Freitag, 5. Juli 2019

Neues Klima, neues Leben

„Hitzefrei! Wegen der hohen Temperaturen musste die Fridays-for-Future-Demo abgesagt werden.“ (BILD, 5.7.2019)
Das Klima verändert sich spürbar, Zeit also, mit dem Lamentieren aufzuhören und sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Das klingt nach Satire, ist aber durchaus ernst gemeint.
Arbeit: Die Arbeitszeiten im Sommer sollten wir nach dem Vorbild Spaniens gestalten. Früh anfangen, sagen wir um acht Uhr, dann eine lange Siesta einlegen, in der man durchaus ein paar Stunden schläft und nicht nur ruht, um dann ab 16 Uhr die zweite Schicht einzulegen. Im Home Office kein Problem. Wer in der Stadt arbeitet, stellt sich ein Sofa ins Büro. Nicht in jedem Beruf ist dieser Rhythmus so leicht umzusetzen wie bei Büroangestellten. Aber: Je mehr Menschen sich auf diese Weise verhalten, umso einfacher wird es. Polizei und Feuerwehr sprechen sich zu diesem Zwecke mit den Berufsgenossenschaften der Einbrecher und Brandstifter ab.
Landwirtschaft: Ich kenne Winzer, die bereits Weinberge mit Rebsorten aus dem Mittelmeerraum anlegen. Warum sollte es keinen deutschen Merlot oder Pinot Grigio geben? In Rheinhessen haben wir viele Kirsch- und Pflaumenbäume. Warum keine Plantagen mit Dattelpalmen? Datteln aus dem Oberrheintal könnten bald in jedem Supermarkt erhältlich sein. Von Tucholsky stammt der Spruch „Deutsche, kauft deutsche Bananen!“, um auf die Sinnlosigkeit des Nationalismus hinzuweisen. Bald ist es kein Spaß mehr – und wir können auch Südfrüchte aus der Region kaufen, was rein ökologisch betrachtet ein großer Fortschritt wäre.
Garten: Probleme sind dornige Chancen, hat einmal ein weiser Mann gesagt. Ich sage nur: Kaktus. Pflegeleicht, hitzeresistent, braucht nicht viel Wasser. Die Tanne geht, die Zypresse kommt. Toskana-Style auf Ihrer Parzelle. Das ist die Zukunft. Es blühen keine Rosen, sondern Akazien. Auch der Wacholder trotzt hohen Temperaturen und Dürre. Aus den Früchten dieser Pflanze macht man bekanntlich Gin. Durstiges Gehölz wie Birke und Esche verschwindet, dafür können sie Ihren eigenen Schnaps machen. Ihren Gästen kredenzen Sie schon bald Honigmelonen aus eigenem Anbau zum Nachtisch.
Ernährung: In der Sommerhitze ist das typische deutsche Mittagessen mit Klößen und fettigen Soßen natürlich nicht mehr zeitgemäß. Es empfiehlt sich ein kräftiges Frühstück, wie wir es aus Großbritannien kennen, eine bescheidene Bento-Box zur Mittagszeit, wie es in Japan üblich ist, und ein spätes, geselliges Abendessen wie in Spanien oder Italien.
Reisen: Wenn die Winter immer wärmer werden, müssen wir uns von der alten Gewohnheit des Skiurlaubs verabschieden. Die Schneegrenze wandert weiter nach oben und der massenhafte Einsatz von Schneekanonen ist schlicht unökologisch. Stattdessen fahren wir jetzt im Sommer in die Berge, um uns abzukühlen. Ich selbst war zwischen 2003 und 2012 ein halbes Dutzend Mal zum Sommerurlaub in den Alpen und kann Ihnen aus eigener Erfahrung Sils, Bergün, Scuol, das Rosenlaui-Tal und Splügen in der Schweiz sowie Bad Gastein in Österreich und Meran in Italien empfehlen. Im Winter geht es zukünftig nach St. Tropez oder Neapel.
Shabba Ranks feat. Chevelle Franklyn - Mr. Loverman (D.M. Ragga Hop Mix). https://www.youtube.com/watch?v=Hip9is3e2-4

7 Kommentare:

  1. Wo Du wohl diese irren Fotos immer findest ist mir rätselhaft. Aber dieses Kätzchen kenne ich nur vom Shirt meiner Enkelin, als sie 4 Jahre war, und fand es schon da schrecklich. Bei dem Alten hat es was außerirdisches, inkl. Keidung und Ring ein Gesamtkunstwerk. Vielleicht Gottvater aus Barbieland?

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    1. Das ist Gandalf aus "Herr der Ringe". Die Bilder gibt's im Internet ;o)

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    2. Wie viele Kriege haben die Amerikaner angefangen, wie viele Kriege Kitty? Na … Naaa??!

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  2. »Nur die Dümmsten und die Weisesten können sich nicht ändern«
    - Konfuzius

    Bin ich nun dumm undoder weise ? *grübel*

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  3. Aber es gibt auch Ausnahmen. Fahre regelmäßig zum Skifahren.
    Heuer hatte es so viel Schnee, daß die Alten im Dorf meinten, so etwas hätten Sie noch nie erlebt. Gut, hier geht es dann eher um Niederschlagsmengen und weniger um Temperaturen.
    War trotzdem schön.
    Ansonsten wird es tatsächlich immer ätzender. Steh mal als Radler an der Ampel neben irgend einer Schwanzprotese mit sagen Wir über 300 PS. Der Typ natürlich die Klimaanlage voll aufgedreht. Gut, eher voll runterdedreht.
    Diese Kisten erzeugen dann derart Abwärme, da wird man richtiggehend gebraten.
    Abartig warm. Klar, die Karre hat viel Abwärme, bei 8 Zylindern, und dann noch die AC
    ( Ärkondischn) die ja auch 10 kW schluckt. Mindestens.
    Ein normaler Holzofen im Wohnzimmer erzeugt auch 10 kW. Weißt bescheid.

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  4. Zum Thema Garten.

    Du brauchst Sträucher und Bäume deren Blätter der GlutSonne widerstehen.
    Da unter bildet sich ein kühles Biotop in dem alles wächst da die Bäume Schatten spenden.
    Eine kühle schöne Oase. Etwas künstliche Bewässerung reicht dann schon, mitten in der Wüste.
    Meine damalige kam übrigens aus Ägypten.

    Wenn du schon dran glaubst, dann ist das der Weg, ja wenn.

    Gruß aus Hamburg (regnerisch morgen 17°)

    So wie immer

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