Dienstag, 16. Juli 2019

Tequila for tomorrow

Kennen Sie die “Spaßpartei für Deutschland”? Sie wurde 2002 in Magdeburg gegründet und erhielt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt (dessen Bewohner man keinesfalls als Anhalter bezeichnen darf) im gleichen Jahr immerhin 7761 Stimmen (0,67 %) und in Meck-Pomm (dessen Bewohner sich ebenfalls Wortspiele verbeten haben) 0,7%. Zu ihren Forderungen gehörte ein Spaßtag pro Jahr als Feiertag. Das war nur mäßig komisch, seit 2007 ist die Partei nicht mehr aktiv. Ihren Part hat jetzt die 2004 von Titanic-Redakteuren gegründete PARTEI übernommen, die einfach viel witziger ist.
Einfach mal aus einem aktuellen Impuls heraus eine Partei gründen. Warum nicht? Auf diese Idee ist jetzt auch das OXI-Blog gekommen, das demnächst von Bonetti Media aufgekauft wird, um die lahme Bude in Richtung Fashion, Lifestyle und Beauty aufzupimpen. “Partei for Future” ist der superlangweilige Name, den sich eine Frau, die sich selbst als Expertin für Postwachstum (ich sage ja auch: schreibt wieder mehr Briefe – denkt auch mal an die schönen Sondermarken und lila Tinte und so) bezeichnet, gerade aus dem kuschelweich gegenderten Arsch gezogen hat.
Wir brechen in diesem Jahr Rekorde in Sachen Flugreisen, auf sämtlichen Grillstationen dieser Republik brutzeln saftige Steaks – gibt es überhaupt eine Nachfrage nach einer solchen Partei? Dr. Habeck beherrscht mit seiner transatlantischen, unionskompatiblen und militaristischen Tarnorganisation “Die Grünen” ja schließlich schon seit langem den Markt. Warum nicht “Party for Future”? Das ist korrektes Englisch und wird bei jungen Leuten, die Katzenvideos posten und Bäume streicheln, wesentlich besser ankommen. Das ist der Partymodus für den “Klimawandel”: Ich mach mir einen veganen Aufstrich aufs Brot und kauf mir einen Bonsai wegen der CO2-Bilanz.
Noch besser ist es freilich, den Trend nicht politisch abzugreifen, sondern kommerziell. Greta-T-Shirts, handgetöpferte to-go-Kaffeebecher und Alcopops mit Themenbezug. Tequila for tomorrow. So würde ich es machen, wenn ich nicht zufällig bereits Mitglied der Partei “Radikaler Durchschnitt im Rahmen der Möglichkeiten” wäre, die gegen jede Form übertriebener Kommerzialisierung eintritt.
Peret – Borriquito. https://www.youtube.com/watch?v=zexRCQFFBAs

5 Kommentare:

  1. Also was die Kommerzialisierung hat Bonetti Media aber so ziemlich alles verschlafen.
    Einfach aus dem Blog "Greta-T-Shirts" mit der linken Maustaste markiert, dann mit der rechten Maustaste die Google Suche aktiviert und schon tut sich das kapitalistische Pandämonium in voller Pracht auf.
    Greta und ihren Followern möchte ich eine uralte Liedzeile von Fehlfarben ans Herz legen:
    "Und wenn die Wirklichkeit dich überholt hast du keine Freunde, nicht mal Alkohol"

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    1. So langsam dämmert es mir, warum ich mit diesem Blog kein Geld verdiene.

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    2. Gibt es das "Wäre heute Samstag wäre ich nicht hier" T-Shirt auch schon?

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  2. Besser Katzenvideos und bäume streicheln,
    als diese UNFÄHIGKEITEN / ABGRÜNDE in den unendlichen Weiten der Parteien !

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    1. Politiker wollen ihre Beliebtheitswerte nicht riskieren. Die Leute schwätzen nur gerne über den Umweltschutz. Am Frankfurter Flughafen brechen sie derweil Rekorde. Selbst die Grünen haben sich bei ihrer Klientel mit dem Vorschlag eines Veggiedays eine krachende Wahlniederlage eingefangen.

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