Montag, 16. März 2020

Schnell erklärt: Warum finden jetzt Corona-Partys statt?


Wie jeder Selbständige frage ich mich auch, wie ich die Verdienstausfälle durch die Corona-Krise kompensieren kann. Keine Lesungen, keine Eröffnungen von Autohäusern und Matratzenoutlets, keine Autogrammstunden in Kaufhäusern. Die Lösung: Man muss das Virus haben, dann gibt es Geld.
Als Selbständiger hat man für den Verdienstausfall der nächsten Monate nur Anrecht auf staatliche Entschädigung als "Ausscheider, Ansteckungsverdächtiger, Krankheitsverdächtiger oder als sonstiger Träger von Krankheitserregern" (§ 56 IfSG). Das heißt konkret: Wenn man in Quarantäne ist, die vom Gesundheitsamt verhängt wurde. Die Entschädigung richtet sich nach den Einnahmen der letzten Steuererklärung (pro Monat Quarantäne 1/12 der zu versteuernden Summe). Mit den entsprechenden Unterlagen (Steuererklärung, Quarantäne-Bescheinigung) wendet man sich ans örtliche Gesundheitsamt, die den Vorgang dann ans die zuständige Behörde weiterleitet.
Deswegen treffen sich jetzt die ganzen Freiberufler, Selbständigen und Schein-Selbständigen auf Corona-Partys im Prenzlauer Berg und anderswo, um sich gegenseitig anzustecken. Wer kerngesund Absagen sammelt, geht Pleite. So funktioniert der Kapitalismus, Freunde der Sonne. Er geht buchstäblich über Leichen.

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