Montag, 3. August 2020

Erkenntnisse eines Samstags


Ich bin dankbar, dass sich die Corona-Leugner am Samstag in Berlin getroffen haben. Jetzt haben wir endlich mal einen klaren Überblick, wie groß das Lager der Realitätsverweigerer ist. Aus ganz Deutschland waren sie angereist und es kamen gerade einmal zwanzigtausend Leute. Jedes Heimspiel von Mainz 05 vor Beginn der Pandemie hatte mehr Zuschauer.

Schon anhand eigener Angaben über die Zahl der Demonstranten kann man den Grad der Verblendung erkennen. Da wird von 1,3 Millionen gesprochen, andere behaupten, es sei die größte Demonstration in der Geschichte der Menschheit gewesen. Der Beginn einer Revolution. Leipzig 1989 nix dagegen, so der rechtsradikale Kopp-Verlag.

Ich habe fünf Jahre lang im Ernst-Reuter-Haus gearbeitet. Das Gebäude liegt an der Straße des 17. Juni. Ich war bis 2003 auf diversen Love Parades, 2006 auf der Fanmeile und 2008 bei der Ansprache Obamas vor der Siegessäule. Am Samstag waren keine Millionen unterwegs, auch keine Hunderttausend. Wo hätten diese Menschen auch unterkommen wollen? Berlin hat gar nicht so viele Hotelbetten und die Einheimischen haben in Sachen Demo jedes Jahr die Qual der Wahl zwischen 4.500 und 5.000 Veranstaltungen. Die machen nicht jeden Scheiß mit.

Welche Erkenntnisse lassen sich aus dem Vorgang in der Hauptstadt extrahieren?

1.    Linke und Alt-68er haben gelernt, dass die Polizei keine Wasserwerfer einsetzt und auch den Knüppel stecken lässt, wenn man mit Nazis und Reichsbürgern marschiert. Ein Lob der Querfront und dem Hufeisen. Dummheit vereint die Menschen und Einigkeit macht bekanntlich stark. Auf die eigenen Prinzipien wird notfalls gepfiffen.

2.     Corona-Leugner sind völkisch denkende Menschen. Es geht nur um Deutsche und die Situation in Deutschland, die sie als Diktatur bezeichnen. Sie leugnen einfach, dass sämtliche Regierungen dieser Welt Maßnahmen ergriffen haben und selbst Trump inzwischen eine Schutzmaske trägt.

3.     Auf Fakten und Argumente reagieren Corona-Leugner aggressiv. Entweder handelt es sich um Fake News der „Lügenpresse“ oder es ist Propaganda der Merkel-Diktatur. Diese Bunkermentalität kennen wir von Pegida, AfD und anderen Nazis. Eigene Argumente? „Ich habe das Virus noch nicht gesehen“ bzw. „In meinem Bekanntenkreis ist noch keiner am Virus gestorben“.

4.     Wer ungehindert nach Berlin reist, um für die Reisefreiheit zu demonstrieren, macht einen Denkfehler. Wer eine Demonstration anmeldet und behauptet, man dürfe nicht mehr demonstrieren, macht einen Denkfehler. Wer stundenlang in aller Öffentlichkeit und in Anwesenheit der Medien herausposaunt, er dürfe seine Meinung nicht frei äußern, macht einen Denkfehler. Und so weiter, und so fort.

5.     Die Mehrheit der Bürger teilt die Meinung der Corona-Leugner nicht. 20.000 Teilnehmer nach einem bundesweiten Aufruf – das ist ein Armutszeugnis. Selbst wenn sie jeden Samstag kämen. Aber nächsten Samstag steht wieder Reiskanzler Hildmann vor hundert Leuten und erzählt denselben Mist wie immer. Vielleicht sind die Deutschen doch nicht so blöd, wie man glaubt. 99 Prozent haben den Ernst der Lage erkannt. Über den kläglichen Rest darf man getrost lachen.



Kommentare:

  1. Neiin, das faschistische Schweinesystem steht doch ganz knapp vor dem Kollaps. Wie 1968. Und 1977. Schon die Volksfront von Judäa (oder die judäische Volksfront?) sah sich damals, 33 A.D., kurz vor dem Sieg, weil sie 500 mal 'Romanes ite domum' an Herodes' Palast gepinselt haben (mit freundlicher Hilfe vom Zenturio). Was soll man sagen? Sie hatten recht. Keine 450 Jahre später war es tatsächlich so weit.
    Im Übrigen ist es voll mein Humor, sich in einem durch und durch faschistischen System zu wähnen, und dann eine Demo zu beklatschen, auf der massig Faschisten mitlatschen.

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    1. Ich frage mich, gegen was sich diese Heulsusen eigentlich wehren? Nur weil man einmal die Woche für 15 Minuten im Supermarkt eine Maske tragen muss? Wo waren bei der Demo die Bundesligafanclubs und die Künstler, also die Leute, die tatsächlich von den Maßnahmen betroffen sind?

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  2. Bisher 1,3 Millionen Seitenaufrufe heute. Bonetti Media rulez.

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  3. Laut neuesten Erkenntnissen der Berliner Polizei waren es 17 000.
    Ich sage es waren nur 5000, der Rest Spaziergänger.
    Aber dennoch hat sich Bolle
    Janz köstlich amüsiert.

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  4. Das Geilste am "Reiskanzler" Hildmann ist für mich, dass er en passant die ganze Veganer-Bewegung im Orkus versenkt.

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  5. es sei die größte Demonstration in der Geschichte der Menschheit gewesen.

    Die größte Veranstaltung aller Zeiten, selbstverständlich.

    Und in zehn Jahren wird dann Heiko Schrang die Straße des 17. Juni in Straße des 1. August umbenannt haben, sich mit der Farmerindustrie und der Hochfinanz angelegt und seine Rassentheorieren weiterentwickelt haben.

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    1. Ich begreife auch nicht, warum die Covidioten zwanghaft das Grundgesetz verteidigen, das doch das Regelwerk der verhassten Merkel/Gates/5G-Diktatur ist?

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  6. Am Samstag hat sich der Protest kurzzeitig auf die Wiese vor dem Reichstag verlegt.
    Der Sprecher redete über die Deutsche Frage, die heute beantwortet wird, die fehlenden Verfassung etc. Links und rechts 1-3 Flaggen schwarz-weiß-rot. Tag der Freiheit halt. Kurzzeitig übermannt von Gefühlen und einen Hauch Größenwahn sprach er von einem großen Tag für Deutschland, für die Welt und das jetzt der Tag für die Völker gekommen sei ihre Freiheit zurückzuholen und die Demo der Beginn von etwas Neuen ganz Großen ist, oder so ähnlich. Die Flaggen, vor dem Reichstag, was er sagte - ich hatte viele Assoziationen. Freiheit war keine davon.
    Zu dem Zeitpunkt sprach er zu ca. 500 Menschen.
    Auf der Wiese lief Reggae.
    Zumindest das Vodafonenetz wurde nicht abgeschaltet. Auch nicht bei der Verkündung der Auflösung der Demo. Außer in der U-Bahn. Aber das machen sie immer.

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    1. Lustig ist ja auch, dass diese Ansammlung verwirrter Wutbürger "Das Ende der Pandemie" ausruft (so der Titel der Veranstaltung), während die WHO an diesem Tag 292.000 Neuinfizierte zählt. Mal sehen, wie viele durch das Ischgl an der Spree dazukommen.

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  7. Als Megaspreader bin ich natürlich überall in Deutschland unterwegs. Mein Ziel ist die endgültige Entvolkung Deutschlands. Betrachtet Euer Leben schon mal als gelaufen.

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