Was
für ein Jahr. Januar: zwei Weisheitszähne gezogen. Februar: Grippe. April:
Einbruch – zum Glück war ich zuhause. Juli: Zusammenbruch bei 38 Grad auf
offener Straße. Den Sommer verbringe ich wie James Stewart in Hitchcocks
„Fenster zum Hof“, immerhin kann ich mich innerhalb der Wohnung am Krückstock
bewegen. Oktober: zwei Wochen im Krankenhaus der Hölle wegen eines Ödems. Und
einen Tag nach der Entlassung verursacht der defekte Spülkasten meines WC einen
Wasserschaden eine Etage tiefer. Der herbeigerufene Klempner verlangt tatsächlich
522 Euro für eine halbe Stunde Arbeit. Und ich Idiot habe studiert. Hoffentlich
übernimmt meine Privathaftpflicht den ganzen Spaß. Und 2026 ist noch lange
nicht zu Ende …
Ich
befinde mich augenblicklich in der Phase der Resignation. Ich spüre die Schläge
nicht mehr. Gestern habe ich ein Rezept für den Pflegedienst, der täglich mein
Bein bandagiert,, und Pflegemittel von meinem Hausarzt gebraucht. Exakt seit
gestern ist er im Urlaub. Na und? Die Leberzirrhose wird in ein paar Jahren meine
Geschichte beenden. Und wie kann man diese Unglücksserie nüchtern ertragen? Zum
Glück habe ich vor zwei Jahren ein wenig Geld geerbt, so dass ich unbeschwert dem
Tod entgegentanzen kann. Rein statistisch betrachtet habe ich achtzig Jahre.
Sechzig davon habe ich hinter mir, also drei Viertel. Bekanntlich ist das Alter
öde und voller Schmerzen. Das Beste habe ich erlebt, das kann mir keiner mehr
nehmen. Ich erspare mir den Rollator und Kreuzfahrten, Tanztees und Altersheim.
Alles fühlt sich frei und leicht an.
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