Donnerstag, 30. April 2026

Bonetti wird auf Werkseinstellung zurückgesetzt

 

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„Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut.“ (10. Gebot) 

Ich habe mir die Flaggen der Hamas und der Hisbollah auf den Balkon gehängt, so dass man sie von der Straße aus sehen kann. Seitdem werde ich permanent vom Berliner Staatsschutz, vom BND und vom Verfassungsschutz observiert. Jetzt fühle ich mich viel sicherer.

Irgendwie ist es ja auch lustig. Seit langer Zeit gehen wir auf der Treppe nach unten. Jedes Jahr ist schlechter als das Jahr zuvor. Die Regierung wird immer beschissener, Inflation, Rezession, Trump, Putin usw. Und ich beschreibe ja von diesem ganzen Elend nur die Spitze des Eisbergs, der aus dem Wasser ragt. Da hätten wir noch den Klimawandel und den zerbröselnden Sozialstaat, der nur mit Schulden am Laufen gehalten wird. Wäre die Welt ein Auto, würde man sich längst nach einem Neuwagen umsehen. Dazu kommt, dass ich bald sechzig werde und mich auf etwa 600 Euro Rente „freuen“ darf. Zum Glück habe ich keine Nachkommen, um die ich mir Sorgen machen müsste. Eigentlich kann ich froh sein, wenn endlich der Sargdeckel über mir geschlossen wird.

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Der Frühling kommt und die Singvögel zwitschern jedes Jahr dieselben Scheißmelodien.

„Berlin hatte nach der Wende etwas, das man nicht kaufen kann – und das man deshalb sofort zu kaufen versuchte: eine genuine Nachwendekultur aus Leere, Armut, besetzten Häusern und Fabrikhallen ohne Heizung. Techno als Klang des Mauerlochs. Kreuzberg als Ort, wo das Scheitern keine Schande war. Diese Kultur war nicht für den Export gedacht. Ihr Image aber exportiert sich bis heute – und dieser Export hat Konsequenzen, die von den Exporteuren nicht getragen werden. Je mehr Menschen kommen, um das authentische, unkommerzialisierte Berlin zu erleben, desto schneller wird es kommerzialisiert. Die Suche nach dem Ort, der noch nicht touristisch ist, macht diesen touristisch. Das ist keine Paradoxie, die sich auflösen lässt. Es ist die Grundstruktur des modernen Kulturtourismus.“ (Martyra Peng, Berliner Zeitung, 24.4.26)

1981 war ich zum ersten Mal in Berlin. Dann kam ich immer wieder, bevor ich Anfang 1991 endgültig hierhergezogen bin. Ich bin froh, dass ich die neunziger Jahre auf dem Erinnerungskonto habe. Die Nuller-Jahre waren auch noch gut. Jetzt unterscheidet sich die Hauptstadt nicht mehr von Hannover oder Baden-Baden. Zum Glück trifft mich der Mietwucher und die Wohnungsnot als Eigentümer nicht, sonst wäre ich längst gegangen. Vielleicht in die Fränkische Schweiz wie Wiglaf Droste.

Wir können den Klimawandel nicht aufhalten, wir können uns nur anpassen. Beispielsweise mit Pflanzen aus dem Mittelmeerraum. Warum immer Eichen und Buchen, warum nicht Zypressen und Olivenbäume pflanzen? Auch den Weinbergen geht es bei Hitze und Dürre immer noch prächtig. Früher hat man sich über Deutschtümelei mit dem Spruch „Deutsche, kauft deutsche Bananen“ lustig gemacht. Vielleicht gibt es in zwanzig Jahren deutsche Bananen und deutschen Kaffee? Einfach mal out oft he box denken.


Die Straße von Hormuz (Symbolbild).

 

1 Kommentar:

  1. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut.“
    Von Guthaben steht da aber nichts. Das ist ja ohnehin nur virtuell.

    Selbst wenn die Polizei observieren würde... Gesprächsfetzen aus FF/M: "Oh, ein Park..." - "Geh da nicht rein. Da wirst du ratzfatz von den Junkies ausgeraubt." - "Aber da steht doch Polizei." - "Ja. Die schauen aus sicherer Entfernung zu und sammeln auf, was von dir übrig bleibt."

    Immerhin darf man noch defätistisch sein - bei den Nazis war sogar das strafbar.

    Apropo Scheißmelodien: Irgendeines dieser Viecher in der Nähe hatte die letzten Jahre eine fast schon poppige Melodie erfunden(?)/ adaptiert. Irgendwo zwischen Klingel- und Hupton. DAS war nervig. Eine Katze oder eine Krähe scheint das Problem in den Griff bekommen zu haben. Wortwörtlich.

    Länger als ein paar Tage hatte ich es in Berlin nie ausgehalten. Und da war das Tacheles noch cool gewesen. - Pottenstein sehen und sterben. Alles richtig gemacht. Und wiedermal redet niemand über Leipzig.

    Funfact: Der mitteleuropäische Eichenmischwald des Atlantikums musste, aufgrund des mit Abkühlung verbundenen Klimawandels zum Subboreal hin, einem Buchen- und Koniferenwald weichen. Das Subboreal wiederum war im Durchschnitt noch immer 0,7 K wärmer als das aktuell andauernde Subatlantikum.
    Btw: Meine drei Miniolivenbäume, die in den letzten Jahren sogar Minioliven getragen hatten, sind im letzten Winter alle erfroren. Klimawandel ist irgendwie auch Merz.

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