Sonntag, 26. Juli 2020

Stefan Rose ist an allem schuld

Der Kollege, der sich heute in seinem neuesten Beitrag innenarchitektonischer Schwerverbrechen rühmt, hat mich neulich auf eine Zeitreise geschickt. Es ging um den guten alten Tabaksbeutel, den ich in den achtziger Jahren immer bei mir hatte. Es waren vorgestern in seinem Blog Artikel von Sven Knoch verlinkt, in denen auch die Tabakwerbung in der Titanic zu sehen war. Tatsächlich habe ich alle erwähnten Marken geraucht, hauptsächlich aber DRUM und Van Nelle. Längst versunkene Erinnerungen an unbeschwerte Jugendtage konnte ich an die Oberfläche befördern – und dann habe ich angefangen, meine alten Titanic-Hefte zu suchen. Ich stieß in einem Schrank auf eine Schicht meines Lebens, in der es hauptsächlich um die Jahre 1990 und 1991. Aber es gab auch andere schöne Fundstücke.

Ich möchte aus einem Brief meiner Oma aus dem Frühjahr 1991 zitieren, den sie mir nach 1 Berlin 36 geschrieben hatte: „Es ist doch schön, wenn alles klappt, da kann man auch später Ansprüche stellen, aber immer auf Zack sein.“ So war meine Oma. Und bekanntlich bin ich heute noch auf Zack.


Ich habe zum Beispiel jede Menge Geld gefunden. Das ist nur ein kleiner Teil meiner zukünftigen Altersvorsorge.




Damals hatte ich noch ein vielfältiges Freizeitprogramm. Ein unscheinbares Kärtchen der Berliner Schaubühne habe ich weggelassen, aber ich war damals jeden Monat im Theater, meistens in der Volksbühne.




Damals gab es spezielle Boulevardblättchen für Ostdeutsche. Hier wird gefordert, der Ex-Staatschef möge in der Produktion arbeiten. Dergleichen Schlagzeilen wünsche ich mir für Scheuer und Amthor.



Die jüngst verblichene Zitty. Damals hatte das Heft von einen Umfang von 276 Seiten!




Das war die letzte Ausgabe der Titanic in Deutschland in den Grenzen von 1949. Wer den Text lesen will, muss das Bild anklicken.






7 Kommentare:

  1. Na da ist man doch gerne schuld! Die Tabakwerbungen haben auch bei mir was zum klingen gebracht. Ist jungen Leuten heute kaum noch beizubringen, dass die Qualmerei mal mit Freiheit und Coolness in Verbindung gebracht wurde...

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    1. Tja, mit jungen Lungen konnte man schön einen auf dicke Hose machen. Habe mal in einer Nacht ein 50gr.-Päckchen komplett niedergemacht - und damals stimmte auch noch der Teergehalt. Heute habe ich eine Hand am Geländer, wenn ich eine Treppe hinauf- oder hinabsteige ...

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  2. Zuerst sah ich im Westen : Zigarettenreklame (Invalidenstraße 1989).
    Ansonsten: Danke für den Sondermann. (Ein ganz Großer !)

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    1. Bernd Pfarr hiess dieser ganz große, viel zu früh verstorbene.

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  3. Bernd Pfarr hiess dieser ganz große, viel zu früh verstorbene.

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    1. Kim. Die hat meine Mutter in den 70ern geraucht. Damals gab es noch Männer- und Frauenzigaretten.

      Die letzte gute Zigarette, die ich geraucht habe, war eine Gitanes Mais. 44 mg Teer.

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