Samstag, 11. Mai 2019

Wo sind die Intellektuellen?

„Als Intellektueller werde ich immer auf meine inneren Werte reduziert.“ (Andy Bonetti)
Der analytische Begriff „Parallelgesellschaften“ ist schon treffend, aber er sollte in seiner Bedeutung viel weiter gefasst werden. Die komplette Gesellschaft ist längst in Teilgesellschaften zerbrochen, die um sich selbst kreisen und „die Anderen“ bestenfalls noch misstrauisch aus der Ferne beobachten. Da es keine große Erzählung mehr gibt, sondern nur noch Milliarden banaler Einzelgeschichten, in denen sich isolierte Subjekte ihrer selbst mit Selfies und Foodporn vergewissern, da es keine gemeinsame Basis an Fakten gibt, entfällt auch die Aufgabe des Intellektuellen, den Diskurs im öffentlichen Raum zu führen und zur Aufklärung der Widersprüche beizutragen. Niemand stellt ihm Fragen, niemand hört ihm zu, da dieser Raum in zahllose selbstreferentielle Teilräume zerfallen ist. Der Philosoph war einmal der König, heute hören wir nur noch das Blöken der Stammeshäuptlinge.
Brand X – Black Moon. https://www.youtube.com/watch?v=4cTpS6wpIJ0

Einer der letzten deutschen Intellektuellen: Joachim Habermas.

7 Kommentare:

  1. Wieder ein bemerkenswerter Beitrag, sehr anregend bedenke ich die Situation aus einem für mich neuen Blickwinkel.

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  2. Eine Ironie der Weltenweisheit ist es, dass die Intellektuellen der Erde oftmals so haarscharf an ihrer Intelligenz vorbeidenken.

    Christa Schyboll *tja*

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  3. So ein Unsinn ! Das ist Ferdinand Zuse, der den ersten Computer mit Heckantrieb baute.

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    1. Zuse hat doch nie für den DFB gespielt, er war bekanntlich Beachvolleyballer.

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    2. 1648 gabs noch keinen Beachvolleyball !

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    3. Aber es gab Bonetti Media. Aus dessen Rippe wurde bekanntlich das Internet geschnitten. Der Rest ist bekannt.

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  4. Provinzinschinör13. Mai 2019 um 08:31

    Habe hier ja schon mal das Problem der zusammengebrochenen Kommunikation beklagt.
    Bei den "normalen" Leuen, die von Philosophen noch nie was gehört, geschweige denn gelesen haben. Wie sollen Sie auch, denen ihr Geschreibe versteht doch, sorry, keine Sau.
    Ich hatte es mal versucht, Kant, Ha Ha Ha, dann der Landsman Hegel. Ho Ho Ho.
    Hör ma uff. Aber zum Glück tröstete mich ein Philosophiestudent, er meinte auch, daß die eigentlich auch alle recht viel, äh, Scheiß verzapfen würden.
    Nein, das wirkliche Problem ist, daß keiner mehr etwas sagt, erzählt oder eine Meinung hat, da er sofort von den Anderen ausgelacht, ignoriert oder nieder gemacht wird.
    Ist wirklich so ! Und aus diesem Grund sagt auch tatsächlich keiner mehr was.
    Es gibt im Kollegenkreis keinerlei Diskssionen mehr. Das war vor sagen wir 20 Jahren noch anders. Man kam am Montag zu Beginn der Arbeit noch zusammen, hat gelabert, erzählt was man am WE gemacht hat oder man hat sogar über Politik geredet.
    Heute ?? Jeder sagt guten morgen, reißt den Computer an und hält die Fresse.
    Woher kommt das ??? Ich bin ratos.
    ( Einer, der immer noch eine Meinung hat und sich damit regelmäßig im Kollegenkreis eine blutige Nase holt. Auch ohne Marx oder "linke" Ansagen. )

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