Mittwoch, 25. November 2020

Thirstyfive Minutes – der Kneipentalk

 

Blogstuff 524

„Er kam, sah und ließ es bleiben.“ (unbekannt)

Wenn man sich im Lockdown Light schon mit Sophie Scholl vergleicht, was kommt dann erst, wenn der Impfstoff da ist? Wird man die Impfzentren mit Auschwitz vergleichen? #jana

Gestern war der Tag der Corona-Rekorde: 36 Tote in Berlin, 410 in Deutschland und 12.776 weltweit. So viele Menschen sind in diesem Jahr noch nie an Covid-19 gestorben. Wenn man davon ausgeht, dass die zweite Welle noch bis Ende Mai, also ein halbes Jahr, anhält, sterben noch 6588 Berliner, 75.030 Deutsche und 2,3 Millionen Menschen weltweit. --- Moment, ich bekomme da ein Zitat ins Blogcockpit gereicht: „Ich finde es müßig über Todesfälle zu reden.“ Danke, Henry Streeck.

Die EZB überlegt, die Zinsen weiter zu senken, obwohl sie schon auf null sind. Denken wir die Sache mal weiter. Ich gehe richtig in die Vollen und sage: Lasst uns Strafzinsen von zwanzig Prozent einführen. Niemand hätte dann noch Geld auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto, denn es würde ja jedes Jahr um ein Fünftel weniger werden. Wenn wir diese Regelung auf die Girokonten ausdehnen, würde man sich sein Gehalt oder seine Rente jeden Monat in bar auszahlen lassen. Unmengen Kohle wäre unterwegs und der Beruf des Straßenräubers käme groß in Mode. Als freischaffender Künstler hätte ich eine neue Einnahmequelle: Ich würde jedes Jahr einen Kredit von 20.000 Euro aufnehmen. Fünf Jahre Laufzeit. Danach müsste ich nix mehr zurückzahlen. Niemand, der schlau ist, würde noch arbeiten gehen. Die Politik der EZB hat also ihre Grenzen. Aber man kann das Finanzsystem auch ins Reich des Absurden ausdehnen. Banken wären bei dieser Form der Kreditvergabe natürlich innerhalb kürzester Zeit verschwunden.

Die Kirchen bieten wegen der Corona-Maßnahmen jetzt auch „Abendmahl to go“ und Drive-Through-Taufen in einer geweihten Autowaschanlage an.

Die DDR war das einzige Land im Ostblock, das beim Übergang zum Kapitalismus einen Patenonkel hatte. Genutzt hat es ihr nix.



Das Leben kann so einfach sein. Mitten ins Gewerbegebiet zwischen Schweppenhausen und der Autobahn, wo früher nutzlose Natur ihr Unwesen trieb und wir als Kinder freudlos in den Wäldern spielten, weil die Playstation noch nicht erfunden war, hat man in Rekordzeit eine KFC-Filiale aus dem Boden gestampft. Dazu wurde nicht nur das Gebäude innerhalb weniger Wochen errichtet, sondern auch die Landstraße verbreitert, eine Abbiegespur eingerichtet, eine geteerte Straße und ein großer Parkplatz gebaut. Nimm das, BER! Da muss nur ein amerikanischer Konzern kommen und schon weht der Duft des globalen Turbokapitalismus durch den verschnarchten Hunsrück. Da in naher Zukunft Masterarbeiten in Germanistik, Politikwissenschaft und Atomphysik über mein Lebenswerk geschrieben werden, gebe ich hier feierlich meine erste Bestellung zu Protokoll: ein Zinger Bacon Cheese, Pommes, 7up und sechs Hotwings für unglaublich ungünstige 15 Euro 70.

Wenn ich mir die Situation in den Schulen anschaue, habe ich das Gefühl, die Landesregierungen wissen nicht so genau, was sie machen sollen. Man hat auch im Bund nicht den Eindruck, man würde von Profis regiert. Das erinnert mich an den Dilettantismus, als 2015 die Flüchtlinge kamen. „Steckt die Leute erst mal in die Turnhalle und dann sehen wir mal weiter, liebe Kommune. Schöne Grüße, Merkel.“

Spliff – Rand der Welt. https://www.youtube.com/watch?v=Pvoks3tE4R8

Vom Weihnachtsmann wünsche ich mir in diesem Jahr richtige Jungs-Schuhe.

 

5 Kommentare:

  1. > Wenn man sich im Lockdown Light schon mit Sophie Scholl vergleicht, was kommt dann erst, wenn der Impfstoff da ist? Wird man die Impfzentren mit Auschwitz vergleichen? #jana

    Bring die Idioten bloß nicht auf Ideen ...

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    1. Moinsen. Habe jetzt eins der Mahoni-Bücher gelesen. "Gebratene Störche". Gut geschrieben. Macht gute Laune. Nix zum laut lachen, aber zum oft grinsen. Es wird tatsächlich ein Storch gebraten und gegessen. Überhaupt geht es viel ums Essen, Trinken und Rauchen. Kann ich dir empfehlen. Hab's gebraucht für vier Euro gekauft. Der Preis vonnem Döner. Da kann man nix falsch machen.

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    2. Besten Dank!
      Dann werde ich mir das Buch mal ordern. Vielleicht wäre das auch mal was für einen Bücherschwank (https://bücherschwank.de/).

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  2. „Er kam, sah und ließ es bleiben.“ Verorte ich bei Asterix. Könnte aber auch von mir sein.

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  3. Der Weg zum Glück besteht darin, sich um nichts zu sorgen,
    was sich der Beeinflussung durch unseren Willen entzieht.

    Epiktet (55 - 135)

    Bin ...außer von DIR ... z.Z. von Ferdinand von Schirach (Jurist) begeistert, der die LANGSAMKEIT, OPIUM und EINSAMKEIT (Zigaretten und Kaffee) liebt und dazu, auch ein toller Schriftsteller ist !!!

    Himmlische Mittwochsgrüße von Engelchen *♥*

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