Sonntag, 4. Oktober 2020

Sonntag

 

Als ich meine Schuhe anziehen wollte, bemerkte ich, dass ich keine Füße hatte.

Als ich meine Füße suchte, sah ich, dass ich keine Hände hatte.

Als ich aufwachen wollte, wurde mir klar, dass ich gar nicht schlief.

Als ich zum Fenster blickte, sah ich ein riesiges Auge. Es entfernte sich langsam und ich sah ein Gesicht.

Es war ein älterer Herr, der freundlich lächelte und seinen Hut zum Gruß lüftete.

Da wurde ich wieder ruhig. Ich hatte den Eindruck, etwas überstanden zu haben, wusste aber nicht, was es gewesen war.




7 Kommentare:

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    1. Nein, inspiriert hat mich die Ror Wolf-Lektüre am Vormittag. Ursprünglich sollte am Nachmittag ein anderer kurzer Text kommen. Aber nach dem Mittagessen habe ich tatsächlich zwei Stunden lang Kafka-Erzählungen wie den Landarzt gelesen.

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  2. Covid19. Geht schnell in Berlin.

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    1. Ja, die gesamte Innenstadt ist inzwischen ein Hotspot. Ich werde in den nächsten Tagen meine Zelte abbrechen und die Stadt verlassen. Den Winter über bleibe ich in Schweppenhausen.

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    2. Vergiss vor der Quarantäne in Schweppenhausen nicht Deiner Briefträgerin Bescheid zu geben, dass ein gewisser "Kiezschreiber" bei Dir sein Postfach hat! :D

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  3. "Den Winter über bleibe ich in Schweppenhausen."

    Du schlimmer Finger, einfach so abhauen aus einem Hotspot und das böse Virus weitergeben
    an die armen Schweppenhausener.

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    1. Du unterschätzt die Abstände auf dem Land. Hier unterhält man sich schon immer mit drei Meter Abstand über den Gartenzaun, es gibt auch keine Gaststätten, wo die Leute sich näherkommen können. Der Winter wird eine endlose Quarantäne ...

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