Samstag, 22. Februar 2020

Olympisches Gold für den Diskurswerfer Bonetti


Blogstuff 394
„Keine raunenden Botschaften; keine Ideologien, denen man zunicken könnte; keine dampfenden Bedeutungen; keine abhebbaren Tendenzen; keine echten Anliegen; keine Bildungsbrocken für Leser, die ihre Lektüre allein danach aussuchen; keine verbindlichen Aussagen; keine Ideen vom großen und ganzen; keine Charaktere, die nach psychologischen Richtlinien agieren; keine Moral; aber: Spiel, Heckmeck, Hokuspokus, Burleske, Wortakrobatik, Spaß; Spaß, der freilich an jeder Stelle umschlagen kann in Entsetzen.“ (Ror Wolf)
Der Postmaterialismus, mit dem ich mich schon im Studium Ende der achtziger Jahre befasst habe, hat längst die Gesellschaft erreicht. Nur die Politiker haben es nicht begriffen. Sie machen materialistische Angebote wie Rentenerhöhung oder Mindestlohnsteigerung, während längst postmaterialistische Themen wie Klima (=> Grüne) oder nationale Identität (=> AfD) Wählerstimmen versprechen.
Mein Neffe ist in diesem Jahr auf einem Fastnachtsumzug dabei – auf einem Wagen. Ich frage ihn nach seiner Verkleidung. Alle jungen Leute auf dem Festwagen sind nach einer Netflix-Serie verkleidet: „Haus des Geldes“. Alle tragen rote Anzüge mit unterschiedlichen Stadtnamen. Er hat Kampala gewählt, die Hauptstadt von Uganda, da er gerade zwei Wochen in Ostafrika gewesen ist.
Old Natterhand „Fotzenfritz“ Merz hat im Bundestag gegen die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe gestimmt, forderte die Rente mit 70 und volle Besteuerung der Rente, wollte den Kündigungsschutz komplett abschaffen und klagte gegen die Offenlegung von Nebeneinkünften der Politiker. Wir brauchen ihn als Kanzler – dringend!
McKinsey bei der Bundeswehr. Wieso ist das schiefgegangen? Weil Unternehmensberater keine Ahnung vom Militär haben – und weil von der Leyen und AKK als Chefinnen keine Ahnung vom Militär haben. Wenn ich in einem Karnevalsverein etwas verbessern will, hole ich mir erfahrene Karnevalisten aus anderen Orten, die seit Jahrzehnten Sitzungen und Umzüge organisieren. Hole ich mir McKinsey ins Haus, wird es keinen Rosenmontagszug geben. Das Potential von Betriebswirten und Juristen ist sehr begrenzt. Aber darüber spricht niemand. Nur über ihre Honorare. Preisfrage: Wäre Einstein ein guter Fußballtrainer gewesen?
Auf dem Land ist nicht viel los. Da sind die wenigen Geschichten, die sich zugetragen haben, kostbar wie Antiquitäten. Ich habe mir nach einer Party bei einem Freund im Nachbardorf mal aus Versehen die Zähne mit Rasiercreme statt mit Zahnpasta geputzt. Nach etlichen Schoppen kann das in einem fremden Bad schon mal passieren. Das war vor 18 Jahren. Noch heute wird die Geschichte erzählt und wir können jedes Mal wieder darüber lachen. In Berlin würde man gefragt werden, warum man das überhaupt erzählt.
Les Négresses Vertes - Sous le Soleil de Bodega. https://www.youtube.com/watch?v=5tklk596Urg

4 Kommentare:

  1. Dein NEFFE soll sich mal gut festhalten... nach Sabine und Victoria ist jetzt Sturmtief XANTHIPPE... ist im anmarsch ... HELAU und Alaaf ;)))

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  2. Derweil hat der Claas-Relotius-Verlag endlich einen überzeugenden Grund gefunden, warum große Teile Deutschlands eine schlechtere Internetverbindung haben als Albanien.

    "Wie schnelles Internet populistischen Parteien hilft"
    Breitbandausbau stoppen, sofort.

    Und in der nächsten Redaktionskonferenz wieder nur die zwei Fragen:
    "Warum glaubt uns keiner?"
    "Wieso sinkt die Auflage im Print?"

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  3. Hätte man nur mehr Einsteins als Trainer gehabt! Man wäre heute nicht ständig gezwungen über Fußball lamentieren zu müssen.

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    1. Wie wahr. Dann könnten wir jetzt über die Relativitätstheorie diskutieren. Die ist auch viel einfacher zu verstehen als die derzeitige Regelung zum Thema Handspiel im Strafraum.

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