Montag, 10. Mai 2021

Markus Söder, Kanzlerkandidat der Herzen

 

Markus Söder war bis zum Alter von zwölf Jahren eigentlich ein ganz normales Kind. Er beschäftigte sich mit Modellbausätzen zum Thema Zweiter Weltkrieg (Panzer, Flugzeuge, Schlachtschiffe), fuhr mit dem Fahrrad um den Block und betrachtete jeden Samstag zufrieden die wachsende Menge seiner Schamhaare, während er in der Badewanne lag. Er mochte Schweinebraten, Bonanza und den 1. FC Nürnberg.

Aber dann geriet er in die Fänge eines finsteren Verführers, der in den Medien auch als Alpen-Ayatollah bekannt war. Er nahm das Katja-Epstein-Poster, das bisher über seinem Bett gehangen hatte, ab und ersetzte es durch ein Poster von Franz-Josef Strauß. Dessen fettgrinsende Visage wachte fortan über dem kleinen Markus und vergiftete seine Träume mit CSU-Parolen wie „Freiheit statt Sozialismus“ und „Schau ma moi, dann seng mas scho“.

Doch er lernte von dem krachledernen Wutbürger, der gerne mit knallrotem Kopf durch das Bierzelt brüllte, auch etwas Wichtiges fürs Leben: unerschütterliches Selbstbewusstsein. Ein fanatischer Glaube an die eigene Meinung und an die eigenen Fähigkeiten, diese Meinung gegenüber anderen auch durchzusetzen. Bereits ein Jahr später – Strauß hatte den Wahlkampf verloren – wurde Markus Söder Klassensprecher. Die Leiche seines Gegners wurde nie gefunden.

Es begann der unaufhaltsame Aufstieg in der CSU. Zunächst Rottenführer in der Jungen Union, dann Gauleiter. 1984 ließ er sich am Münchner Hauptbahnhof ein riesiges Strauß-Tattoo auf den Rücken stechen, auf dem rechten Oberarm prangte bald ein bayrischer Löwe. Seinen Wehrdienst leistete er im oberbayrischen Heimatschutz und schob rücksichtslos österreichische Wanderer über die Grenze ab.

Der Tod seines spirituellen Führers Franz-Josef Strauß, der 1988 bei einem Wettessen an einer Hirschkeule erstickt war, hat ihn tief getroffen. Nach seinem Studium an der Hanns-Seidel-Schauspielschule für angehende Berufspolitiker wurde er zunächst Asyltourismusbeauftragter in Oberfranken. Dennoch ging er unbeirrt seinen Weg: mit 27 Kreisvorsitzender, mit 31 Landtagsabgeordneter, mit 35 Staatssekretär und mit 39 Minister für Schmutzeleien und Intriganz in der Regierung Seehofer.

Aber er ist mehr als ein unsympathischer Emporkömmling mit einem Gesicht zum Kindererschrecken. Es gibt auch viele schöne Anekdoten zu erzählen. So erschien er einmal zum Karneval als Adolf Hitler verkleidet, ein anderes Mal als Negerkönig im Bastrock und Knochen im Haar. 1987 war er bei Rudi Carrell als Kandidat in der Sendung „Herzblatt“ und gewann. Leider musste er sich beim Flug mit dem Herzblatt-Hubschrauber übergeben und hat sein Herzblatt nie wieder gesehen.

Heute herrscht er mit eiserner Faust und stündlichen Pressekonferenzen über einen Vielvölkerstaat (Bayern, Schwaben, Franken, Türken, Ossis), der dem untergegangenen Habsburgerreich zur Ehre gereicht hätte. Sein nächstes Ziel: 2025 Bundeskanzler werden oder mit Bavaria One noch vor Elon Musk und Jeff Bezos den Mars erreichen.    

Fun Lovin' Criminals - Up On The Hill (HQ) - YouTube

      


Söder fliegt mit dem Privatjet von Iwan Korruptikov zum Jahrestreffen der Putinversteher nach Moskau.

10 Kommentare:

  1. Frage: „Wie nennt man die am meisten verkaufte Brotsorte in Deutschland?”
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    Antwort: „Das da!”
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    Und welches wird am zweithäufigsten verkauft?
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    Antwort: „Ne, das daneben!”

    Fröhlichen Wochenstart ... https://www.youtube.com/watch?v=-rbkpL8rCt0 *hehe*

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  2. Mit nem schönen Käsebrot / Ist der Wochenstart im Lot.

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  3. Die letzte Woche ausgestrahlte Sendung "Neues aus der Anstalt" brachte es hart.
    Die ganzen Skandale, Korruption, Vorteilsnahmen von Unionspolitikern ist Uferlos.
    Das ist echt eine Bande von.....uäähh.
    Das Ganze seit Jahrzehnten. Und dabei immer in "Regierungsverantwortung".
    Söder ist somit nur die Vortsetzung einer langen Tradition.

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  4. Die leere Aktentasche als modisches Accessoire im Kontrast zum vollen Bierbauch.
    "Erlaubt ist, was gefällt!" (Otto)

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  5. Laschet bricht noch weinend, wie damals Steinbrück im Ring zusammen. Laschet schafft kurze, emotionale Sprints in Talkshows. Söder kann Langstrecke.
    Laschets Schwalbe ist abgesprochen.Kurz vor September zieht Söder aus dem Windschatten und wird Ersatzvizekanzler.

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    1. Ich glaube nicht, dass Söder als Vizekanzler nach Berlin geht. Aber zu Laschet würde die Rolle passen.

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    2. Laschet tritt auf wie das SPD-Fallobst der letzten Jahre....Steinmeier,Steinbrück,Mann mit Brille...
      Laschet will gar nicht. Kanzler zählt zu den prekären Beschäftigungen.Da muss man sauber bleiben und die Hände auf der Bettdecke lassen. Das ist nichts für den Laschet.

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    3. Ich stelle mir den G7-Gipfel 2022 vor: der amerikanische Präsident, der französische Präsident - und dann Armin Laschet ...

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    4. Armin hat vier Joker dabei, oder was ?

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