Mittwoch, 30. Juni 2021

Neulich im Kulturteil der BILD

 

Blogstuff 609

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und BILD frei zu äußern.“ (Artikel 5 Grundgesetz)

Ich habe die Art brut entdeckt. Dabei handelt es sich um autodidaktische Kunst von Laien, Kindern und psychisch Kranken. Leider gibt es keine Literatur brut, Poesie brut, Theater brut oder Musik brut. Aber wenn ich malen würde, könnte ich mich bei meinen Fähigkeiten zur Art brut zählen.

Wenn du Nicole Bumsgarten heißt, wirst du eben nicht Justizministerin.

Nach Corona brauchen wir noch eine zweite Pandemie. Der Virus wird durch zucker-und fetthaltige Speisen übertragen. Bis es einen Impfstoff gibt, müssen wir alle viel Obst und Gemüse essen.

Diversity & Co. ist so eine Feelgood-Scheiße, für die sich niemands anstrengen muss. Wir sind alle gegen Rassismus und Ausgrenzung. Ist doch klar. Wir können uns gegenseitig auf die Schulter klopfen und uns geil finden. Kostet nix. Keine Anstrengung. Nur positive Vibrations. Kampf gegen Rassismus ist aber Kampf gegen Nazis. Aber dafür müsste man ja die Komfortzone verlassen.

Die Leute gehen wieder auf Reisen und ich überlege, ob ich nicht auch in diese Branche einsteige. Man muss einfach die Marktlücken besetzen. Im Sommer biete ich feministische Stadtrundgänge durch Buxtehude an, im Winter nächtliche Schlittenfahrten durch die tiefverschneiten Wälder der Karpaten, letztere nur bei Vollmond.

Manchmal ploppt ein Wort im Gedächtnis auf und eine Datei öffnet sich. „Dunckerland“. Ein besetztes Haus in der Dunckerstraße (Prenzlauer Berg), in das ein früherer Freund aus Schweppenhausen gezogen war. Er wohnte damals im Haus gegenüber, die Familie ist ein Jahr nach uns in die Straße gezogen, in der ich heute wieder wohne. Wir waren dreizehn, als wir uns kennenlernten. Er Status Quo-Fan, ich Police-Fan. Im Dunckerland hat er ziemlich überstürzt eine Inderin aus Kanada geheiratet, aber die Sache hielt nicht lange. Nebenbei studierte er irgendwas an der FU, damit seine Eltern im Hunsrück denken konnten, er würde ein geregeltes Leben führen. Dann hat er ein Musik-Café aufgemacht, in dem abends immer afrikanische Bands spielten. Das lief ein paar Jahre. Heute lebt er in Holland und ist Manager bei Corning, einem großen US-Konzern. Auf dem Bild, dass ich im Internet gesehen habe, sieht er unglaublich alt aus. Seine blonde Lockenmähne ist auch verschwunden.

P.S.: Jetzt habe ich doch mal nachschauen müssen, was ein Operational Excellence Coordinator genau macht. Er ist eine Art interner Unternehmensberater und versteht es, „Strukturen, Prozesse und Verhaltensweisen entlang der Wertschöpfungskette so auszurichten, dass eine lernende und sich kontinuierlich verbessernde Organisation entsteht, deren Fokus auf einer hocheffizienten Umsetzung der Kundenanforderungen liegt.“ (Quelle: www.roi.de) Hoffentlich ist es das, was er wollte.

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5 Kommentare:

  1. "Strukturen und Prozesse..." Argh...
    Wir bekamen vor 10 Jahren einen sehr jungen Konstruktionsleiter.
    Also der Mann direkt unter dem Tech. Vorstand.
    Witzigerweise ( witzig ?? ) kann dieser Mann nicht Konstruieren, er hat es nie gelernt oder betrieben, ich weiß es, er hat neben meinem Schreibtisch Diplom geschrieben.
    Aber er kann herrliche Diagramme, Abläufe, Strukturen skizzieren. Eine wahre Pracht.
    Technisch ist die Fa. die letzten Jahre keinen Meter weiter gekommen.......

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  2. Leider gibt es keine Literatur brut, Poesie brut, Theater brut oder Musik brut.

    Gibt es, aber nicht unter dem Namen und sieht/hört man nicht viel von, weil diesen Sachen keine Räume gegeben werden. Leider bekommen diese Sachen auch oft den Stempel "Haben Behinderte/psychisch Kranke gemacht, kann also gar keine Kunst sein".

    Wenn dich das Thema wirklich interessiert, können vielleicht die Kellerkinder (heißen echt so) in Berlin dir Tipps geben, wo und unter welcher Bezeichnung etwas zu finden ist.

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    1. Ich habe mir die HP der Kellerkinder mal angesehen, aber da gab es nichts zum Thema Literatur. Gibt es im Netz eine Seite mit Texten oder Links?

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  3. Nichts was ich ad-hoc kennen würde. Das ist in Deutschland leider alles so nischig, dass es nicht weit verbreitet ist. Die Kellerkinder müsstest du wohl ansprechen und beschreiben was du möchtest, so was ist halt nicht deren Kernthema, die arbeiten eher politisch. Es kann sein, dass dort speziell zur Literatur Alex Ernst eine gute Ansprechpartnerin ist (wobei ich nicht weiß, ob die sich da noch engagiert). Ich erinnere mich, dass da mal eine Anthologie ihrerseits geplant war, die dann meines Wissens nach aber nicht realisiert wurde. Theater brut findest du manchmal bei inklusiven Theatergruppen. Es gab vor einigen Jahren mal etwas in Kooperation mit der Mülheimer Dezentrale, ich habe aber den Namen der Gruppe vergessen. Das war irgendwas vom Namen her Englisches, die gingen meiner Interpretation nach durchaus in die Richtung Theater brut und in der Richtung gibt es auch Poetry Slams, die vielleicht als Poesie brut durchgehen könnten. Wenn mir etwas begegnet, verlinke ich es dir.

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