Freitag, 17. Januar 2020

Ein einziges Mal siegt die Gerechtigkeit


Irgendwo in der Umgebung von Paris.
Ding Dong.
Die Tür wird geöffnet.
„Bist du Handke?“ frage ich.
„Ja“.
Und ZACK hat er eine hängen.
Er schaut mich mit einer Mischung aus Verwunderung und Entsetzen an.
Ich habe keine Zeit, seine Mimik zu studieren.
ZACK hat er noch eine hängen.
Jetzt reibt er sich beide Backen.
„Wo ist das Ding?“ frage ich.
„Was für’n Ding?“ fragt er zurück.
„Der Nobelpreis, du Schwachkopf!“
Er zuckt zusammen. Dann dreht er sich um und geht in sein Arbeitszimmer.
Auf dem Tisch liegt kein einziges Blatt Papier. Aber die BILD und die BRAVO. Toller Schriftsteller! Aber in den Medien einen auf dicke Hose machen.
Er gibt mir das Kästchen mit der Medaille und die Sieger-Urkunde.
„Und die Kohle?“ frage ich.
Er sieht mich schweigend an.
„Halloo-hooo! Jemand zu Hause da oben?“ Ich trommele auf seinem Kopf herum.
Er gibt mir den Koffer mit dem Preisgeld.
Ich gehe.
Wenigstens ein einziges Mal hat die Gerechtigkeit gesiegt.

9 Kommentare:

  1. Sorry, verstehe nicht.

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  2. Nein, nicht die Gerechtigkeit siegte, es siegte der der tumbe, nachplappernde mainstream. Ich nehme zuversichtlich an, darauf soll der Post hinweisen.

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  3. Tja, in Paris ticken die Uhren sowieso anders (ړײ)

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  4. Ist doch so einfach, das Nobelpreiskomitee erkennt Bonettis Genie nicht.
    Also erkämpft er sich das gute Stück beim "falschen" Preisträger.
    Find ich toll, dass er persönlich zuschlägt und nicht seine hervorragenden Kontakte zu Mafia und Geheimdiensten nutzt.

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    1. Sehr gut. Einer hat den kleinen Spaß verstanden. Natürlich geht es um Bonetti und nicht um Handke, Balkan, tralala. Der andere Preis ging ja an eine Frau aus Polen und Frauen schlägt Bonetti nicht (nur beim Brettspiel). Einfach mal Kiezschreiber + Literaturnobelpreis googeln ;o)

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  5. Ich nehme hoffnungsvoll mit Anonym von 6:43 an, der Post war eher satirisch auf die Mainstream-Berichterstattung gemünzt. Ansonsten würde ich empfehlen, sich mal mit der aktuellen und (besonders der)unabhängigen aktuellen Geschichtsforschung zu den Balkankriegen der 90er Jahre zu beschäftigen. Handke ist mir an sich egal, aber die Hetze gegen ihn wegen der Nobelpreisverleihung war einfach nur unterirdisch.

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    1. Dumm Tüch. Wenn Sie 'Kritik an seinen literarischen Versuchen über Serbien aus den Neunzigern' gleich für 'Hetze' halten, ist das Ihr Problem. Er ist anlässlich des Nobelpreises von Teilen der Medien (und Literaten, die in den Neunzigern des Krieges wegen aus Bosnien fliegen mussten) dafür kritisiert worden, andere haben ihn in Schutz genommen.

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  6. "Wenigstens ein einziges Mal hat die Gerechtigkeit gesiegt."

    ??? Aha!

    Wie wäre es denn mit der Verteilung des Preisgeldes unter notleidenden und geistig darbende Bloggerkollegen? Einige verdingen sich mittlerweile schamlos als Propagandaschreiber für den rechtsesoterischen Sumpf und verschörungstheoretische Kleinstverlage, andere wiederum sind verlorene Seelen ihrer inneren Monologelei.

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    1. Notleidende Blogger? Die Blogger, die ich aus meinem Golfclub kenne, führen ein Leben im Luxus.

      Du kriegst keinen Cent von meiner Million. Vergiss es, harr harr.

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