Montag, 21. Oktober 2019

Ich habe das Asperger-Syndrom


Es geht doch nichts über eine solide Diagnose auf der Basis einer einzelnen Internetseite. Noch besser wird es, wenn man ein begnadeter Hobby-Hypochonder ist und sich selbst untersucht. Damit habe ich Erfahrung: https://kiezschreiber.blogspot.com/2017/04/hypochondrie-ist-heilbar.html
Sehen wir uns einige Symptome an, die laut Wikipedia typisch für Asperger sind:
1. Sie werden „von ihrer Umwelt leicht als wunderlich wahrgenommen.“ => Fragen Sie meine Freunde!
2. „Gelegentlich fällt das Asperger-Syndrom mit einer Hoch- oder Inselbegabung zusammen“ => Kiezschreiber-Blog.
3. „Ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten.“ => Fußballfan seit 1973, Formel 1-Fan seit 1974, ca. 8 h am Tag lesen (Bücher, Netz).
4. „perfekter sprachlicher Ausdruck“, „eine grammatisch und stilistisch hochstehende Sprache“ => Kiezschreiber-Blog.
5. „Im Alltag ist ein mangelndes Einfühlungsvermögen und Unverständnis für zwischenmenschliche Gefühle auffällig.“ => Neulich zeigte mir eine Freundin Bilder ihres neugekauften Welpen. Nach ca. 30 Sekunden sagte sie mir: „Du musst jetzt ‚Oh, ist der süüüß‘ sagen.“ Ich schwieg.
6. Sie stehen „sich selbst und ihren körperlichen Funktionen oft (kritisch) beobachtend gegenüber. (…) Mangelndes Selbstvertrauen“ => Würde ich ja nie zugeben, aber es stimmt.
7. „Viele Kinder und Erwachsene mit Asperger-Syndrom neigen dazu, unablässig und langatmig zu reden, meist über ihr Lieblingsthema, und missachten dabei oft vollständig, ob der Zuhörer an diesem Thema interessiert ist und das Gespräch mitträgt.“ => Dieser Text und alle anderen.
8. „Weitere Charakteristika sind eine sehr detailorientierte Erzählweise mit Schwierigkeiten, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden, abrupte und für den Zuhörer nicht nachvollziehbare Themenwechsel, das Wörtlichnehmen von bildhaften Redewendungen und das Antworten auf rhetorische Fragen.“
9. „Manche Kinder mit Asperger-Syndrom fallen dadurch auf, dass sie ihre Aufmerksamkeit willentlich nur schlecht steuern können (…) und bei Aktivitäten, die sie nicht selbst gewählt haben – zum Beispiel in der Schule –, in hohem Grade unkonzentriert sind, woraus sich selbst bei hoher Intelligenz erhebliche Lernschwierigkeiten ergeben können.“ => In jedem Grundschulzeugnis stand, ich sei nicht aufmerksam und leicht abzulenken. Trotzdem bin ich bis zum Abitur nie sitzengeblieben. Aber ich war unfähig, Dinge auswendig zu lernen, die mich nicht interessierten (z. B. mathematische Formeln).
10. „Menschen mit Asperger sind oft darauf fixiert, ihre äußere Umgebung und Tagesabläufe möglichst gleichbleibend zu gestalten. Plötzliche Veränderungen können sie überfordern oder sehr nervös machen.“ => Bei mir sehen tatsächlich fast alle 365 Tage des Jahres gleich aus, obwohl ich keinem Beruf nachgehe oder irgendwelche Verpflichtungen habe. Reisen mit der deutschen Bahn sind für mich ein echtes Abenteuer.
11. „Sie bauen sich ein soziales Netzwerk mit Menschen auf, die meist ebenfalls eher introvertiert sind, sich vorwiegend auf einer sachlichen Ebene verständigen und oft ebenfalls Spezialinteressen haben, die aber nicht unbedingt selbst autistisch sind (Modebegriffe: Geeks und Nerds).“ => Lernen Sie meine Freunde kennen, alles alleinstehende Herren, die keine Familie gegründet haben – wie ich.
12. Bereits Hans Asperger schrieb: „Es scheint, dass für Erfolg in der Wissenschaft oder in der Kunst ein Schuss Autismus erforderlich ist.“ => Na, also!
Fehlfarben – Hutschläger. https://www.youtube.com/watch?v=_M70eOCJ6EA

Kommentare:

  1. ... habsch ALLES auch (ړײ)

    und

    Ab einem gewissen Alter sollte man gar nicht mehr zum Arzt gehen, weil der immer irgendwas findet.

    *weissteBescheid...hatschihüstel...verwirrtguckt...hastemichwohlangesteckt...mitdeinemAsperger-Syndrom...manischLOLendmitderCappuccinotasseindieneueWochewinkewunkt*

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  2. Na, es gibt viele Möglichkeiten des Zeitvertreibens, denken ist jedenfalls nicht die schlechteste davon. Das Bild ist fast genial!

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  3. Asberger 7 Asperger21. Oktober 2019 um 11:39

    Nehmen Sie einfach mal die Gesellschaft von Arbeitskollegen in Anspruch.
    Und genießen Sie dann die allg. Ablehnung sowie ihren so in 5 Monaten wachsenden Haß auf "normale" Menschen. Dann werden auch Sie ihren Asberger akzeptieren müssen.
    Ich weiß von was ich rede...........
    In ihrer jetzt an erzwungenen sozialen Kontakten recht armen Lebensweise tritt dieses Problem nichr auf. Will sagen Sie haben sicher soziale Kontakte, aber die sind freiwillig und jederzeit beendbar.

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    1. Ich könnte nicht mit anderen Menschen zusammenarbeiten. Ich bin kein Teamplayer. Mit meiner jetzigen Lebensweise halte ich meine diversen Defekte unter Kontrolle.

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