Mittwoch, 22. Mai 2019

Ungewöhnliche Nachrichten aus dem Kreise der Gelehrsamkeit


Blogstuff 307
„They used their money to keep themselves out of the news.“ (William Gibson)
Im Supermarkt: „Brauchen Sie eine Tüte?“ – „Nein, ich trinke das Bier gleich hier.“

Seit wann halten die Leute eigentlich ihr Handy beim Telefonieren so, als ob sie ein Stück abbeißen wollen? Das ist hoffentlich nur eine Übergangsphase.
Richtig fies: In seiner Wohnung die Musik voll aufdrehen und dann das Haus verlassen.

Zehn Jahre habe ich Bücher und Aufsätze über Entschleunigung geschrieben und Vorträge zu diesem Thema gehalten. Resultat: Deutschland 2019 – verspätete Züge, lahmes Internet, verschlafene Verwaltungen. Ich werte das mal als Erfolg.
„Fridays for Future“ ist, wie Occupy oder Attac, nichts anderes als ein Ablasshandel mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Wer teilgenommen hat, kann später einmal behaupten, er habe alles versucht, um eine Veränderung der Verhältnisse zu bewirken. Das macht das falsche Leben erträglicher. Den Rest besorgt man mit Bio-Siegeln auf Konsumgütern und Wurstverzicht. Für den kurzen Augenblick der symbolischen Geste, sei es während eines Protestes oder der Unterzeichnung einer Petition, darf man optimistisch sein und die Verzweiflung vergessen.
Geschäftsidee: Eröffnung eines Lokals namens „Chez Guevara“ für Fans von Revolutionen und Enteignungen. Was gibt’s? Deutsche Bohnen (=> Deutsche Wohnen) mit Tomatensoße (=> rot), Karl Marx-Klößchensuppe, Engels-Zunge (vom Ochsen) und natürlich Ton Schweine Erbsen. Dazu wird ein Rothaus Tannenzäpfle gereicht, wahlweise ein Bloody Marat. Achten Sie bitte auch auf die Kundenzeitung „Der Spalter“ (vormals: „Rote Fahne“).
Ich sitze in einem mexikanischen Restaurant am Friedrich-Wilhelm-Platz, wo ich vor 25 Jahren mein letztes Auto zu Schrott gefahren habe. Da kommt eine Frau herein und fragt den Wirt, ob sie hier demnächst ihren Geburtstag feiern könne. Es würden sechzig Gäste kommen. Was man denn als Buffet bestellen könne. Der Wirt sagt, es käme auf ihr Budget an. Sie sagt, sie wolle zweihundert Euro ausgeben. Der Wirt schüttelt nur den Kopf. Was soll er für drei Euro pro Kopf anbieten? Man einigt sich auf die doppelte Summe und Platten mit Käse und Aufschnitt. Dafür brauche ich aber kein mexikanisches Restaurant, oder?
Noch eine Story mit der Zahl 60. Im Einkaufszentrum geht ein Junge, vielleicht drei oder vier Jahre alt, neben seiner Oma her. Er möchte wissen, wie lange es noch bis zu seinem Geburtstag ist. Sie sagt: „Noch sechzig Mal schlafen, dann ist Geburtstag.“ Ich hätte gerne das Gesicht des Jungen fotografiert, als Illustration des Wikipedia-Artikels über Ratlosigkeit.
Eurythmics - Love Is a Stranger. https://www.youtube.com/watch?v=o6f593X6rv8

1 Kommentar:

  1. DANKE ... für die feine Morgääähn-Lektüre (ړײ) *cappuccinoschlürfendnachSchweppenhausenwinkewunkt*

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