Donnerstag, 4. Juli 2019

Andy’s Little Fallout Shelter


Blogstuff 323
„Wenn Andy Bonetti geglaubt haben sollte, der Moloch Wichtelbach würde ihn mit offenen Armen empfangen, so hatte er sich getäuscht. Das Dorf schluckte ihn, den Fremden, der keine Menschenseele kannte, wie der Haifisch eine Sardine frisst. Die ersten Wochen lief er ziellos durch die Gassen und verbrachte die Abende vor dem Fernseher im Hinterzimmer einer schäbigen Pension.“ (Tamara Fuchshuber: Ich kann, ich will und ich werde – Bonettis frühe Jahre)
Einfach mal eine Weile im Supermarkt vor der offenen Kühlschranktür stehen und so tun, als könnte man sich nicht entscheiden. Unbezahlbar. #sommerhitze
Traum: Ich bin in einem Landhaus tief in den Wäldern im Nordwesten der USA. Zusammen mit anderen Umweltschützern helfe ich Tieren über einen Bach. Jetzt wird es absurd: Der Bach ist einen halben Meter breit und läuft mitten durch das Wohnzimmer des Landhauses, das mit dicken Teppichen ausgelegt und mit Ledersesseln vollgestellt ist. Wir haben ein kleines Brett über den Bach gelegt und versuchen, die Tiere über dieses Brett zu treiben oder zu locken. Ich bringe zwei Kühe hinüber, die das Brett allerdings nur mit einem Huf betreten müssen. Schwieriger wird es bei Kleintieren und Insekten. Einen Feuersalamander trage ich hinüber. Im Landhaus logieren auch Feriengäste, die Ausflüge in die Wälder unternehmen. Deswegen sind die beiden Toiletten des Hauses meistens besetzt. Besetzte Toiletten spielen in meinen Träumen immer eine große Rolle.
Neulich habe ich mal einen Text des AfD-Co-Vorsitzenden Meuthen gelesen. Im Original klingen diese Radikalinskis schon ziemlich krass. Im Zusammenhang eines terroristischen Mordanschlags eines Anhängers seiner Partei spuckt er Gift und Galle gegen „total verblendete Ökosozialisten“ (aka Grüne) und „skrupellose … Gewaltverbrecher der Antifa“. Den Mord an Lübcke setzt er mit einem Angriff auf Junge aus dem Mainzer Landtag gleich, den man „schwerverletzt ins Krankenhaus geprügelt habe“. Laut Polizeibericht hatte Uwe Junge ein Hämatom (Bluterguss) am Auge und eins am Schienbein. Das kann man schon mal mit einem Mord vergleichen.
Natürlich kann man in Deutschland ein schönes Leben führen, gerade wenn man die Situation mit Weltgegenden vergleicht, in denen es Tsunamis, Erdbeben oder Kriege gibt. Es gehört zur Schönheit des Daseins aber auch dazu, nach Herzenslust zu meckern und zu maulen, wenn einem danach ist. Das befreit und gehört vielleicht auch zur psychischen Hygiene, sich aufzuregen und die negativen Seiten des Lebens zu betrachten. Da könnte ich jetzt viel aufzählen: AfD, AKK, Atomkraft, um es alphabetisch zu strukturieren, bis zu Zynismus und ZZ Top.
Sons Of The Pioneers - Tumbling Tumbleweeds. https://www.youtube.com/watch?v=Yjg8LL5iUrc

6 Kommentare:

  1. Sind ZZ Top Nazis, Rednecks, white power oder machen die einfach nur blöde Musik ?

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  2. Brate-Eier-auf-dem-Gehweg-Tag 2019
    4. Juli 2019 in der Welt

    ...lenkt von den Weltgeschehnissen ab und stillt den Hunger... vielleicht (ړײ)

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  3. Die rechten Antreiber verändern unsere Sprache, früher unsagbares wird salonfähig gemacht, steter Tropfen...
    Ich erinnere mich, dass auf viel harmlosere Sätze früher Anzeigen folgten.
    Für unsere eigene Psychohygiene ist es wichtig mache Nachrichten wie einen plätschernden Bach zu sehen. Das macht stark, wenn es notwendig sein sollte.

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    1. Stur Heil bis zur Vergasung war früher ganz normal.
      In den 60ern.

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  4. In den 60ern war die ganze Sprache noch voll mit "alter" Sprache.
    Also geprägt von der Nazi / Kriegszeit. Schließlich war der Krieg erst 20 Jahre aus.
    Ständig so Sachen wie:
    Helm ab zum Gebet, wenn man seine Mütze oder Kappe ausziehen sollte. Als Kind.
    Landserflüche wie "Himmel Arsch und Zwirn".
    Und das Landserlied "Theo wir fahren nach Lodz" von Vicky Leandros wurde zum Hit im Radio.
    Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.
    Sanka für Krankenwagen ( Sanitätskraftwagen ).
    Und noch viele militärische Sachen, ich will Euch ja nicht lanweilen.
    Wobei sich Sprache rel. schnell ändert, heute hört man so Zeug nicht mehr.
    Weitere 50 Jahre später, was eigentlich nicht viel ist. Eigentlich....

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