Donnerstag, 12. September 2019

Neulich in Franken


Ich saß gerade in einem Wirtshaus in Dinkelsbühl beim Essen, als eine junge Frau hereinkam. Sie sah sich kurz um und ging dann zielstrebig zu meinem Tisch.
Sie sah mich erwartungsvoll an, hielt ein Buch in die Höhe und fragte: „Sie sind der Autor, oder?“
Ich sah nur flüchtig hoch. Ich habe viele Bücher geschrieben und nicht alle Cover sind mir im Gedächtnis geblieben. Daher antwortete ich mit einem kurzen Ja.
„Darf ich mich zu Ihnen setzen?“
„Selbstverständlich“, log ich, denn ich habe nichts lieber als meine Ruhe. Vor allem, wenn ich die hervorragenden Schweinelendchen in Biersoße und das hauseigene Helle in „Weib’s Brauhaus“ genieße.
„Ich finde es großartig, dass Sie sich selbst gegenüber nicht so streng sind“, sagte sie und gab bei der Kellnerin ein kleines Bier in Auftrag.
Das Buch hatte sie zwischen uns gelegt. „Hundert Jahre alt werden mit veganer Ernährung“. Von Mosche Leibowitz.
„Dann können wir ja jetzt mit dem Interview beginnen“, sagte sie und holte einen Notizblock hervor.
Inzwischen hatte ein anderer Mann das Lokal betreten. Schwarzer Vollbart, hager, zwanzig Jahre jünger als ich, Hornbrille, Dutt.
Das konnte ja heiter werden.

Kommentare:

  1. Was Don Martin der Welt an Lautmalerei geschenkt hat kann nur als Michelangelo des 70er Jahre Comics bezeichnet werden.

    AntwortenLöschen
  2. Schöööön! Der Dutt setzt sich hoffentlich weit weg von Schweinbraten-Geruch, darf er auch.

    AntwortenLöschen
  3. Ich nehme dann, einen Milchshake
    am...

    Tag des Schokoladen-Milchshakes 2019
    12. September 2019 in der Welt

    AntwortenLöschen
  4. Leserwunsch: Der Kiezschreiber mit Dutt (Bitte mit Bild)

    AntwortenLöschen