Freitag, 10. Mai 2019

Blogstuff 300

Das große Jubiläum. Trommelwirbel. Tusch. Und weiter geht’s mit neuem Material aus der Schnipselgruft. Eine Auswahl feinster Themen wird speziell für Sie, liebe Lesende, à-la-minute angeschnitten. Dazu gibt es hausgemachte oder gut abgehangene Argumente und raffinierte Pointen, serviert von Maître Bonetti persönlich.
Sie war am Rande der Narkolepsie. Oder wie heißt das, wenn Frauen zu wenig essen?
Ich war damals im Sportunterricht das einzige Inklusionskind.
Er blätterte die Zeit durch, Seite für Seite, ohne auch nur eine einzige Zeile zu lesen.
„Vor zehn Jahren bin ich an Krebs erkrankt.“ – „Ach, du Scheiße. Und? Wie ist es ausgegangen?“
Die alte Frau hat sich auf die Fensterbank gelehnt und blickt auf die Straße. Sie scheint direkt aus dem Stein herausgewachsen zu sein.
Die einen schlafwandeln bei Vollmond, Bonetti schreibt Texte, an die er sich am nächsten Tag nicht mehr erinnern kann.
Es ist Frühling, die Radfahrer kommen aus dem Süden zurück. Direkt nach den Störchen, ein altes Ritual.
Berlin. Das würzige Bukett der öffentlichen Toiletten. Das war mir in den drei Monaten auf dem Land völlig entfallen.
Andere hatten eine Modelleisenbahn, ich hatte meine Matchbox-Autos. Ich bin schon auf Individualverkehr umgestiegen, bevor ich meinen Namen schreiben konnte.
Gasthaus an der Karl-Marx-Allee. Am Nachbartisch eine Rentnerrunde beim Bier, offenbar Einheimische. Einer erzählt, in seinem Haus wurde eine 90qm-Wohnung neu vermietet. „Siebzehnhundert kalt“. Das anschließende Schweigen hat die gleiche Temperatur.
Samstagnacht, U-Bahnhof Turmstraße im Wedding. Ich komme gerade von einer der legendären Grillpartys Marke Ackerboy. Die Sitzbank besteht aus vier einzelnen Metallsitzen. Ich setze mich ganz rechts hin und warte auf die U-Bahn. Eine Minute später kommt ein Obdachloser und baut sich auf den restlichen drei Sitzen in aller Ruhe ein Lager für die Nacht und legt sich hin. Ich bleibe neben ihm sitzen. Berlin.
Zehn Minuten später stehe ich am Nachtschalter der Tankstelle und will mir ein Bier kaufen. Die junge Frau vor mir möchte den Toilettenschlüssel, sie muss dringend aufs Klo. Der Mann von der Nachtschicht sagt, dass ginge um diese Uhrzeit nicht mehr, und empfiehlt ihr, im Stripclub um die Ecke zu fragen. Ich kaufe mein Bier und gehe in Richtung Heimathafen, als mir die junge Frau entgegenkommt. Sie hat sich nicht reingetraut. Ich erkläre ihr, dass in dem Laden nur Männer strippen und sie keine Angst zu haben braucht. Sie klingelt, eine Türsteherin öffnet ihr. Sie geht rein und bedankt sich noch bei mir. Im Internet sehe ich später, dass es inzwischen ein Stripclub ist, in dem Frauen an der Stange tanzen. Da gab es wohl einen krassen Wechsel im Konzept. Hoffentlich ist sie wieder rausgekommen.
Kennen Sie dieses heisere, keuchende Lachen? So lachen Männer in den letzten zehn Jahren vor ihrem Tod.
„Er ist oft einsam. Er ist etwas Besonderes. Nur er darf den Ball mit den Händen anfassen. Der Torwart. Für mich ist Donald Trump ein Torwart. Herzlichst, Ihr Franz Josef Wagner.“
AC/DC. It’s A Long Way To The Top. https://www.youtube.com/watch?v=-sUXMzkh-jI

Die gute Meldung zum Schluss.

2 Kommentare:

  1. Fast jeder Satz ergäbe eine neue Geschichte - wunderbar. Die Geschichte mit der Frau auf Toilettensuche amüsiert mich, die war wohl schüchtern oder kam auch vom Land. Auch Frauen haben manchmal ein heiseres Lachen- besonders tabakgeprüfte.

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  2. Über die Geschichte mit der Frau im Stripclub hab ich mich bepisst vor Lachen.

    Zur Einbruchsmeldung: Das spricht nicht für den Inhalt der Lagerhalle.

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