Sonntag, 27. Dezember 2020

Ein unbezwingbares Verlangen


Blogstuff 538

„Die Praxis ist der größte Feind der Theorie.“ (Fritz Willy Hagel)

Wie oft habe ich im Internet Debatten verfolgt, in denen es um real existierenden Sozialismus vs. real existierenden Kapitalismus geht. Als wären wir in einer Kantine und es gäbe nur zwei Gerichte zur Auswahl. Wir sind aber in einer Küche. Wir haben alle Möglichkeiten. Das Problem: Keiner von uns kann kochen.

Immerhin lernen wir aus der Geschichte: Die Bankenkrise 2008/2009 hat der Markt nicht gelöst, die Eurokrise („Griechenland“) hat der Markt nicht gelöst und in der Pandemie hat der Markt auch versagt. Ohne den Staat mit seinen Schutzmaßnahmen und seiner Funktion als Verteiler des Impfstoffs, den wiederum Unternehmen – mit staatlicher Unterstützung - in Rekordgeschwindigkeit produziert haben, soviel muss man allerdings zugeben, hätte der Markt auch die Coronakrise nicht bewältigen können. Möglicherweise wedelt der Hund demnächst wieder mit dem Schwanz, wie in den letzten zehntausend Jahren, und wir können das Experiment Neoliberalismus ebenso abhaken wie den real existierenden Sozialismus.

Es gibt so viele leckere Sachen aus dem Wald: Wildschweinbraten oder Rehrücken. Wann gibt es endlich Waschbärengulasch?

Das mit dem Trickle-Down-Effekt hat ja nicht so gut geklappt. Wie wäre es mit dem Trickle-Up-Effekt? Gebt den Armen mehr Geld, die kaufen davon Zeug und bescheren den Reichen höhere Profite.

Natürlich ist der Mensch für das Artensterben verantwortlich. Aber man muss auch mal die positive Seite sehen: Hätte es ohne uns so viele Ratten, Kakerlaken und Tauben gegeben?

Mr. Covid kommt in die Stadt. So könnte ein Roman heißen. Wir erschließen nicht nur neue Rohstoffe, wenn wir uns die Natur einverleiben, sondern auch neue Krankheitserreger. Wir entdecken sie, sie entdecken uns. Als Wirtstier. Der Roman endet mit dem Satz: Vielen Dank, dass sie sich für den Kapitalismus entschieden haben.

Dorfchronik 2020

Januar: Im Wirtshaus gibt es ein neues Angebot. Vier Stubbies und ein hartgekochtes Ei für fünf Euro.

Februar: Die Wiese zwischen Wirtshaus und Kirche, auf der Betrunkene, Jugendliche und gelegentlich betrunkene Jugendliche lagern, wird eingezäunt.

März: Die Einzäunung wird von Unbekannten beschädigt.

April bis Dezember: Coronabedingt ist wenig zu berichten, gelegentlich randaliert der Hiasl, weil ihm das Bier und die hartgekochten Eier fehlen.

WIRE - In The Art of Stopping - YouTube


Die Postkutsche mit dem Impfstoff ist in Entenhausen angekommen. Dagobert Duck wurde als Erster geimpft. Jetzt wird alles gut.

15 Kommentare:

  1. +++ LIVE TICKER +++ LIVE TICKER +++ LIVE TICKER +++

    Interpol warnt vor gefälschten Corona-Impfstoffen: "Unmittelbar bevorstehende Bedrohung"

    Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz warnt vor gefälschten Schreiben in Zusammenhang mit der Corona-Impfung!

    Warnung: Gefälschte Schreiben wegen Corona-Impfung

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    1. Ich war's nicht. Ich verkaufe hier Hustensaft als Impfstoff.

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  2. Ich fand Waschbär jetzt nicht so lecker, aber vielleicht eignet sich das Tier ja hervorragend für die nächste Covid-Mutation.

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    1. Die überfahrenen Waschbären schmecken halt nach Gummi. Frag mal im Forsthaus deines Vertrauens nach!

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    2. Das ist schon vor einer Genration passiert. Manchmal lohnt es sich, Förster in der Familie zu haben...
      Btw.: "Wer schnell impft, der doppelt impft!" Altdeutsche Weise.

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  3. Papperlapapp, wenn wir die Arten erst grründlich dezimiert haben, wird es keine Zoonosen mehr geben.

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    1. Leider verhindern ja die ganzen Öko-Spinner, dass wir die Arten schneller ausrotten. Man wird ja heute schon schief angeguckt, wenn man nur ein paar Hunde vergiftet.

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  4. 🎼🎶 Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau
    Geht wir Tauben vergiften im Park 🎶

    Sebastian
    Bzw Georg Kreisler 😁

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  5. Waschbärengulasch wird oft gefälscht. Betrügerische Wirte servieren ahnungslosen Gästen Pferd.

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    1. Oft ist es auch Lungenhaschee von der Hupfdohle. Man kann ja heutzutage niemandem mehr trauen.

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    2. Ja, so sind sie. Das Bürgermeisterstück von der Waldameise essen sie natürlich selber.

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  6. Gebt den Armen mehr Geld, die kaufen davon Zeug und bescheren den Reichen höhere Profite.
    Nennt sich Keynesianismus, hat sich aber für die Kapitalisten nicht mehr gerechnet.

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  7. Funktionierte aber nachweislich schon mal.
    New deal in den USA der frühen 30er oder die Politik von Lula in Brasilien half zum einen den Armen und Ärmsten wie auch der "Wirtschaft" und somit auch den Reichen.
    Nur sind die Reichen eben neidische Säcke, wenn es plötzlich den Armen besser geht und die Reichen denken "alles mit unserem Geld" , dann wird sofort gegengesteuert.
    Egal ob mit der dann wieder beginnenden Verelendung auch die Sicherheitslage und das allg. Lebensgefühl den Bach runter geht. Hauptsache der Geldbeutel quillt über.
    Alles andere ist irrelevant, um mit 7 of 9 zu sprechen.

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    1. Die Armen sind da nicht besser. Schröder könnte man anführen, man kann aber auch einfach durch die Stadt laufen oder mal die eigene Laufbahn reflektieren. Nur eines kann der Deutsche richtig gut: Übertreiben!

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    2. Jo, die Kapitalisten verzichten dann einfach so auf Profit, damit es den Armen schlecht geht.
      Und da steigt den Verantwortlichen für den geringeren Profit auch keiner aufs Dach, die sehen das alle gleich ein, weil es ja für den guten Zweck, dass es den Armen schlecht geht, ist.

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