Mittwoch, 4. November 2020

Aggression im Unterton

 

Blogstuff 513

Können Sie sich noch daran erinnern, als Greta letztes Jahr mit dem Boot nach Amerika gesegelt ist, um dem Establishment verbal in den Arsch zu treten? Glückliche, unbeschwerte Zeit der Klimakatastrophe. Heute ist „How dare you“ der Buchtitel von einem rechten Schmock, der für den Focus schreibt.

Ich habe mal überlegt, was sich durch den zweiten Lockdown in meinem Leben ändern wird. Ergebnis: nichts.

Als ich neulich in Berlin war, hat eine Firma zwei „Rauchmelder“ aka Spionagesonden und Chemtrailverteiler für Stubenhocker bei mir installiert. Danke, Herr Gates! Die machen sich noch nicht mal die Mühe, ihre Diktatur heimlich zu errichten.

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Habe mich für heute Abend mit meinen Freunden Glotzi, Chipsi und Flaschi im Wohnzimmer verabredet.

Wäre der BER ein Privatunternehmen, hätte der Flughafen am Eröffnungstag Insolvenz anmelden müssen.

Wieso lese ich ständig die wilde These, die Kultur würde wegen des vierwöchigen Lockdowns den Bach runtergehen? Es gibt doch das Internet. Lesen und Musik hören kann ich auch zuhause.

Im Ernst: Eine Kultur, die systemrelevant ist, brauche ich nicht. Aber eine systemunabhängige Kultur, die das System und seine elementaren Entstehungs- und Wirkungsbedingungen in Frage stellt. Die keine Alimente, keine Subventionen, keine reichen Sammler und Mäzene braucht. Um die vom Staat getragene und oft genug staatstragende Kultur der Opernhäuser und Symphonieorchester, der staatlichen Museen und Staatstheater müssen wir uns keine Sorgen machen, das besserverdienende Bildungsbürgertum weiß sich bis auf Kreisstadtebene mit dem Parteienstaat verbunden. Für die abgestumpfte Masse der Werktätigen haben wir Fernsehen, Computerspiele und Streamingdienste.   

Der Linken fehlt der Optimismus. Aber der Optimismus braucht auch ein Ziel. Eine Utopie, ein Programm. Wie wollen wir leben? Wie erreichen wir das Ziel? Dazu kommt das Desinteresse der gebildeten Linken an der sozialen Lage der Unterschicht, deren Situation sich zweifellos verbessern muss - durch linke Politik. Aber wer sich der Mühsal unterzieht, kleine Erfolge zu erkämpfen, wird sogleich von den Theoretikern an den altmarxistischen Stammtischen verhöhnt. Dort wird bekanntlich ein Weg, der aus tausend Schritten besteht, mit einem gewaltigen Sprung bewältigt, für den man einzig und allein ein großes Gossenschlappmaul benötigt, aber keine Genossen und kein Konzept.

Patti Smith - Smells Like Teen Spirit. https://www.youtube.com/watch?v=M_ciiCyxOJA

Die Impfung der heiligen Lucia von Syrakus. Sie hatte die Augen ihrer Mutter.

6 Kommentare:

  1. "von den Theoretikern an den altmarxistischen Stammtischen"

    Wo findet man die eigentlich noch? Die von früher sind bis auf Ausnahmen (Altauto?) längst in der Versenkung verschwunden, abgetaucht, auf dem Narrenschiff verstorben, oder ganz woanders wieder aufgestiegen.
    Was sich heute "links" einordnet, das ist doch lächerlich.

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  2. Herr, in mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht.
    Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht.
    Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe.
    Ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede.
    Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weisst den Weg für mich.

    Dietrich Bonhoeffer

    AMEN

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  3. Die Altlinken haben inzwischen Familie und ein Eigenheim im Speckgürtel, wahlweise Prenzlberg, in den 90ern günstig erworben.
    Auto braucht es auch, sogar auch hier einen SUV, man sollte es nicht glauben, "isch halt sicherer und ma hockt höher" ( "hecher" oder auch "haier", ist auch Schwäbisch, aber das versteht keiner ).
    Dafür braucht man Geld, der Urlaub auf Kreta will auch bezahlt werden.
    Also muß man sich mit der Gesellschaft arrangieren.
    Junge Kollegin von mir meinte auf meine Kritik an der angepassten, kritiklosen jungen Generation, Sie seien sehr wohl unbequem, an würde ja gegen die Klimasituation protestieren. Während der Schulzeit, höm höm....
    Eine Woche später machte Sie eine Woche Urlaub und flog mit einem last minute Angebot um die halbe Welt.
    So etwas kann man sich nicht ausdenken !

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    1. Hier wird Sie geholfen.

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    2. "So etwas kann man sich nicht ausdenken !"

      Du offenbar schon!

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    3. Ähhh....nein.
      Es ist wahr.
      Tut mir leid.

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