Freitag, 9. April 2021

Mad Max – German Edition


1. Die Ausgangslage

Wir schreiben das Jahr 2084. Deutschland ist wieder geteilt. Nach langen Verhandlungen, in denen getrickst, gedroht und gelogen wurde, hat man sich auf die Grenze zwischen Aldi Nord und Aldi Süd als Demarkationslinie geeinigt.

Der Norden nennt sich Ökotopia. Die Menschen ernähren sich von ihrer eigenen landwirtschaftlichen Produktion. Es gibt weder Autos noch Strom oder Heizkraftwerke. Alle Krankheiten werden mit Globuli geheilt. Immer wieder kommt es zu Hungersnöten. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei dreißig Jahren, die Kindersterblichkeit ist hoch. Armee und Polizei wurden abgeschafft, Konflikte löst man in Diskussionen. Das Land, in dem noch fünf Millionen Menschen leben, wird dezentral durch basisdemokratische Räte regiert.

Der Süden nennt sich Maschinenland. Die Fabriken produzieren Tag und Nacht Autos, Waffen und Konsumgüter. Jeder fährt einen SUV mit fünfhundert PS. Als die Zahl der Verkehrstoten unter hundert pro hunderttausend Einwohner gesunken ist, wird die Straßenverkehrsordnung abgeschafft. Jeder ist bewaffnet und mietet sich im Notfall bewaffnete Banden für Konflikte. Das Grundwasser ist vergiftet und die Luft durch Abgase verpestet. Mit Ökotopia tauscht man gesundes Obst und Gemüse gegen Fahrräder und Saftpressen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei dreißig Jahren, die Kindersterblichkeit ist hoch. Das Land, in dem noch fünf Millionen Menschen leben, wird von der „Union“ regiert, in der sich ehemalige Politiker von CDU, CSU, SPD, Grünen, Linken und AfD zusammengeschlossen haben.

Im früheren Sachsen haben sich alle Nazis der alten Bundesrepublik zusammengerottet. Etwa eine Million Menschen, davon achtzig Prozent Männer, gehorchen dem Führer des Vierten Reichs, einem ehemaligen KSK-Mann, aufs Wort. Was in Berlin los ist, weiß niemand. Vermutlich Party. Die Nachbarländer haben um Deutschland eine Mauer gebaut, weil sie von den ewigen Besserwissern und Nörglern irgendwann die Schnauze voll hatten.

 

2. Die Handlung

Mad Max, gespielt von Armin Rohde, fährt mit seinem Ford Capri durch ein postapokalyptisches Ödland zwischen Stuttgart und Reutlingen. An einer Autobahnraststätte, die von Kretschmann Enterprises betrieben wird, fragt er nach Benzin. Der Tankwart sagt ihm, es gäbe im Augenblick nur in einer Raffinerie im Norden noch Kraftstoff. Mad Max überfällt auf dem Weg dorthin ein erzschwäbisches Bausparerpärchen und klaut ihnen den Sprit.

Als er an der Raffinerie ankommt, wird sie gerade von einer Bande von Rockern belagert, die sich Heaven’s Devils nennt. Der Anführer der Bösewichte, gespielt von Lars Eidinger, heißt Necromonger und will die ganze Anlage übernehmen. Mad Max fordert ihn zu einem Zweikampf in der Donnerkuppel heraus und verliert.  Er wird mit verbundenen Augen auf einem Muli in die Wüste geschickt und kommt in einen Sandsturm. Er ist schon so gut wie tot, als er von einem Trupp Veganer gerettet wird, der im Untergrund lebt.

Während einer abenteuerlichen Flucht auf einer Draisine, auf der sie von fliegenden Affen und Ringgeistern angegriffen werden, erreichen sie Frankfurt, wo sie einen Computer voller Bitcoins finden. Sie kaufen einen gebrauchten Ford Capri und jede Menge Sprit, um sich auf den Weg ins legendäre Berlin zu machen, wo es angeblich keine Sperrstunde und Clubs geben soll, die alle Gäste reinlassen.

 

3. Die Kritik

„Mit einem Nokia-Handy gedreht, besticht der dialogarme Film weniger durch seine waghalsigen Stunts und seinen ungebremsten Hang zu brutaler Gewalt als durch die psychedelische Atmosphäre.“ (Katholischer Filmdienst) 

„Mit einem Übermaß an Brutalität, Zerstörungsorgien und zynisch choreografierten Metzeleien inszeniertes apokalyptisches Fresko. Angesichts seiner gewaltverherrlichenden Tendenz wirkt die intellektuelle Genialität des Films umso ärgerlicher.“ (New Yorker)

Flatt & Scruggs - Doin' My Time - 1958 Bluegrass - YouTube



5 Kommentare:

  1. Armin Rohde (bürgerlich Armin Kurt Rohde-Baron von Schilling, * 4. April 1955 in Gladbeck[

    2084 ist er 129 Jahre jung .... RESPEKT... für diese ACTION ... in den FILM gehe ich !!!

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    1. Fun Fact For Fans: Die Mad-Max-Filme spielen alle in der Zukunft und wurden in der Vergangenheit gedreht ;o)))

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  2. Würde sich auch als Hörspiel gut machen.

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  3. "Ödland zwischen Reutlingen und Stuttgart.."
    Ganz so schlimm ist es noch nicht, aber wenn man echt mal seine Ruhe haben will, geht man Sonntags in eines der Industrie/Gewerbe/Konsumgebiete außerhalb der Stadt.
    Dort kann man dann in der Tat einen Endzeitstreifen drehen.

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  4. Nach diesen wertvollen Informationen übernehme ich die Verleihrechte für Deutschland.
    Da in Deutschland kein Film aus dem Ausland ohne eine dämliche Erweiterung des Titels erscheinen darf, wird er folgendermaßen heißen:
    MAD MAX 4 - Baron von Schilling geht seinen Weg

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