Donnerstag, 2. Januar 2020

Isaac Asimov zum 100. Geburtstag


Heilige Galaxis! Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Das Sonnensystem und viele andere Sternensysteme der Milchstraße sind von Menschen besiedelt. Die alte Erde ist dekadent geworden, die Menschen leben hauptsächlich von staatlichen Zuwendungen. Die Starken und Mutigen sind zu neuen Planeten aufgebrochen.
Wer denkt da nicht an „Blade Runner“, die Dystopie von Philip K. Dick? Aber schon bevor Dick sein Meisterwerk schrieb, haben amerikanische SF-Autoren die Geschichte von der dekadenten, untergehenden alten Welt und Zukunft am Sternenhimmel, vom Aufbruch ins Ungewisse, also vom „Star Trek“ in den nächsten Wilden Westen, geschrieben.
Ich war 13 oder 14 Jahre alt, als ich zum ersten Mal von Isaac Asimov hörte. Ich weiß nicht mehr, wie die erste Kurzgeschichte oder wie die erste Novelle hieß, die ich gelesen habe. Im Bücherschrank finde ich drei Bände seiner Reihe „Lucky Starr“, die ich als Schüler gekauft habe. Billiges Papier, im Englischen sagt man Pulp, bunter Einband, Bastei-Lübbe, 4 Mark 80.
Asimov wurde 1920 in der Sowjetunion geboren und wanderte mit seinen jüdischen Eltern 1923 in die USA aus. Er wuchs in Brooklyn auf und studierte Chemie. Mit 19 Jahren veröffentlichte er seine erste Kurzgeschichte in einem SF-Magazin, er kannte Eugene Roddenberry und war wissenschaftlicher Berater des ersten Star Trek-Filmprojekts. Er starb 1992 an einer HIV-Infektion, die er sich bei einer Bluttransfusion zugezogen hatte.
Ich lese zwischen den Jahren „Lucky Starr im Licht der Merkursonne“, 1956 in den USA veröffentlicht, erst 1981 in Deutschland erschienen, mit einem Vorwort von Asimov von 1970, in dem er die ganzen Fehler korrigiert, die inzwischen durch neue Forschungsergebnisse zum Merkur entstanden sind. Wissenschaftliche Fakten und Action, kompakt auf 150 Seiten.
Asimov haben wir die drei Robotergesetze zu verdanken, die eigentlich auch die zehn Gebote ersetzen könnten:
1. Ein Roboter darf keinem menschlichen Wesen Schaden zufügen oder zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.
(aus: Ich, der Robot; 1950)
Er selbst hat die drei Gesetze später auch auf den Menschen übertragen:
1. Ein Mensch darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.
2. Ein Mensch muss einem Roboter Befehle geben, die die robotische Existenz bewahren, es sei denn, solche Befehle fügen einem Menschen Schaden zu.
3. Ein Mensch darf einem Roboter nicht schaden oder ihn durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen, es sei denn, dieser Schaden ist zwingend notwendig, um einen Menschen vor Schaden zu bewahren oder einen lebensnotwendigen Auftrag auszuführen.
In der Welt von Lucky Starr spielt der Wissenschaftsrat eine wichtige Rolle, er selbst ist mit 22 Jahren schon Mitglied. Am Ende der Geschichte, die ich gelesen habe, heißt es: „Der Wissenschaftsrat braucht Kritik, scharfe Kritik, genauso wie Kongress und Regierung. Wenn der Rat außerhalb der Kritik stände, würde ein diktatorisches Regime auf der Erde entstehen.“ Was würde Asimov zum 21. Jahrhundert und Donald Trump sagen? Was zur Rolle der Wissenschaft, wenn es um Klimawandel und andere Probleme der Menschheit geht?
T. REX - Cosmic Dancer. https://www.youtube.com/watch?v=GMfjA4gyEcU

3 Kommentare:

  1. Gewalt ist der letzte Ausweg der Unfähigen.

    Violence is the last refuge of the incompetent.

    Isaac Asimov

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  2. Robotergesetze schön und gut, aber wann kommt das Blade Runner Szenario denn mal vor?
    Hehre Grundsätze kann schließlich jeder haben, aber am Alltag scheitern die doch alle.

    Also was jetzt wenn Herrchen befielt das klein Robby an der Kasse vordrängeln soll damit er schneller das Feierabendbier ranschafft? Hat Isa mal daran gedacht, an echte Probleme? und das ist nur EIN Beispiel.

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  3. Ja, natürlich: Asimow und die Robotergesetze! Das bringt mich auch gleich wieder zu einer Folge der Raumpatrouille, bei der sie eine Rolle spielten.
    Was würden die heute sagen... einige dieser visionären Schriftsteller würden sich heute bestätigt fühlen - und entsetzt sein, welche ihrer Visionen Realtität geworden sind.

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