Sonntag, 9. Februar 2020

Ein Jahr Klimadebatte


Seit Anfang letzten Jahres reden wir über das Klima und passiert ist: nichts. Die einzigen Menschen, die ich kenne, die umweltbewusst gelebt haben, waren meine Großeltern. Sie hatten kein Auto und sind nie geflogen. Sie haben überhaupt keine Reise unternommen, noch nicht mal eine Hochzeitsreise. Sie haben geheiratet, bis in die Nacht gefeiert und am nächsten Morgen standen sie wieder im Stall, um die Kühe zu melken. Im Garten gab es keinen einzigen Grashalm und keine Blumen. Nur Gemüse, hauptsächlich Kartoffeln, Kohl und Bohnen, und Erdbeeren für uns Kinder. Es gab ein paar Hühner und Fleisch nur am Sonntag. Meine Oma hat ihre Kittelschürze getragen, bis sie auseinanderfiel, und trank morgens ihren Kaffee und ansonsten Leitungswasser. Sie haben alles richtig gemacht und kannten noch nicht mal das Wort Ökologie.
Ich sehe nur Schwätzer, in der Politik und im Alltag. Kein Mensch, den ich kenne, hat etwas in seinem Leben verändert. Niemand hat sein Auto abgeschafft, keiner ist Vegetarier geworden. Aber alle finden Greta toll und loben das Engagement der Jugend. Nur Geschwätz und Eitelkeit. Lassen wir’s einfach sein. Auch mit den guten Vorsätzen und den Plänen für 2040, 2050 oder wann auch immer. Kenne ich von Silvester. Funktioniert nicht.

Einfach nicht mehr übers Klima reden. Dann gehen die Probleme von allein weg.

Das große Sonntagsrätsel: Auf welches neue Kohlekraftwerk spielt dieses Bild an?
Sabines Musiktipp: Scorpions - Rock You Like A Hurricane. https://www.youtube.com/watch?v=CGfKi6kpdTQ

11 Kommentare:

  1. Stimmt so nicht, wir haben unseren Stromverbrauch nachweislich um 60 % reduziert. Und ein wenig leben wir auch wie deine Großeltern: nie geflogen, viel Gemüse und wenig Fleisch(und dann Bio), ortsnahe Produkte bevorzugen, Kleidung etc. hochwertig und langlebig,... Ich kenne mehr Menschen, die so oder ähnlich leben. Andere meinen halt, es stehen ihnen bestimmte Dinge zu, sie sind reingelegt, wenn sie etwas teurer als beim Discounter kaufen, viel moderne Kleidung sei notwendig,...
    Vor ca. 40 Jahren schrieb ein Wissenschaftler der Uni Karlsruhe, es wäre gut, wenn nur kleine Katastrophen reichten, um zur Änderung zu bewegen(leider finde ich das Buch nicht mehr!).

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    1. Zum Glück kenne ich dich, Roswitha. Das gibt mir Hoffnung. Aber in meinem Freundeskreis, in der Familie und der Nachbarschaft gab es keine Veränderung. Es bleibt bei einem Vegetarier, den ich kenne, und ich bin der Einzige, der ohne Auto lebt.

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  2. Ich hab noch nie ein Auto besessen, nicht mal einen Führerschein, geflogen bin ich auch noch nie. Aber alles aus gänzlich unideologischen Gründen. Ich mag diesen ganzen Kram nicht besonders und ich mochte ihn noch nie. Wir versuchen uns so gut es geht Bio zu ernähren, was schwierig ist, wenn man gerne Fleisch frisst. Aber es bricht ja ohnehin bald alles zusammen, wenn wir in vom Virus abgeriegelten Hochsicherheits-Städten vor uns hinvegetieren. Ohne Auto, ohne Flieger, ohne Schweinefleisch, zu schwach zum Vögeln. Was dann?

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    1. Solange du noch deinen Stift halten und ein Notizbuch tragen kannst, ist nichts verloren.

      Glumm rulez!

      Gruß aus dem Panic Room (wegen Sabine)

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  3. Jetzt geht das hier auch schon los, dass die Verantwortung für den Klimawandel von den strukturellen Ursachen, der Industrie und der Politik in das Individuum verlagert wird. Das ist extrem kontraproduktiv.

    Die Autorin Kathrin Hartmann kritisiert schon lange die Ideologie der Weltrettung mit dem Einkaufswagen:
    https://www.zeitschrift-luxemburg.de/weltrettung-im-supermarkt-wie-ethischer-konsum-ein-unethisches-system-stuetzt/

    Die Behauptungen im letzten Absatz sind eine Unverschämtheit und ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die tagtäglich leidenschaftlich mit dem Risiko persönlicher und finanzieller Nachteile gegen Braunkohlekraftwerke im Rheinland und in der Lausitz aktiv sind. Einige werden inzwischen vom Verf.-Schutz observiert. Andere saßen sogar schon im Knast. Vielleicht solltest Du mit solchen Pauschalurteilen etwas zurückhaltender sein.

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    1. Persönliches Verhalten und politisches Engagement sind doch kein Widerspruch, es gehört zusammen. Ich kann doch gegen Kohlekraftwerke sein und gleichzeitig mit dem Rauchen aufhören.

      Mit dem letzten Absatz meine ich mein privates Umfeld und die Politik, die sich in semantischer Problembearbeitung ergeht. Wer glaubt, mit dem Besuch einer Demo politisches Engagement zu zeigen, dem kann ich auch nicht helfen. Es gab nie eine Demo, die in der BRD etwas bewegt hätte. Weder 1967/68, noch während der Anti-AKW- und Friedensbewegung oder in der Attac-, Blockupy-, FFF-Phase.

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  4. Ich war schon lange nicht mehr Samstags in der Stadt.
    Schon ewig nicht mehr, die Gründe tun nichts zur Sache.( Ne Ne, nich Knast..)
    So mal flanieren, Kaffee trinken gehen, Wolle einkaufen, die Frau strickt.
    Ich habe derzeit nichts neues zum Anziehen, das ist das "Problem", wenn man rel. teure aber langlebige Dinge kauft. Sie sehen halt nach 5-10 Jahren nicht mehr neu aus, auch wenn das Zeug noch pfenniggut ist. Das Publikum in der Fußgängerzone war natürlich komplett in fabrikneuem Zeug gekleidet, das sieht man einfach. Wahrscheinlich vielfach so Billigzeug aus Fernost, aber es sieht toll neu aus.
    Und ich kam mir blöde vor. Man ist so mit diesem kollektiven Zwang verwoben, man kann sich einfach nicht frei machen von diesen, ja, Vorgaben ? Regeln ?
    Ich werde natürlich einen Teufel tun, mir jetzt neue Ausgehklamotten zu kaufen, trotzdem fällt es schwer sich dann in so einer Situation wohl zu fühlen.
    Ich verhalte mich nachhaltig, trotzdem denkt man, Mensch... Saublöde, oder ??

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    1. Wieso? Kann dir doch egal sein, wie der Rest der Welt rumläuft. Und die Meinung anderer Leute über deine Klamotten kennst du ja nicht. Vermutlich denken die nicht über jeden, der ihnen in der Fußgängerzone entgegen kommt, groß nach. Ich habe zum Beispiel immer Wanderschuhe von Meindl oder Lowa an. Sehen doof aus, sind aber saubequem und gut für die Bandscheiben. Immer locker durch die Hose atmen ;o)

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    2. Klaasje Niemandsverdruss9. Februar 2020 um 21:31

      >>> Ich werde natürlich einen Teufel tun, mir jetzt neue Ausgehklamotten zu kaufen

      Recht so!
      Geh doch einfach nackisch und behaupte, du wärest der Kaiser der Fußgängerzonen ;~)

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    3. Oh doch. Die Leute schauen schon ganz genau hin.
      Sonst würden die ja selber nicht so großen Wert auf solche Sachen legen.
      Zur eigenen Beruhigung kann man sich ja vor Augen halten, daß die Englische Oberschicht immer leicht getragene Sachen trägt, aus diesem Grund muß der Buttler ja die gleiche Konfektionsgröße haben wie der Chef. Er muß das nagelneue Zeug erst ein paar mal tragen, während der Arbeit.
      Trotzdem spürt man diesen kollektiven Zwang, das wollte ich zum Ausdruck bringen.
      Konsumzwang. Das Thema war und ist ja Überfluss, Kapitalismus, Umweltzerstörung.
      Gut, habe auch schon reiche Leute gesehen, die daher kamen wie die Penner.
      Z.B. in der Fa. bei der Maschinenabnahme, wenn also die neu gebaute Maschine vor dem Kunden getestet wurde, ob Sie auch funktioniert u.s.w. bevor Sie versendet wurde.
      Da hat man schon so Typen gesehen, gerade aus England, gnadenlos.

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  5. Das ist das Kraftwerk Trockenpflaume.
    Benannt nach Deiner Nachbarin, der alten Vettel. Stimmts ?

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