Samstag, 1. Juni 2019

So wählt der Kiez

Aus steuerlichen und ermittlungstaktischen Gründen bzw. wegen des Coolness-Faktors bin ich ja immer noch in Berlin-Wilmersdorf gemeldet („Hipsterfreier Bezirk“). Jetzt habe ich mir mal das Wahlergebnis in meinem Kiez angeschaut. Das Wahllokal befand sich standesgemäß im Salon eines Nobelhotels, wo ich vor dem Urnengang meinen Zylinder und meinen Spazierstock beim Butler abgeben konnte.
Auf Platz 1: die Grünen mit 30,2 Prozent. Dahinter die CDU mit 21,7 Prozent und völlig abgeschmiert die SPD mit 12,5 Prozent (minus 10,1 Prozent!). Die Wahlbeteiligung lag bei 67,4 Prozent. Die PARTEI, die ich, wie bereits fünf Jahre zuvor, unterstützt habe, kam nur auf 18 Stimmen (2,7 Prozent). Berlinweit kam die PARTEI auf 4,8 Prozent und zieht nach der nächsten Landtagswahl vielleicht ins Abgeordnetenhaus ein.
Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sind die Grünen mit 32,7 Prozent klarer Gewinner. Die CDU ist mit 18,8 Prozent weit abgeschlagen, gefolgt von der SPD mit kläglichen 16,3 Prozent. Das Bürgertum in der West-City ist grün, nicht schwarz-rot. Die AfD kommt nur auf 7 Prozent. Von 221.000 Wahlberechtigten im Bezirk bekannten sich stolze 53 zum Marxismus-Leninismus. Zum Glück muss Rudi Dutschke das nicht mehr erleben.
Noch schlimmer hat es Ackerboy getroffen. In seinem Wahllokal haben 42 Prozent für die Grünen und 14 Prozent für die Linken gestimmt, die GroKo kommt nur auf 21 Prozent. Was ist los in Pankow? Opfer der Meinungsmache?

In Kreuzberg ist die Lage noch besorgniserregender. Da bekommt die PARTEI mehr Stimmen (6,4 Prozent) als das bürgerliche Lager von CDU und FDP zusammen (5,1 Prozent).

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