Samstag, 7. März 2026

Miethaie zu Fischstäbchen

 

Blogstuff 1290

Es bringt eigentlich nie etwas, wenn ein deutscher Kanzler bei Staatsbesuchen, z.B. in China, oberlehrerhaft auf die Einhaltung der Menschenrechte pocht. Die selbstverliebten Moralmonopolisten von den Grünen weisen ja vor jeder Dienstreise eines Bundespolitikers gebetsmühlenartig darauf hin. Derlei Appelle verändern die Lage im Gastland nicht, sind aber eine Bürde für alle weiteren Gesprächsthemen. Ein Beispiel: Sie sind zu einer Grillparty eingeladen. Sie kommen in den Garten und der Gastgeber wendet gerade die Schweinenackensteaks und Bratwürste. Nach der Begrüßung sagen Sie: „Der Rasen müsste mal wieder gemäht werden. Außerdem habe ich viel Moos gesehen, jetzt im Frühling musst du den Rasen vertikutieren.“ Preisfrage: Werden Sie noch einmal eingeladen? Niemand mag Besserwisser, niemand bekommt gerne ungefragt gute Ratschläge. Warum machen wir es nicht wie in den siebziger und achtziger Jahren, als wir die politischen Gefangenen aus der DDR freigekauft haben? Die Sprache des Geldes wurde auch von den Sozialisten verstanden. Warum kaufen wir chinesische Dissidenten nicht aus dem Gefängnis frei? China wäre sie los und die Kasse klingelt. Alles besser als Ethik-Vorträge.

Zwei spielsüchtige Freunde haben in ihrer Wohnung mal einen Daddelautomaten aufgehängt. Niemand hat daran gespielt. Also saßen sie selbst davor und warfen ihr verspieltes Geld immer wieder ein. Stundenlang.

Ein Schulfreund, der leider nur Philosophie studiert und keine Ahnung von der Welt hat, hielt mir in einem Wirtshaus beim dritten Bier mal einen Vortrag. Es ging um die glücksbringende Wirkung der Europäer auf die ganze Welt, denn sie hätten ja Kultur und Zivilisation verbreitet. Das erzählte er ausgerechnet einem promovierten Politikwissenschaftler. Ich klärte ihn über Kolonialismus, Sklaverei, Ausbeutung, Völkermord, Zwangschristianisierung und Imperialismus auf. Dann fragte ich ihn, woher er diesen Mist, den man auch auf jedem AfD-Parteitag erzählen kann, eigentlich hat. Er hätte ein Buch gelesen, dann führte er noch den Schmetterlingsjäger Alexander von Humboldt als Beweis für seine These an. Wer das Buch geschrieben habe, fragte ich ihn. Wohl kaum ein Historiker. Nein, ein Religionswissenschaftler. Und so ahnungslos wie dieser Nietzsche-Fanboy sind die meisten Menschen in Fragen der Geschichte und der Politik. Es ist hoffnungslos.

ABS hieß früher mal Arbeiter- und Bauernstaat. Alles hat uns der Westen weggenommen. Auch unsere Abkürzungen.

1990 war das Jahr der Gier. Über hunderttausend Quadratkilometer im Herzen Europas wurden neu verteilt, dazu kamen 16 Millionen ahnungslose Opfer, auf die sich Geschäftemacher, Banken, Versicherungen, Makler und Politiker stürzten. Warum hat es 36 Jahre gedauert, bis der Osten Rache nimmt und demnächst einen Rechtsradikalen zum Ministerpräsidenten macht? Ausgerechnet einen Wessi aus Niedersachsen, der noch nicht lange im Osten wohnt? Was soll dieser Move noch bringen?

Nur ein Gedanke: Gilt der pathologische Hass der Ossis auf die Fremden wirklich den Ausländern oder nicht vielmehr den westdeutschen Besatzern in den Chefetagen?

 

13 Kommentare:

  1. Die Wessis SIND Ausländer! Remigration jetzt! Schafft ein, zwei, viele Ostzonen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Solange ihr euch politisch nicht organisiert, sondern brav die Westpolitiker wählt, wird das wohl kaum passieren.

      Löschen
    2. Stimmt. Können wir trotzdem schon mal die Mauer wieder aufbauen? Arbeitsleistung wird wochenendlich ehrenamtlich erbracht (Subbotnik), die Materialkosten könnten vielleicht aus dem Sondervermögen kommen (Infrastruktur)? Höcke und Konsorten kriegt ihr natürlich zurück (Rückgabe vor Entschädigung), Nazis haben wir selber schon genug.

      Löschen
    3. Über das Sondervermögen entscheiden Westpolitiker (Merz, Klingbeil, Söder). Schon vergessen? Frag doch euren heißgeliebten Wladimir :o)

      Löschen
    4. Ich hab ihn gefragt. Und er hat gemeint, dass Merz, Klingbeil und Söder bestimmt schon bald wieder seine Freunde sein wollen, von wegen günstig Öl und Gas kaufen.
      Ewigen Ruhm den heldenhaften Erbauern der Druschba-Trasse! Nieder mit den us-imperialistischen LNG-Faschisten!

      Löschen
    5. Wenn der Russe kommt, trink ich wieder Wodka. Wodka aus Skandinavien oder Frankreich (!) gehört boykottiert .

      Löschen
    6. Ich habe Fotos, die mich beim Pelmeni-Essen und Balalaika-Spielen zeigen.

      Löschen
    7. wir wolln die Bilder sehn, wir wolln die Bilder sehn.....

      Löschen
    8. Sollten wir je rausfinden, dass diese Fotos KI-generiert sind, dann schicken wir Bonetti für 25 Jahre zum Schneefegen nach Workuta. Tagesration: 500 Gramm Russisch Brot (Verfallsdatum abgelaufen) und eine Tasse Flugzeugbenzin.

      Löschen
  2. Religionswissenschaft, uff. Ich habe darin auch einen Magister (nicht, dass ich damit etwas anfangen würde) und da kommt mir glatt das Fremdschämen hoch, wenn ich so etwas lese. Scheint, als wäre der Philosophiekunde irgendwie bei dem alten Deigestirn Durkheim/Tylor/Frazer hängengeblieben und hätte glatt vergessen, dass seit deren Hochzeit viele, viele Jahre vergangen sind... Das ist ein bisschen so, als würde man alles, was nach Euklid zur Mathematik hinzukam, für neumodisches Teufelszeug halten.

    (Thema für den nächsten AFD-Parteitag: Brauchen wir wirklich arabische Ziffern, indische Nullen und anderes kulturbanausiges Gedöns?)

    AntwortenLöschen
  3. Wer hat die Sklaverei abgeschafft und wo wurde sie am längsten praktiziert?
    Das die epischen "roots" Erzählungen für die US amerikanische Sozialisation wichtig ist, ist das eine, aber historisch ist das eine verkürzte Sicht auf die Verantwortung der damals herrschenden Bedingungen. Es ist die heute gerne erzählte Sicht auf Opfer und die suche danach, um von den Herrschern abzulenken und deren Verantwortung. Wer zahlt denn heute für sie folgen der Sklaverei in den USA? Es ist die Unterschicht die von Verwahrlosung bedroht ist, unabhängig von der Hautfarbe. Keiner redet von den profitieren.
    Und hierzulande spielt die Ausbeutung mehr heute eine Rolle, als vor 100 Jahren. Woher kommen denn die Rohstoffe z.b. für die Energiewende? Diese Länder sind schon lange keine Kolonien, die Ausbeutung erfolgt über Handelsabkommen o.ä.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Machtstrukturen zwischen Europa und Afrika sind unverändert, aber es wurden reiche Eliten installiert, die in den ehemaligen Kolonien diese Abhängigkeitsverhältnisse garantieren. Andernorts wie auf der arabischen Halbinsel oder in China hat man sich erfolgreich von diesen Strukturen gelöst und spielt auf Augenhöhe auf dem Weltmarkt mit. Es lohnt sich also, die Entwicklung etwas differenzierter zu betrachten.

      Löschen