren Gespräche eines Häufleins Bürger unmöglich sind, empfinde ich als peinlich und unreif. Macht euren Plan und kämpft dafür! Stattdessen wird die ganze Energie der Werkstatt für Arien des Selbstmitleids verschwendet. Statt rumzujammern wie ein altes Waschweib, würde ich die Energie lieber in die weitere Arbeit für den Park stecken.