Sonntag, 15. September 2019

Die Schlacht der Franzosen gegen die Franzosen


Wir denken an den aktuellen Bürgerkrieg und an vergangene Kriege, wenn es um Syrien und den Libanon geht. Seit über einem halben Jahrhundert kommt der Nahe Osten nicht zur Ruhe. Dabei wird ein Kapitel völlig außer Acht gelassen. Beide Gebiete, die damals noch keine unabhängigen Staaten waren, waren im Zweiten Weltkrieg von Alliierten und Achsenmächten umkämpft.
Nach der Kapitulation Frankreichs kollaborierte bekanntlich das Vichy-Regime ab 1940 mit dem Deutschen Reich. Das Mandatsgebiet von Syrien und Libanon, das den Franzosen nach dem Ende des Osmanischen Reichs zugesprochen wurde, gehörte zu Vichy-Frankreich. Damals wurden in diesem Gebiet etwa 45.000 Soldaten stationiert, von denen achtzig Prozent keine Franzosen waren, sondern Fremdenlegionäre und Einheiten aus den Kolonien (Senegal u.a.).
Im Mai 1941 hatten die Achsenmächte Flugplätze im Mandatsgebiet benutzt, um den Irak zu bombardieren, der in der Ölversorgung des britischen Empire eine wichtige Rolle spielte. Außerdem hatten die Deutschen Kreta besetzt. Es drohten also Angriffe auf Ägypten mit dem eminent wichtigen Suezkanal von Westen (Rommels Afrika-Korps) und Norden. Daher entschlossen sich das Vereinigte Königreich und die Forces françaises libres unter der Führung von Charles de Gaulle zum Angriff. Auch ihre Truppen waren international gemischt: Franzosen, Briten, Australier, Araber aus Jordanien, Juden aus Palästina und Inder.
So standen sich ab dem 8. Juni 1941 im Syrisch-Libanesischen Feldzug Franzosen, die mit den Nazis kollaborierten, und Franzosen, die für die Befreiung Frankreichs von den Nazis kämpften, gegenüber. Auf beiden Seiten starben etwa tausend Soldaten, es gab etliche tausend Verwundete, bevor die Alliierten am französischen Unabhängigkeitstag, dem 14. Juli 1941, endlich gewonnen hatten.
Franzosen kämpfen gegen Franzosen. Das hatte es seit den Tagen der Pariser Kommune 1871 – damals starben etwa 30.000 Menschen - nicht mehr gegeben. Heute ist dieses Kapitel des Krieges längst vergessen.

2 Kommentare:

  1. Krieg ist ein Problem; nicht die Lösung.

    Unbekannt

    Die Ostfriesen schreiben den Chinesen: "Hiermit erklären wir Euch den Krieg. Wir haben 5000 Soldaten und 500 Panzer."

    Kurz darauf antworten die Chinesen: "Liebe Ostfriesen, wir nehmen den Krieg an. Wir haben fünf Millionen Soldaten und 500.000 Panzer."

    Nach einer kurzen Beratung schreiben die Ostfriesen zurück: "Liebe Chinesen, leider müssen wir den Krieg absagen, denn wir haben nicht genug Betten für alle Gefangenen."

    *✿schönenSONNTAG✿*

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich wünsche Dir und allen anderen auch einen schönen Sonntag. In Schweppenhausen scheint die Sonne, also werde ich mich zur weiteren Lektüre auf die Terrasse setzen.

      Löschen