Montag, 9. Februar 2026

Die neue Sehnsucht nach Bürgerlichkeit

 

Blogstuff 1278

Drei Tage lang stand der deutsche König Heinrich IV. im Jahre 1077 barfuß und im Büßergewand vor der Burg des Papstes in Canossa im Schnee, bis er zur Audienz empfangen wurde. Und in Berlin jammert man, wenn die Gehwege nicht schnell genug gestreut werden.

Wie viele Handy-Abhängige haben sich in diesem Winter schon auf die Schnauze gelegt, weil sie nicht auf den Weg geachtet haben?

Frankreichs Antwort auf McDonald’s: Big Fernand. „L’Atelier du Hamburgé“. Die Antwort auf Burger King ist King Marcel. „La Passion du Burger“. Der größte Burger ist „Le King“, eine Art Doppel-Whopper. Kostet einzeln aber auch stolze 15 €.  

Essen ist wie Leistungssport und ich habe die besten Jahre hinter mir. In den USA gibt es einen Whopper mit vier Patties, das sind 450 Gramm Fleisch. Hätte ich früher locker geschafft, heute würde ich es gar nicht erst probieren.

Trump steht als geisteskranker Herrscher in einer langen Tradition. Ludwig Zwo, König von Bayern, verlor sich in Bauprojekten wie Neuschwanstein, Trump baut einen Ballsaal und einen Triumphbogen. Der „Arc de Trump“ soll mit 76 Metern Höhe deutlich größer werden als Napoleons Triumphbogen in Paris, Hitlers Triumphbogen in der geplanten Welthauptstadt Germania wäre allerdings 117 Meter hoch gewesen. Caligula war grausam und größenwahnsinnig, er hat ein Pferd zum Konsul ernannt. Trump hält sich für den besten US-Präsidenten aller Zeiten und machte einen Fox-Reporter zum „Kriegsminister“. Karl VI. von Frankreich (1368–1422) glaubte, er sei aus Glas. Wann glaubt Trump, er sei aus Gold? 

Werde ich alt? Genau vor fünfzig Jahren, 1976, kam ich ins Gymnasium. Sextaner rulez!

Sieben Uhr morgens, ich wache auf. Ich mache die Nachttischlampe an, ein kurzes Aufleuchten, dann ist die Glühbirne durchgebrannt. Der Tag geht ja gut los, denke ich. Ich schraube die kaputte Birne heraus, drehe eine neue Birne rein und fühle mich eine Stunde lang wie Hulk. Und wieder mal: Problem (Glühbirne), Lösung (ich).

Dinkelsbühl, vor etwa zehn Jahren. Restaurant. Am Nebentisch ein Ehepaar, irgendwo zwischen vierzig und fünfzig Jahre alt. Eine Stunde lang schweigen sie sich an, während wir uns köstlich amüsieren. Ich sehe zu ihnen hinüber, die Frau funkelt mich böse an. „Warum lassen sie sich nicht einfach scheiden? Dann haben sie das Elend hinter sich.“ Hätte ich am liebsten gesagt. Aber wie immer spielt sich dieser Kommentar nur in meinem Kopf ab.

Geschichten über persönliche Niederlagen sind eigentlich immer lustiger als Geschichten über Erfolge.

Hätten Sie’s gewusst? Die deutsche Krimiserie „Nord bei Nordwest“ ist nach dem Hitchcock-Krimi „North by Northwest“ benannt.


Als die Welt noch in Ordnung war.

 

2 Kommentare:

  1. Glühbirnen.
    Für einen Normalsterblichen wären die Betriebskosten der finanzielle Super-GAU. Nicht für Bonetti :)

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    1. Wer sich keine 100-Watt-Glühbirne leisten kann, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

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