Dienstag, 24. September 2019

Chancen und Risiken der Demoralisierung


Blogstuff 349
"We are in the beginning of a mass extinction and all you can talk about is money and fairy tales of eternal economic growth. How dare you." (Greta Thunberg, 23.9.2019 , UN-Klimagipfel)
Stellen die Kids jetzt endlich die Systemfrage? Meanwhile in Munich: „Endlich Oktoberfest! Prosit statt Protest!! Hoffentlich ist hinterher dieses komische Klima verschwunden. Wen interessieren im Herbst noch Hitzerekorde?“
Es ist nicht nur der Verstand, es ist auch diese ungeheure Spannbreite an Emotionen, die uns von den Tieren unterscheidet. Von grenzenloser Liebe bis zu mörderischem Hass ist so viel in uns, Leidenschaft in alle Richtungen, eine Vielfalt an Möglichkeiten, die wir leider nur selten nutzen. Ein einziger Mensch von einer Million ist bereit, sich für einen anderen Menschen in Not zu opfern. Springt ins eiskalte Wasser, um ein Kind zu retten. Es ist schon am nächsten Tag vergessen. Einer opfert Millionen, um sich selbst ein Denkmal zu setzen. An seinen Namen erinnern wir uns für alle Zeiten.
Bonetti Business Prime hat auf der A 61 eine eigene Filiale an der Autobahnraststätte Hunsrück Ost, wo Mitarbeiter des Unternehmens ihren Käse in Würfel schneiden, liebe Kunden. #Marktlücke
Ich habe mir schon mal die Jubiläen 2020 durchgesehen. Da gibt es nur den 100. Geburtstag von Fritz Walter, sonst ist nix los.
Warum wollen Nazis nicht mehr als Nazis bezeichnet werden? Ohne Stolz und ohne Rückgrat geht die Sache mit Höcke doch noch früher in die Hose als beim Adolf.
Meine Gage für die Hauptrolle in „Der Unsichtbare“ spende ich dem FCK, der immer noch in der dritten Liga rumgurkt und gerade seinen Trainer entlassen hat – Mitte September. Der Verein ist einen Punkt von den Abstiegsplätzen entfernt, schlimmstenfalls droht die Reamateurisierung am Ende der Saison.
Da hatte ich mal wieder Besuch aus der Wortspielhölle: Mata Haari. Mir fällt immer so ein Schwachsinn ein. Kurz mal gegoogelt und schwups – gibt’s natürlich schon. Wo? In Berlin. Wo genau? Nicht weit von meiner Wohnung in Wilmersdorf entfernt. Könnte die Welt mal einen Monat lang ernst bleiben?
Man müsste mal eine Studie machen. Thema: Mein Abi-Jahrgang oder meine Generation. Wer ist damals dem Geld gefolgt, wer seinen Idealen? Wer wurde glücklich, wer ist gescheitert? Nicht jeder, der dem Geld folgte, wurde reich. Nicht jeder, der seinen Idealen folgte, hat seine Ziele verwirklicht. Ich kenne einen Arzt aus meinem Jahrgang, der gerade an einer Erbkrankheit zugrunde geht, und ich kenne eine Hausfrau mit zwei Kindern, die sehr glücklich ist. Es hat so viele Möglichkeiten gegeben. Wer von uns hat den richtigen Weg eingeschlagen?
Eine LP, die für mich unter die Rubrik „Prädikat: seltsam“ fällt. Ich fand sie für eine Mark in einem Plattenladen. Neil's Heavy Concept Album - 'Hello Vegetables' and 'Hole In My Shoe'. https://www.youtube.com/watch?v=h1D6hKkij_8

P.S.: Die All-inklusive-Krake Thomas Cook ist pleite. Der organisierten Freudlosigkeit wurde ein schwerer Schlag verpasst. Recht so!

6 Kommentare:

  1. Meine / Deine Generation ?
    Die letzten Menschen, die autonomen Gedanken hatten. Mehr oder weniger.
    Klar sind wir auch bloß rumgehockt und haben Maulaffen feil gehalten.
    Das bisschen demonstrieren und kritisieren hat es auch nicht rausgerissen.
    OK, in Wackersdorf schon ein wenig !
    Aber zumindest haben wir uns Gedanken gemacht und haben darüber geredet.
    Die heute 20 - 30 Jährigen sind ( größtenteils ) derart gleichgeschaltet, es ist eine wahre Pracht. Wenn ich mir meine jungen Kollegen anschaue, gut, Inschinöre waren schon immer eher Systemkonform, trotzdem, es ist tragisch.
    Mit denen kann man alles machen.
    Es gibt natürlich Ausnahmen, aber diese grundsätzliche Kritik am System, dieses Mißtrauen der herrschenden Gegebenheiten gegenüber, da sehe ich heute nur noch Kapitulation.
    Iss halt so, kamma nix macha. Bringt doch nix, Kopf runter, nicht auffallen, Job behalten.

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  2. Mich würde demoralisieren, müsste ich auf der Autobahnraststätte Käsewürfel schneiden, obwohl ich sie gerne esse. Zur Abwechselung sollte Bonetti diese Leute auch mal Kaffee kochen lassen, damit sie mit den Gästen reden können. Ein Lebensziel war das ganz sicher nicht, wie viele unserer Wege, habe da selbst eine große Vielfalt zeitweiliger Richtungen.

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  3. https://www.youtube.com/watch?v=rHxIOP1NHYk

    *anonym*

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    1. Asuna Lissie = brauner Videokanal, inzwischen hat diese Seuche auch den Kiezschreiber vollgesch*ssen.

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  4. Genau, und was dabei auch noch passiert ist,
    daß solche Leute überhaupt nicht mehr zu neuen Gedanken fähig sind.
    Die machen nur das, was man Ihnen sagt.
    Für neue Ideen, Lösungen, Gedanken braucht es eine gewisse Aufsässigkeit und Auflehnung gegen das Bestehende. Bei denen kommt nichts, die trauen sich ja nicht einmal, etwas anderes zu artikulieren, man könnte ja auffallen.
    Das ist ein emminenter Fortschrittsblocker. In der Industrie sieht man ja, wohin das führt.
    So passiert nichts, keine Weiterentwicklung, natürlich auch im kulturellen Bereich.

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  5. "Bonetti Business Prime hat auf der A 61 eine eigene Filiale an der Autobahnraststätte Hunsrück Ost, wo Mitarbeiter des Unternehmens ihren Käse in Würfel schneiden, liebe Kunden. #Marktlücke"

    „Wenn ich durch die Straßen gehe // Und etwas Neues, Schönes sehe // Weis' ich stolz darauf: // Das hat mein Freund getan! // Mein Freund, der Plan!“ — Walter Ulbricht

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