Sonntag, 23. Juni 2019

Heimaterde – eine Großmetapher

Heimat, das sei ein Stück Land, heißt es. Mutterboden, Heimaterde. Heimatliche Scholle nannte man es früher einmal.
Kommen wir zu einem konkreten Beispiel: Schweppenhausen. Genauer: unser Grundstück. Der Boden ist lehmig und wird im Sommer steinhart, wenn er trocken ist. Kein Spaß bei der Gartenarbeit. Um die schweißtreibende Tätigkeit mit Spitzhacke und Dynamit zu vermeiden, ließ mein Vater ein paar Lkw-Ladungen Erde aus Ingelheim, unserer alten Heimat, in den Hunsrück bringen. Die Erde, die beim Ausheben der Baugrube anfiel, wurde weggefahren. Böse Zungen sprechen hier von einem Bodenaustausch, Verrat an der Heimat, fast so schlimm wie Bevölkerungsaustausch.
Aber es kam noch schlimmer. Nicht nur unsere Familie, auch die Pflanzen waren nicht von hier. Die japanische Zierkirsche, auf die ich von meinem Schreibtisch blicke, ist zwar aus einer deutschen Gärtnerei, hat aber asiatische Vorfahren. Im Wintergarten stehen Kakteen und Palmen mit doppelter Staatsbürgerschaft. Man kann fast sagen, die einzigen einheimischen Pflanzen sind die Disteln und der Löwenzahn. Feindliche Übernahme. Schweppenhausen schafft sich ab. Wann kommen die Nazis zu ihrem ersten Hausbesuch?
Yes – I’ve Seen All Good People. https://www.youtube.com/watch?v=uJM7TdshUbw

Der Sommer in unserem Garten: Alles blüht wie bescheuert.



Einheimisches und Fremdes, Geplantes und Ungeplantes einträchtig nebeneinander. Ich freue mich auf die Mohnernte.



Ein Bienenparadies. Überall summt und brummt es.



Hier war mal ein Gartenweg.



Selbst hinter den Mülltonnen blüht was. Hier ist Platz für alle.

8 Kommentare:

  1. Die Mohnblumen sind klasse. Für mich ist Heimaterde ein Stadtteil von Mülheim an der Ruhr, mehr nicht.

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  2. Und der Buchsbaumzünsler kommt aus Ostasien - ja, da sollten alle linksgrünversifften Multikultigutmenschenträumer mal drüber nachdenken! Das kommt alles von offenen Grenzen.

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    1. Auch die gefährliche Hyalomma-Zecke kam aus den Tropen nach Deutschland und konnte hier überwintern. Wegen fehlender Insektennetze an den Grenzen.

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    2. Wir sollten auch den Waschbären (Ursus Trumpus) nicht vergessen.

      Fun Fact For Fans: Der Seebär gehört nicht zur Familie der Bären. Die Bezeichnung Ursus Iglo ist eine Erfindung der Werbeagentur Martin Schulz & Friends.

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  3. Wunderbarer Garten, endlich ohne blöden Rasen, voller Leben, ich rieche die Blüten schon fast!
    Die Tomaten, Kartoffeln und viele andere Pflanzen die die Andersdenkenden als einheimisch ansehen, kommen aus weit entfernten Gegenden. Sollen wir es ihnen sagen oder heimlich laut lachen? Ist eine innerliche Umpolung möglich?

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    1. Was einmal Rasen war, ist längst Wiese. Mit "Unkraut" und voller Leben. Als ich im Sommer 2018 aus Berlin zurück kam, war das Gras braun und die Disteln standen einen Meter hoch. Lassen wir der Natur ihren Lauf ;o)))

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  4. Sind deine Blümchen auch mit dem Kutter halbe Strecke gefahren?

    Why is that fishing trawler towing an empty wooden boat at high seas
    https://twitter.com/Frontex/status/1142373165076766720

    „Wann Krieg beginnt, das kann man wissen, aber wann
    beginnt der Vorkrieg? Falls es da Regeln gäbe, müsste man sie weitersagen. In Ton, in Stein
    eingraben, überliefern. Was da stünde, unter anderen Sätzen: Lasst Euch nicht von den Eigenen
    täuschen!“

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  5. Ich habe heute im Internet eine Pflanze gekauft und habe eben eine Mail bekommen:
    "Ihre Bestellung ist eingegangen."
    Voll ärgerlich. Habe mir gleich eine neue bestellt!

    Autor unbekannt

    ... Gartengenuß vom FEINSTEN, so ohne jegliche Kontrolle ;)
    Als Kind (ړײ) waren die verwilderten Gärten, der Nachtbarschft am interessantesten, zum Erkunden und Spielen !

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