Dienstag, 19. November 2019

Die Erinnerungen der Steine


Blogstuff 366
„Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ (Karl Valentin)
Wozu sollten wir mehr Geld in die Bundeswehr stecken und aufrüsten? Hilft es uns, wenn wir aus einem kleinen Saftladen einen großen machen?
Gründonnerstag ist der Tag, an dem die Leute im Büro hocken und sich wünschen, man hätte Jesus schon einen Tag früher gekreuzigt.
„Das ganze Leben läuft nicht nach Fahrplan. Warum also bei uns?“ Mein neuer Werbetext für die Deutsche Bahn. Bin auf die Antwort gespannt.
Bonetti Media sucht: Content Manager, Audience Developer und SEO-Profis (w/m/d). Unser Motto: Optimieren kommt von Optimismus. Buddhistische Transgender-Behinderte mit Migrationshintergrund werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt.
Die sozialen Medien legen uns ein Verhalten nahe, das der Maschinenlogik des Computers entspricht. Ja – Nein. Finde ich gut – Finde ich nicht gut. Er ist schuldig – Er ist unschuldig. Das ist wahr – das ist falsch. 1 – 0. Am besten reagiert man in Sekundenbruchteilen. Sich Zeit lassen, abwägen, weitere Informationen suchen – das ist alles nicht vorgesehen. Die Zeit am Computer macht uns dem Computer ähnlicher. Wie man kann wildfremde Menschen im Netz in diesem Tempo beurteilen? Selbst wenn ich mit einem Menschen eine Stunde von Angesicht zu Angesicht spreche, habe ich nur einen ersten Eindruck. Die Geschwindigkeit, die uns das Netz in der Kommunikation abverlangt, erschöpft auf Dauer. Und sie macht uns aggressiv.

Die CSU hat eine Studie in Auftrag gegeben: Hilft Schlangenöl gegen Krebs?


Passimisten: Leute, die nichts mehr machen, weil sowieso schon alles zu spät ist.
Paul Ziemiak – der Fachkräftemangel erreicht die Union.
Einen Vorteil hat der Tod: Es kann nicht mehr schlimmer werden.
Einige Narrative, die wir von den Medien in Dauerschleife serviert bekommen, klingen verdammt nach FDP. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind eine Katastrophe, eine Zumutung für jeden zivilisierten Menschen? Fahren Sie Auto! Die öffentlichen Schulen sind marode, ständig fällt der Unterricht aus? Schicken Sie Ihre Kinder auf eine Privatschule! Die staatliche Rente ist ein Witz? Investieren Sie in Aktien und Immobilien! Aber in den Redaktionen sitzen doch keine FDP-Wähler, könnte man an dieser Stelle einwenden. Richtig. Dort sitzen die Wähler der grünen Bionade-FDP, die zwar Dutt und Vollbart statt Krawatte tragen, aber letztlich genauso ticken wie die Lindner-Gang.
Meine Lieblingsspiele im Zug: Mikado, Kartenhaus bauen, Jenga.
Domenico Modugno - Ciao, ciao, bambina. https://www.youtube.com/watch?v=ygiHfNMwpdI

Werbung am Mainzer Hauptbahnhof. Das traut sich in Berlin keiner. Das ist provinziell im besten Sinne des Wortes.

8 Kommentare:

  1. Internationaler Männertag 2019
    19. November 2019 in der Welt

    Warum geht eine Psychoanalyse bei Männern schneller als bei Frauen?
    Wenn es darum geht, in die Kindheit zurückzugehen sind die meisten Männer schon da!

    *zwinker*

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  2. Die Werbung ist scharf, der Metzger geht mit der Zeit, nimmt neue Ideen auf;-). Solange das Brötchen nicht mit Stäbchen gegessen werden muss...

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  3. Âm Samstag ist der Zug vor meiner Nase losgefahren.
    Es war pünktlich, auf die Sekunde, im Gegensatz zu mir.
    Also wie jetzt ??

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    1. Murphys Gesetz. Bist du unpünktlich, ist der Zug pünktlich - und umgekehrt.

      Ich bin immer eine halbe Stunde früher am Bahnhof. Noch ein Kaffee, ein Croissant, Leute beobachten und dann ganz entspannt einsteigen. Auch wichtig: keine Termine für die Zeit nach der Ankunft ausmachen. Das wäre hausgemachter Stress ;o)

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  4. Es war nur eine Provinznahverkehrsverbindung. Keine richtige Reise, bei der ich genau so verfahre.
    Trotzdem nervig. So den Wagen losfahren spüren, wenn man schon auf Höhe der Türe ist.
    Sekunden, nur Sekunden - egal, der Nächste ging eine Stunde später.

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    1. Eine Stunde ?! Auf einem Provinzbahnhof? Da hilft nur ein kniffliges Koan, über das man meditieren kann.

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  5. Nein, viel besser.
    Erst mal die Frau, welche mit dabei war, zusammenstauchen, warum Sie nicht schneller rennen kann bzw. überhaupt nicht rennen will. Da fängt es ja schon mal an.
    Dann die Frau beruhigen, weil man so böse war.
    Dann erst mal raus aus dem Bahnhof um eine zu rauchen. Nichtraucherbahnhof, ein Wort, das eigentlich eine Zumutung ist. Der Bahnhof war seit Jahrhunderten ein Hort der Raucher, der Geruch von abgestandenem Zigarettenqualm gehört zum Duft einer Bahnreise, schon beim Betreten des Bahnhofes, finde ich...
    Selbst die Lokomotiven waren früher starke Raucher, also was soll das.
    Dann was zu trinken holen, Schokolade nicht vergessen......
    Dann in den, weil Kopfbahnhof, Stuttgart, gell, schon 30 Min. vorher bereitstehenden Zug einsteigen und einen schönen Platz suchen und die Wärme sowie die wieder zu Gemüte gekommene Frau genießen. Alles schön.
    Mit S 21 wird es nicht mehr so gemütlich, verdammt !

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    1. Da hätte ich als stiller Beobachter ja meine Freude gehabt. Erst: Menschen, die zum Zug rennen und ihn knapp verpassen. Es gibt für mich nichts Schöneres, als ruhig auf einer Bank zu sitzen und den Leuten dabei zuzuschauen, wie sie sich ganz der Eile hingeben. Dann: Szenen einer Ehe. Fluchen, Schuldzuweisung, Schweigen, schließlich: Vergebung und Versöhnung. Hinreißend. Alsbald kommen sie glücklich und zufrieden zurück, Schokolade und Kaffeebecher in der Hand. Wie Kinder. Schade, dass ich am Samstag nicht in Stuttgart war.

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