Er
hatte eine gute Nase. Wenn jemand furzte, wusste er, was er zu Mittag gegessen
hatte. Hier roch es nach Schweiß, Sauerkraut und Scheiße. Die übliche Berliner
Mischung.
Die
Sache mit Oberbaum stank von Anfang an zum Himmel. Er hatte den Auftrag
erhalten, ihn zu observieren. Ehebruch, dachte er, die alte Geschichte. Aber Oberbaum
lebte allein, verließ jeden Tag pünktlich um 17 Uhr das Büro und verbrachte
jeden Abend zu Hause. Kein Besuch, kein Feierabendbier in der Kneipe, nichts.
Oberbaum
arbeitete für eine Firma namens Internet International Informations. Außer ein
paar dürren Fakten auf der Homepage war im Netz nichts zu finden, keine
Presseberichte, keine Bilanzen oder Jahresabschlussberichte. Am Telefon gab er
sich gegenüber der Pressesprecherin des Unternehmens als Journalist aus. Man
hatte kein Interesse an Medienkontakten, die Sprecherin legte einfach auf.
Er
begann, die Namen der Vorstandsmitglieder zu überprüfen. Nichts im Netz. Er
rief einen Freund bei der Polizei an. Die Namen existierten nicht. Auch kein
Felix Oberbaum. Die Firma schien auch keine Kunden zu haben. Von was lebte I.I.I.?
Wie konnten sie überhaupt Gehälter zahlen? 140 Angestellte. Er gab einem
befreundeten Hacker den Auftrag, die Konten des Unternehmens zu überprüfen.
Keine Geldeingänge, keine Auszahlungen.
Am
Abend klingelte es an seiner Tür. Er öffnete und blickte in die Mündung einer
Glock.
„Kommen
Sie doch herein.“
Der
Mann folgte ihm schweigend.
„Scotch?“
Er
nickte. Dann setzte er sich in einen Sessel im Wohnzimmer.
Nach
dem ersten Schluck begann er: „Was wollen Sie von I.I.I.?“
„Ich
wüsste nicht, was Sie mein Auftrag angeht.“
„Sie sind in großen Schwierigkeiten.“
„Wer
sind Sie?“
„Das
ist eine Nummer zu groß. Die Firma gehört uns. Dort parken wir Mitarbeiter, die
im Augenblick nicht für einen Einsatz gebraucht werden.“
„Wer
ist ‚wir‘?“
„Das
möchten Sie nicht wissen.“
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