Montag, 16. September 2019

Fakten zur Verkehrsdebatte


Ein Unfall mit vier Toten in Berlin-Mitte schlägt immer noch hohe Wellen. Große Wagen mit Allradantrieb in der Innenstadt sind das neue Feindbild. Im konkreten Fall ein Porsche Macan mit einem Leergewicht ab 1,7 Tonnen. Zum Vergleich: Der neue e-Golf wiegt 1,6 Tonnen.
Die Empörungsmaschine läuft, die Reflexe funktionieren zu Pawlows Freude. Ich bin heilfroh, dass kein Asylbewerber mit dunkler Hautfarbe am Steuer gesessen hat, sonst würden wir jetzt über Hetzjagden sprechen müssen. Denken wir mal einen Augenblick etwas größer.
Die Fakten: 2018 sind in Deutschland 3265 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Knapp 35 Prozent der Verstorbenen war auf zwei Rädern unterwegs (Fahrrad: 432, Motorrad: 699), 456 Fußgänger starben.
Im Vergleich zu Bahnreisen und dem Flugverkehr ist der Straßenverkehr eine Todesfalle. Weltweit sterben pro Jahr 1,3 Millionen Menschen – mehr als in allen aktuellen Kriegen zusammen. Das Auto an sich, nicht nur die SUV, ist in diesem Jahrhundert also für ca. 25 Millionen Tote verantwortlich. Ein Weltkrieg auf Rädern.
Wie die folgenden Statistiken zeigen, ist die Bahn im Alltag das sicherste Fortbewegungsmittel überhaupt. Der massive Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs durch Bund, Länder und Gemeinden steht daher an erster Stelle, wenn es um Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz geht.
Wir werden am Freitag sehen, ob das Thema im „Klimapakt“ der Bundesregierung entsprechend gewürdigt wird. Das wäre sicherlich sinnvoller als das ganze Geschnatter und Gegacker in den Talkshows und den sozialen Medien.

3 Kommentare:

  1. Jeden Tag wird ein neues Feindbild entdeckt- was ist eigentlich mit den kultigen VW-Bussen? Fahren die mit Sauerstoff? Es ist einfach kurzfristig gedacht, um ja nichts bei sich selbst, bei den Lebensumständen oder grundlegend im Wirtschaftssystem ändern zu müssen.
    Muss aber...

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  2. Wer soll denn innerhalb des Kapitalismus auf die irre Idee kommen, einen ÖPNV zu subventionieren, nur weil im 200 Seelen Dorf Püri an der Knatter die letzten 3 je geborenen Menschen gerade 17 Jahre alt sind und aus diesem Grund Samstag Abend um 22:00 Uhr gerne in die 45 Kilometer entfernte Großstadt möchten?
    Selbst das Grüne Gesindel will doch nur an die Fleischtöpfe, die Lobbyisten und Aktionäre anrühren. Selbstverständlich nachhaltige, handgeklöppelte und vegane Fleischtöpfe.
    Im Hochmittelalter hatte die Masse der Menschen jenseits des 35. Lebensjahres kaum oder keine Zähne. Aus diesem Grund wurde fast alles zu Brei gekocht.
    Bei Adligen und in Klöstern war es üblich den Brei dann in entsprechende Terrinen abzufüllen.
    Zerkochtes Huhn in eine Hühnerform.
    In der Fastenzeit kam dann das Wildschwein in eine Fischform und im Ausgang der Küche stand der Abt und segnete die Form mit den Worten:"Ich taufe dich auf den Namen Karpfen."

    Nichts anderes läuft Aktuell ab.
    Empfohlenes Getränk: Ein mindestens 12 Jahre alter Single Malt.
    Passende Musik: Propeller Heads featuring Shirley Bessey - History Repeating
    https://youtu.be/yzLT6_TQmq8

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  3. Ach diese Klimahysterie. Der Individualverkehr, also Autos, trägt mit ca. 20 % überraschend wenig zum CO² Eintrag bei.
    Diese Elektroautos sind auch nur ein Konjunkturprogramm.
    Klar ist ein E-Auto sinnvoll, habe meine Diplomarbeit über dieses Thema geschrieben, vor 35 Jahren. Ich war ein Mann der ersten Stunde, arbeite aber nicht in der Branche. Aber was die heute als umweltfreundliche E-Autos anbieten ist der Witz. Kisten mit 2 Tonnen Leergewicht, riesen Dinger, völliger Schwachsinn.
    Erstes Semester, erste Vorlesung Fahrzeugbau, erster Satz: Fahrzeugbau ist Leichtbau.
    Warum baut gerade Porsche nicht ein leichtes Teil, Kohlefaserkarosserie, irgendwas kleines, das man tatsächlich als high tech bezeichnen könnte. In den 50ern konnten die das noch.
    Nein, der Taycan ist ein Panzer mit 2,5 Tonnen und 600 PS. Nazis.

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