Donnerstag, 8. August 2019

Ein leeres Haus

Er fährt mit dem Bus in einen kleinen Marktflecken tief in den Bergen, vorbei an verlassenen Skiliften und Viehweiden. Alte, verwitterte Häuser, leere Straßen. Von hier aus geht es nur zu Fuß weiter. Einige Kilometer Schotterpiste, er geht mit langen starken Schritten. Dafür hat man ihn engagiert. Er hat etwas Wölfisches an sich und er nimmt jeden Auftrag an. Er soll nach dem Haus seiner Schwester sehen, hatte der Mann ihm gesagt. Er selbst traue sich nicht dorthin. Das Dorf besteht nur aus wenigen Häusern und einer winzigen Kirche aus Bruchstein. Es gibt weder ein Ortsschild noch Straßenschilder. Niemand ist zu sehen, noch nicht einmal alte Menschen hinter den schmutzigen Scheiben. Die Schwester soll ihre Kinder und ihren Mann vergiftet haben. Anschließend habe sie sich umgebracht. Er findet das Haus. Auf dem Vorplatz stehen eine Kuh und ein Pferd, sie grasen an der Böschung. Die Tür des Hauses ist nicht abgeschlossen. Ein dunkles Wohnzimmer, die Küche. Die Zimmer sind karg möbliert, nirgends sind Bilder an den Wänden. Es wirkt, als hätte nie ein Mensch in diesem Haus gewohnt.
Fischer-Z - Multinationals Bite. https://www.youtube.com/watch?v=qGXeviNOtcM

2 Kommentare:

  1. Zu allen Zeiten, in allen Ländern und auf allen Gebieten des Lebens wuchert das Böse, und das Gute bleibt rar.

    Voltaire

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  2. In den Italienischen Alpen, jetzt nicht Südtirol, eher weiter westlich, da sieht es wirklich so aus. Alte Skiorte, denen der Schnee ausgegangen ist. Bauruinen, die mal ein Hotel werden sollten, verrostete Skilifte, Plakatwände aus verwitterten Sperrholzplatten die im Wind knarzen. Und die Dörfer noch weiter oben Geisterplätze.
    Alles wie von Bonetti beschrieben.
    Aber dann auch wieder zwischendrin ein Gasthaus mit wahnsinns Essen.
    Rouladen mit Blaukraut und Kartoffelbrei als Tagesessen.
    Ja, Rouladen in Italien, war der Hammer.

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