Freitag, 18. September 2026

Welt kaputt, Bonetti stabil

 

Blogstuff 1386

In einem lamaistischen Kloster in China. Sowas gibt es nicht nur in Tibet. Ich sehe einen Mönch, den Hollywood sofort für den nächsten Film gecastet hätte. Schlohweißer Bart, Augenbrauen wie Wolkenbänke, Wanderstab und die fernöstliche Weisheit quoll ihm aus den Augen. Natürlich zücke ich sofort den Fotoapparat und er ruft „One Dollar“. Auf das Geschäft habe ich verzichtet. Junge Mönche in Turnschuhen und mit Kopfhörern. Ein Mönch sitzt auf der Treppe nach draußen, streckt mir die Hand entgegen und ruft „Money“. Die ganze Spiritualitätsscheiße ist nichts anderes als ein Geschäftsmodell wie die Abzocke von Musk oder Bezos. Danke für diese Erfahrung.

Meine Eltern haben mir gesagt, ich könne alles werden, was ich will. Sie haben mir jede Menge Selbstvertrauen mitgegeben. Und so wurde ich ein Faulpelz und Taugenichts.

Ich höre oft Radio. Nachts gibt es immer Falschfahrer (früher: Geisterfahrer). Außerdem gibt es Leute, die sinnlos herumstehen. „Auf der A 55 sind Nonnen auf der Straße. Fahren Sie bitte langsam.“

Die höchste Stufe beim Karate: der schwarze Gürtel. Da redet niemand über Rassismus.

Wieviel Prozent wählen inzwischen die AfD aus Protest und wieviel wählen die AfD aus Überzeugung? Der Horror wird noch lange Teil unserer Wirklichkeit sein.

Hasnain Kazim schreibt im SPIEGELEI über den „Sittenverfall“ in Berlin, weil hier Sperrmüll an der Straße steht. Oft ist aber die BSR informiert, weil man hier individuelle Sperrmülltermine machen kann. Dazu die Suggestivfrage in der Überschrift „Finden Sie Berlin schön?“ Eine Stadt musss nicht schön sein. Köln und Stuttgart sind hässlich und trotzdem leben auch dort Menschen. Berlin funktioniert – zumindest besser als die Deutsche Bahn. Die Leute sind nett. Als ich krank war, klopften meine Nachbarn an meine Tür und fragten, was sie für mich machen könnten. Besser ist es auf dem Land auch nicht. Ich muss es wissen, denn ich komme vom Kaff.

 




4 Kommentare:

  1. Ach herrje, der Biermann wieder ... unsere Leichen leben noch ... und ich dachte, der wäre längst tot ... (War das nicht der Mann, der einst vergleichsweise risikofrei gegen die SED-Unrechtsdiktatur schrammeln, äh, rebellieren durfte? U.a. weil der "Lila Drache" aka "Miss Bildung" - Ex-Ostzonis wissen, wer gemeint ist - relativ lange eine schützende Hand über ihn hielt?)

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  2. Ach... der olle Wolfi...
    Die DDR konnte er verschmerzen, aber woher kommt die Kohle, wenn er der BRD ans Bein pinkelt..?

    In der DDR - heutiges Thüringen - gab es Ausgangsverbotszonen für NVA-Soldaten in Uniform. Denn die wurden schon mal von den DDR(!)-Naziskins ins Koma geprügelt. Einfach weil sie die Uniform des verhassten Regimes trugen. Die Stasi? Offenbar machtlos. Aber "Antonio Amadeu" klingt halt besser als "Mirko Müller" für eine "WirwollendenSozialismuswiederhaben,derunsdieNaziszurückgebrachthat"-Stiftung. Die DDR-Naziskins waren DIE Fundamentalopposition. Die demonstrierten nicht montags in Leipzig, sondern nachts ihre Stärke.

    Ja, als es gefährlich war, gingen in Leizig intellektuelle glühende Antikommunisten, sozialistische Reformutopisten und Agenten von Stasi und der Gruppe луч gemeinsam auf die Straße. Und als es nicht mehr gefährlich war, kamen Kohl und die Masse, die demonstrierte dann für D-Mark und Bananen und Kohls Wiederwahl.

    Und die, die sich noch an das Gefühl erinnern können, zu erleben "HAHAHA! Unkrautwiesen sind auch blühende Landschaften!", sich danach aufgerappelt, sich etwas Bescheidenes, gelegentlich auch Unbescheidenes geschaffen haben, wenden sich ab. "Ein brauner Stinkefinger nervt? Dann machen wir einen großen braunen Stinkefinger draus!" Die "Alten" hatten 35 Jahre Zeit und haben es immer weiter verkackt, nur nicht für sich selbst. Schlimmer wird's unter den "Neuen" auch nicht werden. Und mal ehrlich: die für die DM demonstriert hatten, wären gegen eine wirtschaftlich prosperierende Diktatur nicht auf die Straße gegangen. In einem deutschen Singapur ließe es sich leben. Aber zusehen, wie Schwätzer den ehemaligen mehr oder weniger großen Wohlstand für ein Wolkenkuckucksheim verdaddeln, flankiert von Verzichtssprüchen aka "Zwei Äpfel sind so gut wie eine Banane!" - da braucht sich keiner wundern, dass da bald eine ⅔-Mehrheit steht. Harte Zeiten erfordern harte Maßnahmen und da müssen halt auch die Diener, die sich zu absolutistischen Herren berufen fühlten, den Gürtel enger schnallen oder vielleicht sogar, Gott bewahre, etwas Produktives arbeiten.

    "Aber der böse Russe!" - Einfach mal "Küstenmutti" zuhören wie sie klagt, sie zöge ja bei Nordstream mit den Blauen am gleichen Strang. "Wieso dann der Untersuchungsausschuss?!"

    PS: Warum heißt es Hufeisen- und nicht Ringtheorie? Weil das Hufeisen sich nicht zum Ring schließen kann: Da steht eine dicke Bürowand in der Lubjanka im Weg. Sozusagen eine Brandmauer...

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  3. Manche vergleichen ie nostalgischen Ex-DDR-Fans mit frei laufenden Hühnern, die für die Käfighaltung demonstrieren.

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  4. Hasnain Kazim wohnt seit einigen Jahren in Wien. Wie ich als nunmehriger Augenzeuge weiß, sehen von da aus auch Fallingbostel und Tübingen aus wie heruntergekommene Dreckskäffer.

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