Blogstuff 1290
Es bringt eigentlich nie etwas,
wenn ein deutscher Kanzler bei Staatsbesuchen, z.B. in China, oberlehrerhaft
auf die Einhaltung der Menschenrechte pocht. Die selbstverliebten
Moralmonopolisten von den Grünen weisen ja vor jeder Dienstreise eines
Bundespolitikers gebetsmühlenartig darauf hin. Derlei Appelle verändern die
Lage im Gastland nicht, sind aber eine Bürde für alle weiteren Gesprächsthemen.
Ein Beispiel: Sie sind zu einer Grillparty eingeladen. Sie kommen in den Garten
und der Gastgeber wendet gerade die Schweinenackensteaks und Bratwürste. Nach
der Begrüßung sagen Sie: „Der Rasen müsste mal wieder gemäht werden. Außerdem
habe ich viel Moos gesehen, jetzt im Frühling musst du den Rasen
vertikutieren.“ Preisfrage: Werden Sie noch einmal eingeladen? Niemand mag
Besserwisser, niemand bekommt gerne ungefragt gute Ratschläge. Warum machen wir
es nicht wie in den siebziger und achtziger Jahren, als wir die politischen
Gefangenen aus der DDR freigekauft haben? Die Sprache des Geldes wurde auch von
den Sozialisten verstanden. Warum kaufen wir chinesische Dissidenten nicht aus
dem Gefängnis frei? China wäre sie los und die Kasse klingelt. Alles besser als
Ethik-Vorträge.
Zwei spielsüchtige Freunde haben
in ihrer Wohnung mal einen Daddelautomaten aufgehängt. Niemand hat daran
gespielt. Also saßen sie selbst davor und warfen ihr verspieltes Geld immer
wieder ein. Stundenlang.
Ein Schulfreund, der leider nur
Philosophie studiert und keine Ahnung von der Welt hat, hielt mir in einem Wirtshaus
beim dritten Bier mal einen Vortrag. Es ging um die glücksbringende Wirkung der
Europäer auf die ganze Welt, denn sie hätten ja Kultur und Zivilisation
verbreitet. Das erzählte er ausgerechnet einem promovierten
Politikwissenschaftler. Ich klärte ihn über Kolonialismus, Sklaverei,
Ausbeutung, Völkermord, Zwangschristianisierung und Imperialismus auf. Dann
fragte ich ihn, woher er diesen Mist, den man auch auf jedem AfD-Parteitag
erzählen kann, eigentlich hat. Er hätte ein Buch gelesen, dann führte er noch
den Schmetterlingsjäger Alexander von Humboldt als Beweis für seine These an. Wer
das Buch geschrieben habe, fragte ich ihn. Wohl kaum ein Historiker. Nein, ein
Religionswissenschaftler. Und so ahnungslos wie dieser Nietzsche-Fanboy sind
die meisten Menschen in Fragen der Geschichte und der Politik. Es ist
hoffnungslos.
ABS hieß früher mal Arbeiter-
und Bauernstaat. Alles hat uns der Westen weggenommen. Auch unsere Abkürzungen.
1990 war das Jahr der Gier. Über
hunderttausend Quadratkilometer im Herzen Europas wurden neu verteilt, dazu
kamen 16 Millionen ahnungslose Opfer, auf die sich Geschäftemacher, Banken,
Versicherungen, Makler und Politiker stürzten. Warum hat es 36 Jahre gedauert,
bis der Osten Rache nimmt und demnächst einen Rechtsradikalen zum
Ministerpräsidenten macht? Ausgerechnet einen Wessi aus Niedersachsen, der noch
nicht lange im Osten wohnt? Was soll dieser Move noch bringen?
Nur ein Gedanke: Gilt der
pathologische Hass der Ossis auf die Fremden wirklich den Ausländern oder nicht
vielmehr den westdeutschen Besatzern in den Chefetagen?
Die Wessis SIND Ausländer! Remigration jetzt! Schafft ein, zwei, viele Ostzonen!
AntwortenLöschenSolange ihr euch politisch nicht organisiert, sondern brav die Westpolitiker wählt, wird das wohl kaum passieren.
LöschenStimmt. Können wir trotzdem schon mal die Mauer wieder aufbauen? Arbeitsleistung wird wochenendlich ehrenamtlich erbracht (Subbotnik), die Materialkosten könnten vielleicht aus dem Sondervermögen kommen (Infrastruktur)? Höcke und Konsorten kriegt ihr natürlich zurück (Rückgabe vor Entschädigung), Nazis haben wir selber schon genug.
LöschenÜber das Sondervermögen entscheiden Westpolitiker (Merz, Klingbeil, Söder). Schon vergessen? Frag doch euren heißgeliebten Wladimir :o)
LöschenIch hab ihn gefragt. Und er hat gemeint, dass Merz, Klingbeil und Söder bestimmt schon bald wieder seine Freunde sein wollen, von wegen günstig Öl und Gas kaufen.
LöschenEwigen Ruhm den heldenhaften Erbauern der Druschba-Trasse! Nieder mit den us-imperialistischen LNG-Faschisten!
Wenn der Russe kommt, trink ich wieder Wodka. Wodka aus Skandinavien oder Frankreich (!) gehört boykottiert .
LöschenIch habe Fotos, die mich beim Pelmeni-Essen und Balalaika-Spielen zeigen.
Löschenwir wolln die Bilder sehn, wir wolln die Bilder sehn.....
LöschenSollten wir je rausfinden, dass diese Fotos KI-generiert sind, dann schicken wir Bonetti für 25 Jahre zum Schneefegen nach Workuta. Tagesration: 500 Gramm Russisch Brot (Verfallsdatum abgelaufen) und eine Tasse Flugzeugbenzin.
LöschenZwei Tassen!
LöschenReligionswissenschaft, uff. Ich habe darin auch einen Magister (nicht, dass ich damit etwas anfangen würde) und da kommt mir glatt das Fremdschämen hoch, wenn ich so etwas lese. Scheint, als wäre der Philosophiekunde irgendwie bei dem alten Deigestirn Durkheim/Tylor/Frazer hängengeblieben und hätte glatt vergessen, dass seit deren Hochzeit viele, viele Jahre vergangen sind... Das ist ein bisschen so, als würde man alles, was nach Euklid zur Mathematik hinzukam, für neumodisches Teufelszeug halten.
AntwortenLöschen(Thema für den nächsten AFD-Parteitag: Brauchen wir wirklich arabische Ziffern, indische Nullen und anderes kulturbanausiges Gedöns?)
Wer hat die Sklaverei abgeschafft und wo wurde sie am längsten praktiziert?
AntwortenLöschenDas die epischen "roots" Erzählungen für die US amerikanische Sozialisation wichtig ist, ist das eine, aber historisch ist das eine verkürzte Sicht auf die Verantwortung der damals herrschenden Bedingungen. Es ist die heute gerne erzählte Sicht auf Opfer und die suche danach, um von den Herrschern abzulenken und deren Verantwortung. Wer zahlt denn heute für sie folgen der Sklaverei in den USA? Es ist die Unterschicht die von Verwahrlosung bedroht ist, unabhängig von der Hautfarbe. Keiner redet von den profitieren.
Und hierzulande spielt die Ausbeutung mehr heute eine Rolle, als vor 100 Jahren. Woher kommen denn die Rohstoffe z.b. für die Energiewende? Diese Länder sind schon lange keine Kolonien, die Ausbeutung erfolgt über Handelsabkommen o.ä.
Die Machtstrukturen zwischen Europa und Afrika sind unverändert, aber es wurden reiche Eliten installiert, die in den ehemaligen Kolonien diese Abhängigkeitsverhältnisse garantieren. Andernorts wie auf der arabischen Halbinsel oder in China hat man sich erfolgreich von diesen Strukturen gelöst und spielt auf Augenhöhe auf dem Weltmarkt mit. Es lohnt sich also, die Entwicklung etwas differenzierter zu betrachten.
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