Montag, 10. Juni 2019

Ruhe, verdammt noch mal!

Was ich am Hunsrück mag, ist diese Ruhe. Die Vögel machen den meisten Krach. Sonst ist hier nichts los. In Schweppenhausen kann man noch nicht mal Brötchen oder eine Zeitung kaufen. Hier ist nix und hier kommt auch nix hin. Es gibt einen Winzer im Dorf, der jeden Werktag für ein paar Stunden Wein verkauft. Oft bleibe ich eine halbe Stunde oder länger und wir quatschen einfach. Man kann ja froh sein, wenn man in diesem gottverlassenen Kaff überhaupt mal jemanden trifft. Aber gestern war endlich mal was los. Ich war im Weingut, als auf dem Nachbargrundstück ein Rettungshubschrauber gelandet ist. Auf der Dorfkreuzung hatte es einen Unfall gegeben. Ist aber zum Glück nicht viel passiert. Ein Motorradfahrer ist angefahren worden.
Das wollte ich aber gar nicht erzählen. Eigentlich geht es darum, dass Brandenburg im Vergleich zum Hunsrück wie Las Vegas ist. Da gibt es zum Beispiel ein Dorf in der Uckermark, da kommen am Wochenende die ganzen Arschkrampen aus dem Prenzlauer Berg. Es gibt inzwischen sogar ein Café, das von Japanerinnen betrieben wird, die Sushi und so’ne Sachen anbieten. Gerswalde heißt der Unglücksort. Da würde ich mich als Einheimischer aber bedanken.
„Ach, Thorben, guck doch mal! Was für eine Idylle. Hörst du das? Diese Stille. Jetzt nimm doch mal die Ohrstöpsel raus, Thorben. Hör doch mal, wie still es hier ist. Großartig. Muss ich gleich Jessica ein Bild schicken. Und da drüben gibt es selbstgebackenen Pflaumenkuchen. Ist das schön hier. Oder, Thorben? Thorben!“
https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bad-kreuznach/vg-stromberg/schweppenhausen/olmuhle-in-schweppenhausen-am-montag-zu-besichtigen_20198229
Mozart – KV 136, Allegro. https://www.youtube.com/watch?v=7FRYoBy7iT8

1 Kommentar:

  1. RUHE-OASE ☜✿☞ Tag des Gartens 2019 ☜✿☞
    10. Juni 2019 in Deutschland

    *wissterBescheid*

    AntwortenLöschen