Freitag, 17. Mai 2019

In memoriam Wiglaf Droste

Einer der größten Sprachkünstler meiner Generation ist in den Zug nach Nirgendwo gestiegen. Droste konnte nicht nur schreiben, er konnte austeilen. Opulent wie ein Renaissancemensch in seiner ganzen sprachlichen Pracht und Herrlichkeit. Vor langer Zeit habe ich ihn mal live in der Volksbühne erleben können.

Wiglaf Droste (Symbolbild).
Seine letzten Jahre verbrachte er in Pottenstein, in der wunderbaren Fränkischen Schweiz, wo es das beste Bier und die besten Bratwürste der Welt gibt. Berlin hat er einfach hinter sich gelassen: „…das dumme Pöbeltum, das man zum Beispiel in Kreuzberg jeden Tag ertragen muss, dem Stadtteil, in dem ich bis vor Kurzem gelebt habe. Das ist ein Arschgeigentum, das nichts mit Freiheit, aber viel mit Rücksichtslosigkeit zu tun hat.“ (Interview in Brand eins, 2016)
Allein die Buchtitel sind ein Genuss:
Die Würde des Menschen ist ein Konjunktiv
Auf sie mit Idyll! Die schöne Welt der Musenwunder
Wir sägen uns die Beine ab und sehen aus wie Gregor Gysi
Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses
Er hat immer gut gelebt. Er hat sich den großen Themen Essen, Trinken und Rauchen gewidmet. „Diät ist Mord am ungegessenen Knödel.“ Lassen wir an diesem Punkt nicht seine Follower, sondern seine Hater zu Wort kommen, die bis in alle Ewigkeit in der Hölle brennen mögen.
https://sackstarkinfo.wordpress.com/2012/07/18/die-aussetzer-des-wiglaf-droste/
https://www.mz-web.de/kultur/satiriker-wiglaf-droste-autor-liest-betrunken-im-halleschen-elisabeth-gymnasium-25622534

Wie in seine Freunde sahen.


Wie ihn seine Feinde sahen.

4 Kommentare:

  1. „Promis sind Erbrochenes auf der Windschutzscheibe des Lebens.“ — Wiglaf Droste

    *♥R.I.P.*

    AntwortenLöschen
  2. In Puncto Sprache und Haltung einer der Größten. Ich bin traurig.

    AntwortenLöschen
  3. Mein Leben wird immer ärmer.

    AntwortenLöschen
  4. Auf dem Symbolbild fehlt das Zipfelchen.

    AntwortenLöschen