Freitag, 14. Juni 2019

Lasst uns das Ding mit der Quote durchziehen

Nehmen wir für einen Augenblick an, der Bundestag müsse die Bevölkerung nach ihren statistischen Merkmalen repräsentieren. Nehmen wir weiter an, dieses Ziel sei am besten über eine Quotierung zu erreichen.
Dann haben wir zunächst mal einen regionalen Proporz. Der ist zwar bei den Direktmandaten automatisch gegeben, aber nicht bei der anderen Hälfte des Parlaments. Rheinland-Pfalz müsste demnach knapp fünf Prozent der Abgeordneten stellen, das größere Bayern über fünfzehn Prozent.
Natürlich wird es mit einer Quote im Bundestag fünfzig Prozent Männer und fünfzig Prozent Frauen geben. Keine Frage. Eigentlich sogar ein paar Frauen mehr, denn es gibt ca. eine Million mehr Frauen als Männer in Deutschland. Davon sind wir aktuell weit entfernt.

Aber was ist mit der Jugend? Das Durchschnittsalter der Abgeordneten ist 49,4 Jahre. Das liegt über dem Bevölkerungsdurchschnitt. Nur 31 Abgeordnete gehören zu den Jahrgängen 1986ff. Nicht einmal fünf Prozent der Parlamentarier repräsentieren die Wähler zwischen 18 und 33 Jahren.
21 Prozent der Deutschen sind über 65 Jahre alt. Also müsste auch ein Fünftel der Abgeordneten im Rentenalter sein. Derzeit sind 91 Abgeordnete aus den Jahrgängen 1955 und älter im Bundestag. 91 von 709 – das ist viel zu wenig.
Ein knappes Viertel der deutschen Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Im Bundestag kann man diese Menschen mit der Lupe suchen. Natürlich müssen wir auch an diesem Punkt eine Quotierung einführen. Schließlich ist es ein deutsches und kein arisches Parlament.
Da sind wir auch gleich beim Thema Religion. Wie viele Muslime und Juden gibt es im Bundestag? Sechs Muslime sind es derzeit, die jüdische Gemeinde ist überhaupt nicht vertreten.
Bildung: 190 Abgeordnete haben Rechts- und Staatswissenschaften studiert. Das sind 26,7 Prozent. Bezogen auf die Wahlberechtigten in Deutschland wären das 16 Millionen Menschen. Diese Berufsgruppe, wie überhaupt die Akademiker, ist klar überrepräsentiert. Wer braucht 106 Ökonomen? Es gibt zum Beispiel auch 99 Politikwissenschaftler im Parlament – ich persönlich finde das gut. Kleiner Scherz. Über 80 Prozent der Abgeordneten sind Akademiker, vier Mal so viel wie in der Bevölkerung. Arbeiter oder gar vormals Arbeitslose gibt es nicht im Bundestag.
Auch die sexuelle Orientierung sollte durch eine Quote berücksichtigt werden. Transgender und Homosexualität sind hier die Stichworte. 7,4 Prozent LGBT-Anteil an der deutschen Bevölkerung bedeuten 53 Abgeordnete. Basta.
Die Parteien haben also viel zu tun, wenn es um die nächsten Wahlkreiskandidaten und die Wahllisten geht. Packen wir’s an!
Depeche Mode – Any Second Now. https://www.youtube.com/watch?v=H9CiDQS2t8w

Wann bekommt der alte weiße Mann endlich den Arsch versohlt?

Kommentare:

  1. Alternativ-Vorshlag:
    https://www.der-postillon.com/2018/10/sponsoren.html

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  2. Leider wählt ja gerade mal die Hälfte der Bevölkerung in D, Tendenz sinkend seit 1990. Da erzähl mir keiner dass die Bevölkerung noch repräsentiert wird.

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  3. Quote, Proporz und all das Geschwätz meinen die doch gar nicht ernst.

    Genau wie "Umwelt-,oder "Gesundheitspolitik" uä.

    Englischer Nebel, nur dicker aber der deutsche Wähler hält unbeirrbar Kurs.

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  4. Weltblutspendetag 2019
    14. Juni 2019 in der Welt


    Nur drei Prozent der Deutschen sind Blutspender ...
    Wo ist da die QUOTE ?!?

    "Die Parteien haben also viel zu tun, wenn es um die nächsten Wahlkreiskandidaten und die Wahllisten geht. Packen wir’s an!"

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  5. Angelnette: Blutspende ist keine sozialeTat. Es ist das große Geldgeschäft des DRK bzw. seines ausgegliederte Blutspendedienstes.


    https://offenkundiges.de/millionengeschaft-blutspende-warum-man-nicht-beim-deutschen-roten-kreuz-bluten-sollte/

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  6. Nä !
    Alle Wähler müssen erst mal einen Fragebogen ausfüllen.
    Mit ganz leichten Fragen zu allg. Themen.
    Wer wählt den Bundespräsidenten ?
    Was ist der Bundespräsident ?
    Nur zum Beispiel.
    Wer durchfällt kriegt keinen Zettel. Das dann entstehende Wahlergebnis würde mich echt interessieren.

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  7. Ich bin fürs Ausschreiben: BRD regieren, vier Jahre , der Billigste machts. Kann auch ne GmbH sein.

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    1. Ich würde es ja machen, aber nur unter der Bedingung, das Deutschland eine Diktatur wird.

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    2. Natürlich Diktatur, was denn sonst. Alle anderen Regierungsformen sind viel zu teuer.
      Außerdem würde der Flughafen fertig (Bonettibefehl).

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    3. Lange schallt's im Walde noch: Unser Führer lebe hoch. Wäre das ein Spaß. Familie Quandt in kurzen Hosen bei der Feldarbeit. Verbot von alkoholfreiem Bier usw.

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    4. Falls die Quandts eine Kartoffel klauen, werden die Leute raunen: "Wenn das der Bonetti wüsste..."

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  8. Die wichtigsten Gruppen fehlen auch hier:

    Schwarzarbeiter
    Steuerhinterzieher
    Schmuddelfilmgucker
    Dauertratschtanten
    Raucher
    Nichtraucher
    Ofenpizzaesser
    Ofenpizzahasser
    Fremdgeher (gelegentlich/notorisch)
    Coffe2goTrinker

    usw.

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    1. Richtig! Ich wundere mich sowieso schon, warum die Veganer noch keinen Shitstorm losgetreten haben. Oder die Hatespeaker vom FC Bayern.

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