Donnerstag, 27. Februar 2020

Winteranfang im Hunsrück



Seit zwei Stunden schneit es wie bescheuert. Mein Besuch im Supermarkt war eine Riesenenttäuschung. Gähnende Leere, keine Hamsterkäufer. Ein junger Mann sitzt einsam an der Kasse und hat nichts zu tun. Er ruft ins Mikro "Zweite Kasse, bitte" und das halbe Dutzend Verkäuferinnen und Kunden hat wenigstens etwas zum Schmunzeln.



Es kommen auch wieder bessere Zeiten. Diese Picknicktasche habe ich im Keller gefunden. Damit ist unsere Familie im Sommer ins Schwimmbad gegangen. Sie dürfte fünfzig Jahre alt sein, aber die Farben sind noch so leuchtend wie in meiner Kindheit. Erinnerung an Capri-Sonne und Bahlsen-Butterkekse.

P.S.: Gerade hatten wir im gesamten Dorf 45 Minuten Stromausfall. Wo ist die Taschenlampe, wo die Kerzen, wo das Feuerzeug? Ich hatte nur noch irgendwelche gewichtelten Duftkerzen "Melone". Alter Finne! Und dann sitzt du allein im faden Dämmerlicht, blickst über das Dorf, wo gelegentlich Taschenlampen in den Fenstern aufblitzen, als wären hier die Einbrecher unterwegs, und überlegst, welchen Nachbarn du in diesem eingeschneiten Tal als Erstes auffressen wirst.

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