Montag, 20. September 2021

Kann bitte jemand den kleinen Armin aus dem Bällebad abholen?

 

Die Fakten: Am 9. Februar hatte die CDU/CSU in einer Forsa-Umfrage noch 37 Prozent, die SPD 15 Prozent. Das kann man in einem halben Jahr vor der Wahl nicht mehr aufholen. 22 Prozentpunkte – wie soll das gehen? Heute liegt die Union bei 21 Prozent, die SPD bei 25 Prozent. Im Juni 2020 stand es sogar mal 40:14 für die CDU/CSU.

Wie konnte es eigentlich passieren, dass eine SPD, die bereits klinisch tot war und nur deshalb einen Kanzlerkandidaten aufgestellt hat, weil es alten Gewohnheiten entsprach, kurz vor der Bundestagswahl auf Platz 1 der Umfragen liegt? Hat die SPD sich geändert? Hat sie einen charismatischen Kandidaten wie einst Willy Brandt? Hat sie ein paar phantastische Ideen entwickelt, die den Wähler begeistert haben? Nein. Es war viel einfacher. Ihre Auferstehung verdankt sie der Selbstzerstörung der CDU.

Beginnen wir mit dem Kardinalfehler der CDU: Armin Laschet. In sämtlichen Meinungsumfragen zum Wunschkandidaten für den CDU-Vorsitz landet Laschet auf dem letzten Platz. Wen macht die Partei-Nomenklatura zum neuen Vorsitzenden? Armin Laschet. In sämtlichen Umfragen zur Frage nach dem Kanzlerkandidaten der Union liegt Laschet auf dem letzten Platz. Wen macht die Partei-Nomenklatura zum Kandidaten? Armin Laschet. Die Partei will den Wählern einen Kanzler aufs Auge drücken, den die Wähler gar nicht wollen. Das ist selbstherrlich und arrogant, überheblich und hochnäsig. Und geht natürlich in die Hose.

Aber das war erst der Beginn einer Orgie von Fehlentscheidungen: Wie kann man erst drei Wochen vor der Wahl ein Zukunftsteam vorstellen? Das muss drei Monate vor der Wahl passieren, damit man das Team auch noch medial vermarkten kann. Warum sind außer Merz nur Leute im Team, die der Wähler nicht kennt? Die Truppe wirkt so, als hätte Laschet sie an einem verregneten Montagmorgen am Berliner Hauptbahnhof aufgesammelt. Warum ist Jens Spahn mit dem wichtigen Thema Gesundheit in Zeiten der Pandemie nicht im Team? Im Frühling erklärte er selbst noch, er gehöre zum „Team Laschet“. Wo sind die jüngeren Partei-Promis wie Julia Klöckner, Ralph Brinkhaus, Tobias Hans, Daniel Günther, Carsten Linnemann und Paul Ziemiak? Und warum hört man inzwischen nichts mehr von diesem Team?

Auch das Programm für die ersten hundert Tage seiner Kanzlerschaft präsentiert Laschet erst in der Woche vor der Wahl, als die Briefwahl bereits in vollem Gange ist. Es ist immer noch nicht klar, für was dieser Mann und seine Partei eigentlich stehen. Klima, Digitalisierung, keine Steuererhöhungen. Das haben alle Parteien im Programm, wenn man von Nazis und Querdenkern einmal absieht. Das ist inhaltlich nur Graubrot mit Margarine. Warum will er Kanzler werden? Was ist sein Plan? Kann man sich die Aachener Zwergprinte überhaupt auf einem G7-Gipfel zwischen dem amerikanischen und dem französischen Präsidenten vorstellen? Ist er in der Lage, in Brüssel oder Moskau deutsche Interessen zu vertreten?

Laschet reiht Fehler an Fehler, er wirkt überfordert und unprofessionell, sei es das alberne und pietätlose Gelächter in der Todeszone der Flutkatastrophe, sei es beim Pro7-Prank mit den Kinderreportern. Der Mann erinnert an Kramp-Karrenbauer. Ministerpräsidentin im Saarland, in Berlin völlig überfordert. Im Haifischbecken der Bundespolitik bald in der Defensive, seither auf dem Rückzug. Wer in der Kreisklasse der Provinzpolitik glänzt, muss nicht unbedingt für die Champions League geeignet sein, wenn es um die Führung eines der größten Industriestaaten der Erde geht.

Neben der Nominierung von Laschet hat die Union noch einen zweiten strategischen Fehler gemacht. Sie hat im Wahlkampf einen Großteil ihrer Energie auf die Demontage von Baerbock verwendet. Die Aktion gelang, die Grünen verloren in den Umfragen massiv an Boden. Aber wohin sind die potenziellen Wähler gewandert? Nicht zur CDU/CSU, sondern zur SPD. Hätte Laschet auf der Zielgeraden des Wahlkampfs gegen Baerbock antreten müssen, wären seine Chancen besser gewesen als gegen Scholz. Eine unerfahrene junge Frau hätten die Deutschen vermutlich nicht ins Kanzleramt gewählt, Laschet hätte seine Führungserfahrung ausspielen können. Das funktioniert gegen den drei Jahre älteren Vize-Kanzler, der zuvor schon Bundesarbeitsminister und Hamburger Bürgermeister war, natürlich nicht.   

Und so zerbröselt der Keks.

Achten Sie auf die herzförmigen Teller. Wahre Liebe – Laschet und Söder sind einfach unzertrennlich. Laschet, Söder und Scholz sind übrigens alle Juristen.

Eddie Money - Take Me Home Tonight/Be My Baby - YouTube

 

4 Kommentare:

  1. Nicht nur Juristen.
    Es sind zudem auch noch Verbrecher.
    Also Leute, die gegen Gesetze verstoßen.
    Juristen, klar.

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  2. Die Stufe unter Jurist ist Wirtschaftsjurist. Das liegt auf der
    sozialen Skala irgendwo zwischen Hund
    und Kofferträger.

    https://th.bing.com/th/id/OIP.jdyc7u7UpqoNNMGyfTWPMgHaHo?pid=ImgDet&dpr=2

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  3. Auf einem Tisch liegt ein Hunderteuroschein.
    Der Osterhase, der Weihnachtsmann, ein ehrlicher Anwalt und ein alter Rentner laufen los, um hin zu nehmen.
    Wer bekommt ihn?

    Der Rentner; die anderen gibt es nicht.

    *LOL*

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  4. Früher hätta zu so einer Vorspeise aa Hoibe g'hört. Und kaa Politiker nicht hätt sich scheema müsse dafür. Heute gilt man wohl als schwerst alkoholabhängig, wenn man was anderes als Wasser vor sich hat. Von Sebastian Kurz lernen, heißt siegen lernen...

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