Freitag, 15. November 2019

Die Wiedergeburt des Banalen aus dem Geist der Dummheit


Blogstuff 365
„Wann gehst du endlich?“ (Andy Bonetti: Geisel der Raute - Erweckungspredigt eines Ungläubigen)
Ich verstehe sie nicht. Sie spricht ohnehin sehr leise, aber im Lärm dieser Bar – Musik, klirrende Gläser, mindestens ein Dutzend Stimmen – kann ich sie überhaupt nicht hören. Also versuche ich, ihre Lippen zu lesen. „Hilf mir“. Was soll das? „Noch einmal: „Hilf mir“. Ich soll ihr helfen? Sie deutet mit dem Kopf auf etwas hinter mir. Jetzt verstehe ich. „Hinter dir“. Sie sagt es die ganze Zeit. Aber es ist schon zu spät. Eine Pranke auf meiner Schulter. „Wir haben uns ja eine Ewigkeit nicht mehr gesehen“. Ich kenne diese Bassstimme, aber es fällt mir kein Name dazu ein.
Greise sehen immer vertrocknet aus. Wir sterben nicht, wir verdunsten.
Der letzte Mensch auf der Welt ist Präsident von Amerika und Russland, Papst und Fußballweltmeister. Zugleich ist er aber auch gar nichts.
Ändern kannst du es ohnehin nicht. Aber du kannst verhindern, dass es dich beschädigt. Lass es nicht zu nahe an dich heran. #GroKo-Endlosschleife
Neu heißt nicht besser. Das wissen wir alten Hasen inzwischen auch. Aber wenigstens neu. Man ist mit so wenig zufrieden, wenn der Orthopäde wichtiger wird als die Kanzlerin. #gleichesThema
Island ist eine kleine Insel. Deswegen gibt es auch nur einen einzigen Björk-Witz:
„Mein Frosch heißt Björk.“
*Geste des Erwürgens mit beiden Händen spielen*
„BJÖRK!“
Sie machen sich keine Vorstellung, wie es ist, wenn sie nach Jahren eines ihrer Bücher aufschlagen und einen Tippfehler finden. Der Tag ist gelaufen, eigentlich ihr ganzes Leben. Für diese Augenblicke wurde in Japan ursprünglich Harakiri erfunden. Völliger Ehrverlust. Du stürzt dich in dein Schwert.
Die jungen Leute malen sich schon mit zwanzig oder dreißig Jahren die komplette Haut mit Tattoos zu. Was soll das? Warum lassen sie ihrem späteren Ich keinen Platz zum Ausdruck? Ihrem vierzigjährigen oder siebzigjährigen Ich? Das ist eine Art von Arroganz sich selbst gegenüber. Was du dir mit zwanzig auf den Leib zeichnen lässt, könnte ja mit fünfzig nicht mehr zu deinem Ich passen. Also lass doch wenigstens für deine komplette geistige Entwicklungsgeschichte Platz auf deinen Körper.
„Nach 1.5 Std warten und sehr unfreundliches Personal kam die Pizza Gorgonzola ohne Gorgonzola! Hm. Nie wieder!“ (Kundenkommentar, Lieferando, Berlin)
Garbage - Stupid Girl. https://www.youtube.com/watch?v=rdw-e9UXW50

4 Kommentare:

  1. DEIN TAG - MATTHIAS :

    Ich-liebe-es-zu-schreiben-Tag 2019
    15. November 2019 in der Welt

    *♥hehe*

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Begriff Liebe trifft es nicht. Schreiben ist ein immer wiederkehrendes Bedürfnis, so wie Essen, Trinken oder Schlafen. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man es tut. Als ob man gerade Vanillepudding isst. Wenn ein Text fertig ist, bin ich zufrieden, nicht glücklich. Mit kostbaren Worten wie Liebe und Glück gehe ich sehr sparsam um.

      Löschen
  2. Mir fällt auf, daß der neueste Kniff der Jugend im Gespräch ist zu sagen " Das habe ich noch nie gehört" "Das weiß ich nicht" "Kann ich nichts dazu sagen".
    Das liest sich jetzt eigentlich ganz normal, wenn es aber so intoniert wird das es wirkt wie: das kann ich nicht bestätigen weil ich Ihre/Deine Information nicht verifizieren kann, weil ich das von jemand anderem, also einem Kompetenteren, nicht auch so gehört habe ergibt sich eine völlig andere Situation.
    Somit wird die Kommunikation sofort unterbunden, jeglicher Austausch wird ausgeschlossen.
    Nun denn, sollen die halt dumm sterben.
    Ich bilde mir ein, daß wir in der Situation anders reagiert haben, wir haben zugehört.
    Natürlich hat man sich nachher vieleicht über den alten Dackel lustig gemacht, manchmal.
    Aber manches mal hat man doch was mitgenommen. Diese Bereitschaft fehlt inzwischen völlig.
    Die Kommunikation reduziert sich also nur noch auf Befehle oder Arbeitsanweisungen.
    Das hatten wir doch schon mal, oder ?

    AntwortenLöschen
  3. Der rituelle Selbstmord der Samurai hieß doch Sepuku?! Zu meinem Vorschreiber: Kann ich bestätigen und ja - das hatten wir schon mal... :'(

    AntwortenLöschen