Sonntag, 15. November 2020

Opus Magnum

 


Es gibt nur wenige Künstler, die sich um den abstrakten Expressionismus so verdient gemacht haben wie Andy Bonetti. Der erste Eindruck, den uns das hier abgebildete Werk „Ohne Titel Nr. 2843“ vermittelt, ist verblüffend. Eine Symphonie verschiedener Grautöne, sehr konkret, geradezu von schmerzhafter Materialität geprägt. Als wären sie von einer Maschine geformt und nicht von der kundigen Hand des Meisters mit einem Dachshaarpinsel aufgetragen.

Ein abstraktes Gemälde, das uns konkret erscheint? Das wie eine Landschaft wirkt oder – aber vielleicht geht jetzt auch einfach die Phantasie mit mir durch – wie eine Straße? Aber wohin führt sie uns? Wir sehen nur einen Weg, aber kein Ziel. Dieses Statement überwiegt den ersten Eindruck, der sich erst langsam setzen kann, weil er so unglaublich stark ist. Freude trifft auf Trauer, Surrealismus auf klassische Moderne, die Metaphorik ergibt sich aus der Dynamik, die aus der Form entsteht. Ohne Zweifel strahlt „Ohne Titel Nr. 2843“ eine ungeheure Energie aus.

Die Farbelemente, für die sich Bonetti entschieden hat, sind alles andere als zufällig ausgewählt. Mausgrau und Staubgrau spiegeln ein geradezu ekstatisches Lebensgefühl, einen Lebenswillen und Optimismus, der Bonetti schon immer geprägt hat. Düstere Farben wie Aschgrau und Asphaltgrau stehen für die dunklen Phasen, die der Meister gerade im November immer wieder durchleben muss. Hier hat uns ein Künstler sein Herz geöffnet. Wir blicken in die ungeschützte Seelenlandschaft eines Jahrhundertgenies.

Was Andy Bonetti scheinbar zufällig auf die Leinwand geworfen, aber in Wahrheit mit absoluter Kunstfertigkeit komponiert hat, ist nicht weniger als eine Allegorie des Seins, der Hoffnung und ihrer Manifestation in der Kunst. Es ist viel über die philosophische Dimension seiner Bilder geschrieben worden. Wichtelbachs Antwort auf Michelangelo wirkt in seinen Meisterwerken übermenschlich, auch in der Auseinandersetzung mit dem, was den Maler und jeden Menschen beschäftigt: das Leben, der Sinn und der Tod.

In seinen farbenfrohen Gemälden stecken eine sinnliche Vielfalt und eine Vitalität, die weit über den Horizont des einzelnen Menschen hinausweist, weswegen „Ohne Titel Nr. 2843“ zweifelsohne zu den unsterblichen Meisterwerken der zeitgenössischen Kunst gezählt werden darf. Bonetti Media Unlimited bietet Ihnen eine hochwertige Reproduktion auf Papier an, staubdicht gerahmt mit Passepartout und UV-Schutz-Acrylglas. In handgearbeiteter Massivholzrahmung für nur 490 Euro inklusive Versandkosten. Bestellen Sie noch heute und werden Sie Teil einer Gemeinschaft. Die ersten fünfzig Kunden erhalten eine Kaffeetasse mit dem nicht weniger genialen Motiv „Ohne Titel Nr. 2844“.    

Trio – Herz ist Trumpf. https://www.youtube.com/watch?v=oSqdiyg4iAU

 

14 Kommentare:

  1. Icke vom Kuckucksnest15. November 2020 um 08:47

    Wir ordern hiermit die ersten tausend original Originale. Weil, Bonetti ist systemrelevant.

    gez. i.a.
    Bundeskanzleramt
    Bodo von Malaise, Hausmeister, Kulturbeauftragter und Viren-Experte

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    1. Du bekommst natürlich Mengenrabatt: 480.000 € inkl. Versandkosten. Wenn du mit Bonetti Prime bestellst, ist die Euro-Palette Kunst morgen in Berlin.

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  2. Hey, Eberling, ich habe mich mal vor Jahren mit einem Bekannten von dir über dich unterhalten, du. Der meinte, du seist eigentlich ein schlaues Kerlchen, du. Deswegen verwundert es mich doch sehr, jetzt hier so was lesen zu müssen. Weil ich kein Leben und auch keine Freunde mehr habe, weil die mein endloses Schlaubi-Gelaber über Sachen, von denen ich keine Ahnung habe, nicht mehr ertragen können, werde ich dir mit meinem grenzenlosen Universalwissen jetzt mal erklären, wie du gefälligst zu bloggen hast, weil ich ja 2015 erwacht bin und...

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    1. Da hast du dir einen echten Fan eingehandelt. Er bewirbt sich täglich für den Ronny des Monats :o)))

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  3. DAS ist KUNST ...

    und

    kann weg !!!

    *nachDIKTATverreist*

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  4. Eine nette Illustration der Schuppenflechte.

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  5. Im Nebel der alltäglichen Selbstbeweihräucherungen15. November 2020 um 11:15

    Kommentar für Unschuldige, die nicht vom Laster des Begreifens um jeden Preis befallen sind.

    Die Fabulanten aller in epischer Breite vorgetragenen Selbstbeweihräucherungen konnten der seit undenklichen Zeiten in Klein-Bloggersdorf herrschenden Symbiose von langem Bart und ewiger Marotte noch nie entkommen.

    Verehrtes Lesepublikum!

    Der zweite Vorname der ewigen Marotte ist Penetranz. Die Marotte hat die Penetranz eines Gletschers und ist doppelt so kalt. Die Marotte begleitet unendlich viele lange Bärte in ihren selbstverherrlichenden Träumen. Sie hat sich mit unerbittlicher List und mit der unergründlichen Heimlichkeit von Attentätern in den langen Bärten eingenistet.
    Mörderisch in der Absicht, ursprünglich in seiner Unvermeidlichkeit, wurde die allgegenwärtige Geißel, die die Marotte ist, seit Anbeginn der Bloggerei zum ewigen Begleiter der langen Bärte geweiht.

    Marotten sind - wo weder Flieder noch Lavendel gedeiht - unter den Markisen verschwurbelter Worthülsen heimisch. Und warten, warten geduldig ... auf die ... kommende ... Salbaderei samt langem Bart ...


    p.s.:
    Pilgernde Zigeuner, die über der allerletzten Ruhestätte des akrobatischen Klein-Bloggersdorfer Philosophen Harry Hare Krischner Tränen vergießen, klagen über einem leeren Grab.

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    1. Verdammt, Bonetti, wir sind durchschaut!

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    2. Geht es im Text etwa um uns? Ich dachte, Marotten wären diese russischen Puppen, die man aufmacht und da ist dann noch eine Marotte drin und noch eine, bis der Text zu Ende ist.

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    3. ... vom reden Lesen15. November 2020 um 21:20

      "Jetzt hört doch mal auf mit eurem Gelaber!"
      entrüstet sich einmal laut der Rhabarber.

      "Ja bitte?" erwiderten indigniert die Tomaten.

      Darauf der Rhabarber:
      "Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber,
      Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber!"

      Das war für das Gemüse im ganzen Land
      natürlich hoch interessant.

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  6. Nicht limitiert und nicht handsigniert, was soll das?

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    1. Selbstverständlich gibt es eine limitierte und handsignierte Auflage - aber nur exklusiv für die Leser von Kiezschreiber+

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  7. Jede Farbe ist mir recht, Hauptsache sie ist grau.
    (Bonetti zugeschrieben)

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  8. Opissimus maximum!
    Könnte mich beömmeln, wenn ich wüsste wie das geht.
    Bleibe daher beim genüsslichen Vernichten meiner kunstkritischen Abteilung meiner Bibliothek.
    Einmal morgens Bonetti, das reicht.

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