Dienstag, 28. April 2026

Die Elefantin im Raum

 

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Höfesterben. Ich kann’s nicht mehr hören. Wir haben noch genauso viel Landwirtschaft wie vor fünfzig oder hundert Jahren, aber eben weniger Betriebe. Die Großen fressen die Kleinen. Darüber redet aber niemand. Stattdessen herrscht immer noch die Sozialromantik aus dem 19. Jahrhundert: Bauer und Frau, fünf Kühe, zwölf Schweine und drei Hektar Getreide. So läuft’s aber längst nicht mehr. Die Herren Daimler und Benz dengeln ja auch nicht mehr jedes Auto persönlich zusammen.

Ich brauche X nicht. Ich erzähle in der Schlange im Supermarkt einfach den Schwachsinn, für den sich niemand interessiert.

Am Sonntag habe ich die Abenteuerkomödie „Jungle Cruise“ gesehen, die im Amazonasgebiet spielt. Vor dreißig Jahren war ich auch mit so einer kleinen Schaluppe unterwegs. Wir haben Piranhas geangelt, gegrillt und gegessen. Ich habe den Yanomami das erste Glas Nutella verkauft. Was für Zeiten.

Was für ein Klugscheißer-Artikel. Es geht darum, warum Menschen beim Gehen nach unten schauen. Sie wollen Blickkontakt vermeiden, denken über irgendwas nach, sind müde oder haben Nackenbeschwerden, sind unsicher oder introvertiert. Bullshit! In Berlin blickt man nach unten, um nicht in Hundescheiße zu treten.

Das Christentum ist ziemlich clever, wenn es darum geht, die nächste Generation zu rekrutieren. An Weihnachten gibt es jede Menge Geschenke, zur Kreuzigung von Jesus Schokoladenhasen und andere Süßigkeiten, zur Kommunion oder zur Konfirmation Geld. Ich habe mich überhaupt nur wegen einer Stereoanlage konfirmieren lassen. Später ist beim Abendmahl Happy Hour und der Alkohol umsonst. Als ich Kirchensteuer zahlen sollte, bin ich allerdings ausgetreten.

Juden feiern das Ende ihrer Sklaverei und essen an manchen Feiertagen ungesäuertes Brot, das schlimmer schmeckt als Oblaten. Muslime müssen wochenlang fasten und die Kinder gehen geschenketechnisch komplett leer aus. So läuft das Geschäft nicht, Brudi.

Was für ein Jahr. Drei Zähne verloren, lange erkältet, Einbruch, Mainz verliert trotz 3:0-Halbzeitführung noch gegen die Bayern und am Sonntag ging nach gerade mal zwanzig Jahren meine TV-Fernbedienung kaputt (auch neue Batterien halfen nicht). Und es kommen noch acht Monate.

Wenn die aktuelle Koalition scheitert und die Brandmauer fällt, hätte die AfD nach der neuesten Umfrage 28 Prozent und die Union 24 Prozent. Gehen wir mal davon aus, dass es keine schwarze Ampel mit SPD und Grünen gäbe (dafür sind Merz, Reiche, Spahn und Klöckner sicher nicht zu haben), würde der stärkere Koalitionspartner den Kanzler stellen. Weidel ante portas. So schnell kann es gehen, wenn Merz Klingbeil anbrüllt und die Bevölkerung mit Aussagen zur Arbeitsmoral und zur Rente weiter verschlumpft.

 

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