Donnerstag, 16. April 2026

Schrecksekunde


Es ist etwa zwölf Uhr, ich liege gemütlich im Bett und lese einen Roman. Da klingelt es an der Wohnungstür. Ich erwarte weder Besuch noch ein Paket, also bleibe ich liegen. Was mich stutzig macht: Jemand klingelt sechsmal, das ist hartnäckig. Dann höre ich Geräusche an der Tür. Keine dreißig Sekunden später wird die Tür geöffnet. Ich stehe auf und laufe zur Tür, auf dem Parkett hört man meine Schritte. Die Tür ist angelehnt, ich reiße sie auf. Der Einbrecher rennt die Treppe hinunter und ist schon ein Stockwerk unter mir, als ich im Flur stehe.

Soll ich die Polizei rufen? 2013 hatte ich schon mal einen Wohnungseinbruch, damals war ich nicht zuhause. Computer, Kamera, Brieftasche – weg. Nach vier Wochen bekam ich einen vorgedruckten Wisch ohne Unterschrift von der Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen - die es nie gegeben hat - seien eingestellt worden. Es ist zwecklos. Heute hatte ich Glück. Soll ich ein zweites Schloss einbauen lassen?

12 Kommentare:

  1. Das Leben in der Hauptstadt ist viel zu aufregend für Dich. Denk an Dein Herz - emigriere nach Wichtelbach.

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    1. Da komme ich doch gerade her und das Landhaus habe ich verkauft.

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  2. Selig sind die Müßigen (Matthias 5,3-12, Bonettibibel). :-) Für 2 Schlösser bräuchte der "Besuch" dann 2 x 30 Sekunden. ;-) Falls die Frage ernst gemeint war, wäre ein Panzerriegel, auch Querriegelschloss genannt, eine wirksame Lösung. Beim Abschließen fahren dann zwei massive Riegel gleichzeitig in Schließkästen, die fest mit der Wand oder dem Türrahmen verschraubt sind. Dafür bräuchte man schon eine kleinere Panzerfaust, um den Müßiggang zu stören. :-)

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  3. Günstiger als ein zweites Türschloss: auf einen kleinen Aufkleber einen Bären draufmalen und "Der Polizeipräsident in Berlin" drunterschreiben ("Pfandsiegel" und "Gerichtsvollzieher" geht zur Not auch), an die Wohnungstür kleben, fertig. Oder ein Pfund gemischtes Hack direkt hinter der Tür platzieren - nach spätestens einer Woche (im Sommer nur zwei oder drei Tage) werden Einbrecher*innen zuverlässig ferngehalten. Nachteil: das Hack muss - spätestens, wenn die Fliegen nicht mehr rangehen -, ersetzt werden. Vorteil: auch erwartete Gäste werden abgeschreckt.

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  4. Außer meinem Notebook (2 J. alt) gibt es sowieso keine Wertgegenstände in meiner Wohnung. Deswegen habe ich auch schon vor 10 Jahren die Hausratsversicherung gekündigt. Es wird nix geändert.

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  5. Bist du kein, äh, Wertgegenstand? *g*

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    1. Natürlich, aber mich kann man nicht raustragen.

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    2. Vorsicht, besonders ausgebuffte Experten klauen sogar ganze Straßen und Brücken! Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

      https://www.kreiszeitung.de/stories/diebe-klauen-eine-ganze-strasse-60-tonnen-pflastersteine-einfach-weg-91247432.html
      https://www.spiegel.de/panorama/justiz/indien-diebe-stehlen-500-tonnen-schwere-bruecke-a-dd19ec02-7344-4d3e-a5a9-24b44ad3888f

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  6. Eigentlich war der ganze Tag noch viel schräger. Ich hätte einen Termin beim Zahnarzt gehabt, der siebte in diesem Jahr. Ich habe am Morgen beschlossen, nicht hinzugehen. Wäre ich hingegangen, hätte der Einbrecher meine Bude leergeräumt. Dafür kam am Nachmittag eine Mail der Zahnarztpraxis, ich müsse 150 Euro bezahlen, weil ich nicht gekommen bin. Von so einer üblen Abzocke habe ich noch nie gehört. Wen soll ich jetzt mehr hassen, den Einbrecher (null Kosten, nur der Horror, dass ein Fremder meine Tür öffnet) oder den Dreckszahnarzt?

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    1. Sorry, Bonetti am Mikro :o)

      Zweite Flasche Wein offen. Jetzt fehlt für einen Scheißtag nur noch eine Mainzer Niederlage im Viertelfinale gegen Straßburg ...

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    2. Viel Geld für wenig Zähne - das kenn ich. Aber viel Geld für gar keine Zähne? Super Reformidee, ich werd gleich mal im Gesundheitsministerium anrufen!

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    3. Ich habe gestern der Praxis den Ausfallgrund per Mail geschildert. Heute kam die Antwort: Sie schicken mir keine Rechnung. 150 Euro gespart. Das ist schon wieder ein Restaurantbesuch für zwei ;o)

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