Montag, 5. August 2019

Shannon O’Grady ist tot


Blogstuff 334
„Wer hat bestimmt, dass man nur schreiben soll, wenn man etwas zu sagen hat? Die Kunst besteht doch gerade darin, dass man nicht schreibt, was man zu sagen hat, sondern etwas völlig Unvorhergesehenes.“ (Witold Gombrowicz)
Fahrt nach Berlin. Blick aus dem klimatisierten ICE. Draußen brennen die Wälder.
Zur Ehrenrettung meiner Gattung möchte ich anmerken, dass die Zahl der Hexenverbrennungen seit Jahrhunderten rückläufig ist.
Wieso heißt es eigentlich „Schaulustige“? Es ist nicht komisch.
Die jungen Leute demonstrieren für den Klimaschutz, als hätten wir noch einen zweiten Kapitalismus im Kofferraum.
Früher hatte jedes Kaffeehaus und jedes Restaurant, das etwas auf sich hielt, eigenen verpackten Würfelzucker und eigene Streichholzbriefchen. Ich wünschte, ich hätte meine Sammlung von Würfelzucker noch. Auf der Verpackung war meistens der Name des Kaffeehauses oder ein Bild. Auf der Seite standen oft die Eigenschaften von Sternzeichen, gute und schlechte fein säuberlich getrennt. Die Streichholzbriefchen spielten in alten Kriminalfilmen immer eine wichtige Rolle als Hinweis, wo sich das Opfer zuletzt aufgehalten hatte.

Es werden Autobahnen zu neuen Konsumtempeln gebaut, aber wir suchen nach Trampelpfaden in ein anderes Leben.
In der Nacht schaue ich auf die Straße hinunter. Die Passanten tragen die leuchtenden Vierecke ihrer Smartphones vor sich her wie die Kinder ihre Laternen beim St. Martins-Umzug.
Machen wir uns nichts vor. Wir werden unseren Lebensstil nicht ändern. Wir werden uns an den Klimawandel anpassen. Schließlich sind die Menschen Weltmeister im Anpassen. Wie wir in Zukunft leben werden, können wir heute schon in Texas sehen, wo es seit ewigen Zeiten im Sommer brüllend heiß ist. Die Leute gehen von ihren voll klimatisierten Häusern in ihre voll klimatisierten Garagen und steigen dort in ihre voll klimatisierten Autos. Sie fahren zu ihren voll klimatisierten Arbeitsplätzen und später in voll klimatisierte Shopping Malls und Restaurants. Die Welt wird sich ein weiteres Mal teilen: in Leute, die sich das leisten können, und in Leute, die unter dem Klimawandel leiden werden.
Wir jammern über die Hitze (Selbstmitleid ist schließlich Volkssport Nr. 1 in Deutschland), aber wir leiden nicht. Die Natur und die Obdachlosen leiden.
The Smiths - Shoplifters of the World. https://www.youtube.com/watch?v=lJRN76hxFz0

2 Kommentare:

  1. (Vogel,) Friss oder stirb! Friss, Vogel, oder stirb!

    Du hast keine Wahl! Es gibt keine Alternative! Keine Diskussion mehr! Akzeptiere es, oder es ist vorbei!

    *seufzzz*

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  2. Der "Klimawandel" ist doch die Rettung des Kapitalismus auf die viele gehofft haben.
    Endlich ein neues Geschäftsmodell, man wusste ja schon garnicht mehr wo die Kohle anschaffen sollte.
    Und der Kinderkreuzzug ist eine derart geile Marketingidee, die liegt nur ganz knapp hinter den "Protokollen der Weisen von Zion". Wer auch immer die Fäden zieht, chapo!

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